Sportchef Poschner über die Löwen-Krise 

Keine Garantie mehr für Moniz!

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Trainer ­Moniz (l.) mit Sportdirektor ­Poschner.

München - Bei den Löwen herrscht nach dem mageren Remis gegen Aufsteiger Darmstadt dicke Luft. Sportchef Gerhard Poschner will dafür keine Garantie abgeben.

Zwei Fernsehsender, Sky und Sport1, ließen am Sonntag nach dem 1:1 der Löwen gegen Darmstadt 98 mit der Meldung aufhorchen, dass die Tage von Ricardo Moniz offenbar gezählt seien. Bei Sky hieß es: „Aus jeder Ecke hört man, dass sich bei 1860 ein Trainerwechsel anbahnt."

Nun, am Montag leitete Moniz noch das Training, und zuvor stellte er sich auch den Fragen der Journalisten. „Die Dynamik, die das Thema bekommen hat, ist überraschend für mich“, sagte der Holländer, räumte aber durchaus ein, „dass wir alle unzufrieden sind, weil wir wieder keine drei Punkte geholt haben“.

Die große Frage: Sitzt Moniz auch beim nächsten Auswärtsspiel in St. Pauli noch auf der Löwen-Bank? Die Antwort von Sportchef Gerhard Poschner: „Im Fußball gibt es für nichts Garantien. Gerade in Situationen, die nicht zufriedenstellend sind.“ Klingt nicht gut für Moniz. Poschner weiter: „Wenn hier aktuell einer zufrieden ist, dann ist er fehl am Platz.“

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Gut, zufrieden ist auch Moniz nicht, aber er führt an, dass die Mannschaft in jedem der vergangenen drei Spiele „zurückgekommen ist“, dass „wir die Nummer 9 mit Okotie und die 10 mit Leonardo gut besetzt haben“, und fügt dann immerhin hinzu, „dass wir noch einige Schwachstellen haben“.

Poschner, der Moniz zehn Neuzugänge zur Verfügung gestellt hat, „die wir“, so der Trainer, „alle gemeinsam ausgewählt haben“, will von Schwachstellen eigentlich nichts hören. „Ich glaube, dass wir eine qualitativ sehr gute Mannschaft haben, aber es ist auch an der Zeit, dass diese Qualität sichtbar wird.“

Was den Sportchef wundert: „Wir waren in der Vorbereitung schon sehr stabil, aber jetzt erkenne ich keine Sicherheit mehr in der Mannschaft. Es gibt wenig Mechanismen, die greifen. Wenn wir das ganze Thema rein auf die Leistung runterbrechen, dann ist es nicht das, was wir und er (Moniz, d. Red.) uns erwarten.“ Zwar „schwärmt“ Poschner vom „Einsatz, der Energie und  Leidenschaft“ des Trainers, aber er kommt immer wieder auf einen Punkt zurück: „Die Leistung in allen Spielen war überwiegend nicht so, dass man zufrieden sein kann.“ Zumal man sich ja vor der Saison ganz was anderes vorgenommen hat. Ein Projekt, wie es immer so schön heißt. Poschner: „Und wir möchten vom Weg unseres Projektes nicht abkommen, aber im Moment  befinden wir uns auf einer Abbiegespur, von der ich nicht möchte, dass sie  in einer Sackgasse endet. Denn das, was wir im Moment spielen, ist sehr weit weg von dem, was wir uns alle wünschen.“

Und dann geht Poschner ins Detail. „Wir wollen nicht mehr offen sein wie ein Scheunentor“, sagte er, was ohne Zweifel als deutliche Kritik an der taktischen Ausrichtung von Moniz zu verstehen ist. Drei Stürmer und ein Zehner (Leonardo) sind offenbar zu viel an Angriffslust, auch wenn es bisweilen ganz nett anzusehen ist, was der Brasilianer mit dem Ball und seinen Gegnern so treibt. Die Defensive kann das aber  nicht auffangen.

Ob Moniz in dieser Hinsicht belehrbar ist? Der Trainer sagte am Montag: „Das Verhältnis zur Mannschaft und zum Sportdirektor ist meiner Ansicht nach perfekt. Der Prozess, um eine kreative Mannschaft aufzustellen, ist allerdings ein schwieriger. Aber ich bin ein Kämpfer.“

Und offenbar auch ein Optimist. Vor vier Tagen ist Moniz aus dem Hotel ausgezogen und hat eine Dreizimmerwohnung zur Miete bezogen… 

tz

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