Fehler der Vergangenheit rächen sich

Die Lage bei 1860: Beängstigend - und hoffnungslos?

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Immer das gleiche Bild: Bediente Löwen (v. l. Mugosa, Eicher, Adlung, Claasen und Mvibudulu) nach dem Abpfiff, dieses Mal in Fürth Foto: Sampics

München - Die Lage der Löwen wird immer schlimmer: Niederlage reiht sich an Niederlage, die Fans werden immer wütender und Ideen, wie man aus der Krise kommen könnte, fehlen.

Gegen eins kann man wirklich nichts sagen: Den vorletzten Tabellenplatz verteidigen die Löwen mit absoluter Vehemenz. Daran hat auch die zweite Niederlage seit dem Trainerwechsel, das 0:1 in Fürth, nichts geändert. Den MSV Duisburg hält man weiter auf Distanz, auch wenn das mittlerweile nur noch auf Grund des besseren Torverhältnisses der Fall ist. Aber was hilft’s? Nach wie vor sehen die Regularien der DFL vor, dass zwei Vereine in die Dritte Liga absteigen – und in dieser Verlosung befindet sich der Deutsche Meister von 1966 akuter denn je. Ein gutes Drittel der Saison ist erst vorüber, und die Lage erscheint schon mehr oder weniger hoffnungslos.

Nach zwölf Spieltagen hat man immer noch keinen Sieg eingefahren, der neue Cheftrainer Benno Möhlmann fällt wegen einer Gallenoperation weiterhin aus, mit sieben Treffern hat man die wenigsten Tore der gesamten Liga erzielt, und es werden brav immer wieder die gleichen Fehler gemacht. „Auch in Fürth haben wir nach dem Wiederanpfiff die ersten Minuten verschlafen und den Gegentreffer kassiert“, ärgerte sich Interimscoach Kurt Kowarz. Eine Entwicklung zur Besserung ist bei den Löwen schon lange nicht mehr zu erkennen.

Immer mehr rächt sich die stümperhafte Herangehensweise der Führungsverantwortlichen, was die Planung für die neue Saison im vergangenen Sommer betrifft. Obwohl man in der Relegation dem Teufel gerade noch von der Schaufel gesprungen ist, gab es ewig lang keine Neuzugänge. Und jene fünf, die man danach einsammelte, sind fast alle keine Verstärkungen. Ausnahme Michael Liendl: Der Österreicher war an den vier guten Möglichkeiten, die sich 1860 in Fürth boten, maßgeblich beteiligt.

Bilder und Noten: 1860 verliert wieder - Vier Mal die Fünf

Reicht nicht. Jetzt steht man vor einem Scherbenhaufen, weil entscheidende Positionen in der Führung fehlbesetzt sind oder nur mit halbem Herzen installiert wurden. Noor Basha, neben Markus Rejek einer der beiden Geschäftsführer, die öffentlich die Verantwortung für den Sport von sich weisen, bekam in Fürth die Wut der Löwenfans lautstark zu spüren, als er sich in deren Kurve blicken ließ. „Wir müssen Ruhe bewahren“, entgegnete er den mitgereisten Anhängern. Hilflosigkeit pur.

Auch was die Zukunft anbelangt. Etliche Verträge laufen aus, von Pleite zu Pleite tut man sich schwerer, in dieser Hinsicht aktiv werden zu können. Die angekündigte Verlängerung mit Marius Wolf lässt immer noch auf sich warten. So dürfte der TSV 1860 mit Wolf und Maxi Wittek erneut zwei Talente ablösefrei verlieren, es sei denn, man findet im Winter noch den ein oder anderen Käufer.

„Schöne“ Aussichten für den neuen Präsidentschaftskandidaten, dessen Name im Laufe der Woche vom Verwaltungsrat preisgegeben werden soll. Nach monatelangem Suchen scheint es jetzt voraussichtlich doch auf den Reinigungsunternehmer und langjährigen Löwen-Sponsor Hans Sitzberger hinauszulaufen. Angesichts der unterschiedlichen Vorstellungen im Verwaltungsrat soll es für ihn den größten gemeinsamen Nenner geben. Soll man ihn beglückwünschen? In dieser Situation als Präsident einzusteigen, erfordert Mut. Denn neben den üblichen Schwierigkeiten – vor allem das von Wirrwarr geprägte Miteinander mit Investor Hasan Ismaik – setzt er sich der Gefahr aus, bald einen Absteiger anzuführen.

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