Youngstern droht die Bank

Kowarz wie ein Löwe: So plant er den ersten Sieg

+
Trägt in Fürth die Verantwortung für das Löwen-Rudel: Kurt Kowarz (M., hier mit Necat Aygün und Collin Benjamin, r.) springt für Trainer Benno Möhlmann ein.

München - Völlig unverhofft rutscht Kurt Kowarz in die Rolle als Interims-Trainer bei Sechzig. Gegen Fürth ist der Ex-Keeper gleich doppelt motiviert. Beim Gegner schrillen schon die Alarmglocken.

Bei den Löwen jagt derzeit eine Premiere die andere. Am Montag gab Benno Möhlmann beim 0:1 gegen den KSC sein Debüt an der Seitenlinie, vier Tage später feiert Kurt Kowarz seine Feuertaufe beim Vorletzten der 2. Liga. Der eigentliche Torwart-Trainer springt ein, weil Möhlmann nach einer Gallenblasen-OP noch das Krankenhaus-Bett hüten muss. An der Motivation des Chefs für ein Spiel dürfte es beim Auftritt bei Greuther Fürth nicht hapern. Denn der 57-Jährige stellt klar: "Ich will den Löwen in mir zum Ausdruck bringen. Ich lebe das!."

Dank seiner aktiven Zeit beim 1. FC Nürnberg zwischen 1988 und 1994 verbindet Kowarz auch mit dem Freitag-Gegner eine besondere Beziehung. „Als ich beim Club war, habe ich die Rivalität zwischen beiden Vereinen gelebt. Mittlerweile ist mir das aber ein Stück weit zu emotional“, erläutert der Ex-Keeper seine Gefühlslage.

Die Einstellung wird auch bei den Sechzig-Profis eine Grundvoraussetzung sein, um den leidensfähigen Fans endlich den ersten Dreier der Saison zu bescheren. Zeit wird's! Denn seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 rauschten alle nach zwölf Ligaspielen noch sieglosen Zweitligisten am Ende der jeweiligen Saison hinab in die Drittklassigkeit.

Degenek drängt in die Startelf

Kowarz wird im Grunde den Spielern vertrauen, die bei Möhlmanns Debüt vergeblich anrannten. Einzig Milos Degenek kehrt nach abgesessener Gelb-Sperre in die Startelf zurück. Für den U23-Nationalspieler Australiens muss einer der Youngster weichen. Darf Degenek auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld ran, trifft es Emanuel Taffertshofer. Beordert Kowarz den 21-Jährigen jedoch in die Abwehrkette, muss sich Sertan Yegenoglu mit der Zuschauerrolle begnügen.

Der Türke hatte mit seinem Fehlpass den entscheidenden KSC-Treffer eingeleitet. Kowarz bricht deshalb aber noch lange nicht den Stab über Yegenoglu: „Sertan hat ansonsten sehr gut gespielt und ist eine Alternative.“ Letzteres gilt auch für Rodnei, der aber keine Option für die Anfangsformation sein wird. „Er trainiert wieder, hat aber noch Rückstand“, erklärt Kowarz.

Schick! Neue Anzüge für die Löwen

Weit mehr Veränderungen plant Stefan Ruthenbeck. Der Fürther Trainer grantelt nach dem 0:5 gegen Bochum und dem 2:5 in Freiburg: „Wir sind zum Siegen verdammt nach den letzten beiden Spielen.“ Er sehe „null Komma null Grund, den Gegner zu unterschätzen“. Klingt fast so, als stünde der Tabellen-Achte mit dem Rücken zur Wand. Gewinnt Sechzig erstmals in dieser Saison, würde beim Kleeblatt wohl so richtig der Baum brennen. Und für die Blauen wäre es die nächste Premiere in der Woche der Premieren.

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare