Er hat weniger zu verlieren als die Spieler 

Kommentar: Heißsporn Bierofka als letzte Hoffnung

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Daniel Bierofka hat blaues Blut - Löwenblut!

München - Löwen-Reporter Ludwig Krammer analysiert in seinem Kommentar die Geschehnisse rund um den Trainerwechsel von Möhlmann zu Bierofka bei den Löwen. Er meint: Die Spieler haben mehr zu verlieren als der neue Coach.

Zu Saisonbeginn war es noch einer der zahlreichen Running Gags an der Grünwalder Straße: „Dua fei ned z’oft gwinna mit deiner U 21, Biero!“, rief ein langjähriger Fan Daniel Bierofka zu. „Sonst muaßt bald du den Cheftrainer macha bei unsere Profi-Hanswurschten – so schnell konnst gor ned schaugn…“

Seit Dienstag ist der Witz Realität beim TSV 1860. Nach Benno Möhlmanns fast schon erbettelter Beurlaubung soll der 37-jährige Bierofka die Löwen in den verbleibenden vier Punktspielen wenigstens noch auf den Relegationsplatz hieven. Kein unmögliches Unterfangen bei zwei Punkten Rückstand auf Rang 16 und direkten Duellen gegen die Konkurrenten Paderborn und Frankfurt.

Bilder: Möhlmann verabschiedet sich - Erstes Biero-Training

Bierofkas Beförderung ist nach 30 Spieltagen und 25 Punkten der letzte Strohhalm, an den sich die Löwen-Verantwortlichen klammern. Nach dem besonnenen Möhlmann, der sich zuletzt mit öffentlich geäußerten (Selbst)zweifeln in selten erlebter Form für den Abstiegskampf disqualifiziert hatte, vertraut die Klubführung nun auf den Heißsporn Bierofka, dem es zumindest nicht an der nötigen Leidenschaft und Identifikation fehlt. Mit zahlreichen aktuellen Profis hat der ehemalige Außenstürmer noch zusammengespielt – „gemeinsam durchs Feuer“ wäre ein passender Slogan (oder Hashtag) für die entscheidenden Wochen dieser so vorhersehbar fürchterlichen Saison. 

Die Geschehnisse an der Grünwalder Straße am Dienstag zum Nachlesen im Ticker

Darin liegt auch der Unterschied zum erfolglosen Abstiegskampf 2004, als die Löwen mit dem alten Helden Gerald Vanenburg vier Spieltage vor Schluss einen ebenso ehrgeizigen wie unkundigen Feuerwehrmann verpflichteten. Bierofka dagegen kennt seine Pappenheimer, er sollte wissen, auf wen er sich jetzt noch verlassen kann. Ein weiterer Punkt: Das Brandzeichen eines möglichen Abstiegs wäre für ihn nicht karrierevernichtend groß. Was sich über die 1860-Profis pauschal keineswegs behaupten lässt.

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

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