Umwandlung von Darlehen noch nicht erfolgt

Ismaik bleibt 1860-Sitzung fern - Bez zurückgetreten?

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Müde von 1860? Hasan Ismaik mit seinem Bruder Abdelrahman

München - Hat Hasan Ismaik die Schnauze voll vom TSV 1860 München? Sein Vertrauter soll zurückgetreten sein. Präsident Cassalette spricht von einem „Plan B und C“.

Mit dem Fußballspielen und Toreschießen haben sie es beim Zweitliga-Urgestein 1860 ja schon seit Längerem nicht mehr, dafür kracht es regelmäßig hinter den Kulissen. Dumm nur, dass die sportliche Lage bei allem Gezanke und Gedrohe immer weiter ins Prekäre driftet. Wie besch…eiden „sein“ Klub inzwischen dasteht, durfte Geldgeber Hasan Ismaik am Mittwochabend beim 0:2-Pokal-Aus gegen den VfL Bochum auf der Stadiontribüne erleben. Zeitweise war gegen den Ruhrpott-Klub ein Klassenunterschied erkennbar. Technisch, taktisch und auch körperlich konnten die Löwen dem VfL kaum Ernsthaftes entgegensetzen. „Es geht momentan nicht mehr. Wir sind unterlegen“, sagte der konsternierte Sportchef Oliver Kreuzer. Die zarte Macht der Partien gegen St. Pauli und Paderborn – sie scheint endgültig erschlafft.

Dass auch in der Liga bald die Lichter ausgehen könnten, scheint Ex-Investor Ismaik noch nicht vollständig erfasst zu haben. Oder aber der Jordanier hat die Schnauze nach vier Jahren Geldverbrennen endgültig voll von Sechzig. Die bis Jahresende dringend benötigte Umwandlung seiner jüngsten Darlehen in Genussrechte, um den Klub vor einer DFL-Strafe zu bewahren, war bis Donnerstag noch nicht vollzogen. Jedenfalls wollte 1860 keinerlei positiven Kommentar in dieser Angelegenheit abgeben. Von weiteren Geldern, mit denen die Mannschaft im Winter ligatauglich gemacht werden soll, ist in der gegenwärtigen Konstellation höchstens in Fanträumen die Rede. Nach tz-Informationen hatte Ismaik seine Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung am Mittwochnachmittag kurzfristig platzen lassen. Ob es bei den Gesprächen am Donnerstag einen substanziellen Fortschritt gab? „Keine Auskunft, wir bitten um Verständnis…“

„Dass die Laune bei Herrn Ismaik im Keller ist, das ist doch klar“, sagte Präsident Peter Cassalette Donnerstagmittag auf dem Weg in die Geschäftsstelle. „Bei mir ist sie auch nicht gut.“ Noch sei der Dialog mit dem arabischen Geldgeber allerdings nicht beendet, schob der Oberlöwe auf Nachfrage hinterher. Jetzt müsse „man sehen, wie er reagiert. Ist er frustriert und macht nix oder sieht er ein, dass er was machen muss?“

Cassalette: "Wir haben einen Plan B."

Angeblich sind die Löwen auf alle Eventualitäten vorbereitet. Cassalette: „Wir haben einen Plan B. Und es gibt sogar einen Plan C.“

Wie diese Pläne aussehen sollen, das wollte der Präsident indes nicht näher erläutern. Dafür machen nun Sportchef Kreuzer und Trainer Benno Möhlmann sanften Druck auf den Hauptgesellschafter. „Es ist zu wenig, viel zu wenig, das reicht nicht“, sagte Kreuzer. „Wir brauchen neue Impulse, neue Spieler. Im Winter müssen Verstärkungen her. Ich hoffe, dass das alle so sehen im Verein, nicht nur die sportliche Leitung.“

Die besteht neben Kreuzer aus Trainer Möhlmann. Der 61-Jährige meinte Donnerstag nach dem Training: „Wir werden mindestens zwei, drei Leute holen müssen, die eine bessere Qualität und mehr Erfahrung haben. Ich muss mir sicher sein, dass sie uns helfen. Noch hapert es daran, dass die Spieler ja sagen müssen.“ Und wer sagt schon Ja zu einem Klub, von dem er – überspitzt formuliert – nicht weiß, ob es ihn morgen noch gibt?

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Sogar über die Möglichkeit seiner Kündigung im Falle eines Transferstopps wurde Möhlmann Donnerstag befragt. Seine Antwort: „Im Moment habe ich schon noch die Kraft und die Lust. Ich habe das Gefühl, dass alle Verstärkungen wollen, aber noch nicht wissen, wie.“

Das bloße Hoffen auf die Rückkehr lange verletzter Spieler wie Kai Bülow und Dominik Stahl hält Möhlmann für allzu optimistisch: „Wir sollten uns nicht auf Eventualitäten verlassen.“

Darin zumindest haben es die Löwen in den letzten elf Jahren zur Meisterreife gebracht.

lk

SZ: Bez wohl wegen mangelndem Vertrauen zurückgetreten

Doch dem nicht genug: Wie die Süddeutsche Zeitung vermeldet, soll nun auch noch Ismaiks Vertrauter Ulrich Bez von seinen Ämtern beim TSV 1860 (Beirat, Aufsichtsrat) zurückgetreten sein - offenbar, weil er keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Investor sah. Und das, obwohl sich die beiden schon lange kannten, sich schätzten und sich vertrauten. Bez galt als der heimliche starke Mann bei den Löwen, eben wegen seines guten Verhältnisses zu Ismaik. doch dem ist wohl nicht mehr so.

fw

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