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Neu-Trainer soll Abstieg vermeiden

Sechs Maßnahmen: So kann Bierofka die Löwen retten

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Der Mann, dem die Blauen vertrauen: Daniel Bierofka ist an der Grünwalder zum Cheftrainer aufgestiegen.

München - Daniel Bierofka ist der dritte Trainer von 1860 München in dieser Saison. Seine Mission: der Klassenverbleib. Wir haben sechs Ratschläge für den neuen Hoffnungsträger.

Vier Spiele hat Daniel Bierofka Zeit, um den Drei-Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer oder zumindest die zwei Zähler zum Relegationsrang aufzuholen. Dafür muss der neue Löwen-Trainer den Abwärtsstrudel mit nur einem Pünktchen aus fünf Partien bremsen. "Angst habe ich überhaupt keine", gibt sich der gebürtige Münchner vor der Herkules-Aufgabe nach außen hin tiefenentspannt.

Im Grunde hat "Biero" auch nichts zu verlieren - zu tief hat sich der blaue Karren schon im Dreck eingegraben. Um sich jedoch als gefeierter Retter in die Sommerpause verabschieden zu können, muss der 37-Jährige seinem Herzensklub neues Leben einhauchen. Wir analysieren die prekäre Lage und zeigen, was Bierofka den Löwen einbläuen sollte.

1. Feuer entfachen und Stimmung aufheitern

Schon in seinen ersten Tagen als Cheftrainer bemühte sich der Ex-Profi darum, Optimismus zu versprühen und die Stimmung wieder anzuheben. Motto: Positiv denken und an die eigene Chance glauben! "Es ist Feuer drin. Eine gewisse Aufbruchstimmung ist spürbar", hat auch Sportchef Oliver Kreuzer festgestellt.

Im Gegensatz zu Vorgänger Benno Möhlmann, der die Partien zuletzt - natürlich auch den Ergebnissen geschuldet - fast ausschließlich mit mürrischer Laune verfolgte und seine Spieler grantelnd zurechtwies, steht "Biero" auch für den positiven Push von der Seitenlinie. Besonders am Sonntag kann Beifall oder Lob aus der Coachingzone für die verunsicherten Profis Gold wert sein und sich am Ende auf dem Punktekonto auszahlen.

Er feuert an und fiebert mit! So emotional coacht Biero

2. Fans wieder mitreißen

Leidgeprüfte Löwen-Fans.

Auch das häufig unruhige Umfeld muss Bierofka für sich gewinnen. Das dürfte ihm als langjährigem Blauen nicht schwerfallen. Sein Kredit bei den Fans sollte immens sein. Als Aktiver war der dreimalige Nationalspieler einer, auf den immer Verlass war. Selbst an weniger guten Tagen gab er keinen Ball verloren, war ein Vorbild an Einsatzwillen und riss auch die Kollegen mit. Kurz: Bierofka war der Inbegriff des "Sechzig-Kampfschweins".

So einen wie sich selbst bräuchte er nun auch auf dem Feld - oder im Idealfall gleich elf von der Sorte. Schwappt der Funke über, könnte der Support von den Rängen das Team tragen. "Die Unterstützung der Fans ist brutal wichtig", betonte Bierofka bereits.

3. Offensiver agieren lassen

Bislang scheuten die Blauen das ganz große Risiko. Warum den Gegner nicht einfach mal früher attackieren und die Räume schon in der gegnerischen Hälfte verengen? So würde Sechzig selbst aktiv werden, das Heft in die Hand nehmen. Auch Kreuzer gibt diesen Weg vor: "Die Mannschaft hat zu viel reagiert, statt zu agieren. Da setzt Biero jetzt den Hebel an."

Sascha Mölders.

Nicht zufällig haben die Löwen abgesehen von den 3:2-Heimsiegen gegen Düsseldorf und Sandhausen seit November in keinem Spiel mehr als einen Treffer zustande gebracht. Bierofka deutete bereits eine offensivere Ausrichtung an: "Es kann auch sein, dass wir das System ein bisschen ändern." In der Regionalliga schickte er die kleinen Löwen oft im 4-3-3 aufs Feld. Sascha Mölders, zuletzt mehr und mehr vereinsamter Angreifer, würde sicher nichts gegen zwei echte Flügelstürmer an seiner Seite einzuwenden haben.

4. Stabilität in Defensive zurückgewinnen

Gewohntes Bild: Der Gegner jubelt.

In den vergangenen drei Auswärtsspielen ging Sechzig jeweils in Führung - nur um am Ende mit leeren Händen die Heimreise antreten zu müssen. Erschreckend war bei den 1:2-Niederlagen in Leipzig und Duisburg sowie dem 1:3 beim KSC, wie schnell sich der scheinbar stabile Defensivverbund in einen aufgescheuchten Hühnerhaufen verwandelte. Nach dem ersten Gegentreffer waren weitere Einschläge im Tor nur noch eine Frage der Zeit. Das unterstreicht, wie fragil sich das ganze Gebilde mittlerweile darstellt. Bierofka nimmt dabei nicht nur die Abwehrspieler in die Pflicht: "Wir müssen als Mannschaft agieren."

5. Stammelf finden und Selbstbewusstsein aufbauen

Die Zeit für Experimente ist längst abgelaufen. Vielmehr sollte der Trainer-Novize auf einen Stamm von Spielern setzen, denen er in den kommenden Wochen das volle Vertrauen schenkt. Bierofka legte sich bereits fest, dass keine weiteren Spieler aus dem Regionalliga-Kader aufrücken werden. Chris Schindler soll die Löwen als Kapitän durch die schweren Wochen führen: "Ich bin zu 100 Prozent von ihm überzeugt." Auch Maxi Wittek dürfte bei "Biero" nach überstandener Kapselverletzung eine wichtige Rolle zukommen: "Er verkörpert die Löwen."

Vitus Eicher (l.) und Stefan Ortega.

Ob die Torwart-Frage noch einmal auf den Tisch kommen wird, ließ Bierofka offen. Doch egal, ob er Stefan Ortega den Rücken stärkt oder Vitus Eicher das Vertrauen schenkt: Die Entscheidung sollte für den kompletten Saisonschlussspurt gelten. Der Trainer hält laut eigener Aussage "nichts von Aktionismus. Man muss der Mannschaft Halt geben, klare Vorgaben machen." Er will die Spieler stärken - damit sie es ihm gegen Braunschweig (hier im Live-Ticker) zurückzahlen können: "Brust raus, her mit dem nächsten Ball - diese Einstellung will ich am Sonntag sehen."

6. Auch bei Rückschlägen die Ruhe bewahren

Sechzig hat den Klassenverbleib nach wie vor in der eigenen Hand. Der Spielplan will es so, dass an den letzten beiden Spieltagen zwei echte Endspiele winken. In zwei Wochen kommt der SC Paderborn 07 nach München, sieben Tage später treten die Löwen zum Abschluss beim FSV Frankfurt an. Diese beiden Trümpfe haben Bierofka und Co. in der Hinterhand. Bedeutet: Gegen Braunschweig und beim FC St. Pauli können die Blauen ein formidables Finale vorbereiten. Deshalb sollte auch bei weiteren Rückschlägen gegen die Nordlichter der Glaube an die Rettung leben. Nur so lässt sich das zweite Happy-End binnen eines Jahres verwirklichen.

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