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Trainer, Präsidenten und Bilanzen

Zehn Jahre 2. Liga: Die Löwen-Bilanz - Teil 1

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Der Löwe im tristen Zweitliga-Alltag: Seit 2004 träumen die Fans vom TSV 1860 vom Wiederaufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga.

München - Seit 2004 sitzen die Löwen in der 2. Bundesliga fest, die zehnte Saison läuft. Wir blicken zurück. Im ersten Teil geht es um Trainer, Präsidenten und die bisherigen Saison-Bilanzen.

Zehn Jahre sind eine Menge Holz. Rechnen wir zurück und blicken ins Jahr 2003, woran erinnern Sie sich? Den Start von "Deutschland sucht den Superstar"? Den Absturz der US-Raumfähre "Columbia"? Den Box-Kampf zwischen Vitali Klitschko und Lennox Lewis? Der Löwen-Fan erinnert sich vor allem an eine Sache: die bisher letzte Spielzeit des TSV 1860 in der 1. Liga ...

Ja, die Löwen spielen 2013/2014 bereits ihre zehnte Saison in Folge im Unterhaus, sind damit aktuell der Zweitliga-Dino. Kein anderer Verein steckt länger in Deutschlands zweithöchster Spielklasse fest. Wir ziehen Bilanz und blicken auf die Zahlen und Fakten aus zehn Jahren Zweitklassigkeit. In Teil 1 beschäftigen wir uns mit den Trainern, Zuschauerzahlen sowie Saison- und Transferbilanzen.

Trainer

Im Sommer 2004 verpflichteten die Löwen Rudi Bommer als neuen Trainer. Er sollte den Betriebsunfall Abstieg korrigieren. Doch nach fünf Monaten (152 Tagen) war bereits Schluss, Bommer musste wegen peinlicher Ergebnisse gehen. Weitere sieben vorzeitige Trainer-Abschiede sollten folgen an der Grünwalder Straße, einer davon auf Wunsch des Fußball-Lehrers selbst (Ewald Lienen bat um die Vertragsauflösung, um nach Griechenland zu wechseln). Die kürzeste Amtszeit war die von Uwe Wolf (77 Tage), die längste Reiner Maurers zweiter Anlauf (871 Tage). Friedhelm Funkel ist bereits der neunte Trainer, der Sechzig wieder in Liga eins führen soll.

Saisonbilanzen

Nur einmal klopften die Löwen wirklich an der Tür zur 1. Liga an - das war in der ersten Zweitliga-Spielzeit 2004/2005. Nur vier Punkte fehlten 1860 am Ende auf Eintracht Frankfurt, Sechzig beendete die Saison auf Rang vier. So startete man als einer der Topfavoriten auf den Aufstieg in die nächste Saison und wurde dem Anspruch zunächst gerecht. Tabellenführer nach drei Spieltagen, am 11. Spieltag immer noch auf Rang drei - doch dann kam der Absturz. Am Ende schaffte 1860 mit nur einem Zähler Vorsprung den Klassenerhalt, schloss 2006 auf Rang zwölf ab.

Danach folgte eine wahre Achterbahnfahrt in der Tabelle. Nach unten wurde es 2008/2009 erneut knapp, am Ende fehlten nur drei Punkte zum Abstieg. Vom  Relegationsrang zum Aufstieg (1. FC Nürnberg) trennten die Löwen sage und schreibe 21 Punkte! 2011/2012 war es noch einmal vergleichsweise knapp im Aufstiegskampf, als auf Fortuna Düsseldorf nur fünf Punkte fehlten. Dennoch platzten seit 2005 die Aufstiegsträume bei den Löwen stets (weit) vor dem letzten Spieltag ...

Zuschauerzahlen

Nach dem Abstieg zog man ins altehrwürdige Grünwalder Stadion, um sich so auf die Wurzeln zu besinnen und um den Wiederaufstieg zu kämpfen. Der Zuschauerschnitt war entsprechend niedrig (19.775), doch die Auslastung der Stadionkapazität lag bei beeindruckenden 92,96 Prozent. Dann wechselten die Blauen in die Allianz Arena um und erlebten einen Zuschauerboom: 41.371 Zuschauer im Schnitt - Vereinsrekord. Zwei Jahre lang sollte der Höhenflug anhalten, ehe der Arena-Tourismus den ausbleibenden Erfolg nicht mehr kompensieren konnte. Den (bisherigen) Tiefpunkt markiert die Spielzeit 2010/2011, als nur noch 19.762 Fans den Weg nach Fröttmaning fanden (Stadion-Auslastung: 28,64 Prozent).

Danach stiegen die Zahlen wieder etwas an. Die Fans hofften durch den Einstieg des Investors Hasan Ismaik im April 2011 auf bessere Zeiten. Sportlich stabilisierte sich der TSV tatsächlich, reihte sich zweimal in Folge auf Platz sechs ein. Doch entscheidend konnte man nicht ins Aufstiegsrennen eingreifen. In der aktuellen Saison stehen die Zeichen auf einen erneuten Tiefpunkt des Zuschauerschnitts...

Bislang war die Allianz Arena viermal bei Löwen-Spielen ausverkauft:

  • 09.09.2005: TSV 1860 - Dresden (66.000 Zuschauer)
  • 16.03.2007: TSV 1860 - Augsburg (69.000 Zuschauer)
  • 27.02.2008: FC Bayern - TSV 1860* (69.000 Zuschauer)
  • 24.09.2013: TSV 1860 - Dortmund* (71.000 Zuschauer)

* DFB-Pokal

Präsidenten

Sieben Präsidenten versuchten sich bislang auf dem Chefsessel an der Grünwalder Straße seit dem Abstieg. Auf Karl-Heinz Wildmoser folgte noch vor dem Sturz in Liga Zwei der Metzgermeister Karl Auer, der nach fast genau zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Auer wirkte des öfteren überfordert mit dem Amt, genoss bei den Fans und Medien auch nicht sonderlich viel Respekt. 2006 folgte ihm der Banker Alfred Lehner. Danach versuchten es noch Albrecht von Linde (Unternehmer), Rainer Beeck (Prokurist der Flughafen München GmbH), Dieter Schneider (u.a. Autohändler) und der 104-Tage-Präsident Hep Monatzeder (Dritter Bürgermeister Münchens). Der bei den Fans wohl beliebteste Oberlöwe ist der aktuelle Amtsinhaber Gerhard Mayrhofer, der durch seine kompromisslose Herangehensweise das kränkelnde System 1860 reformieren möchte.

Hier geht`s zum zweiten Teil!

Lesen Sie am Freitag den zweiten Teil der großen Löwen-Bilanz!

von Florian Weiß

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