Abstiegskampf in der 2. Liga voller Dramatik

Gut für die Löwen: Düsseldorf verliert

+
Fortuna Düsseldorf unterlag in Fürth.

München - Klare Fronten an der Spitze, Dramatik im Keller und Wirbel um ein „Phantomtor“: Die 2. Liga steuert auf ein Herzschlagfinale zu - zumindest was den Abstiegskampf betrifft.

Während es auf den Aufstiegsrängen trotz schwächelnder Top-Teams nur noch um die Reihenfolge des Zieleinlaufs geht, spitzt sich die Lage am anderen Ende der Tabelle immer mehr zu.

Gewinner des Spieltags sind ausgerechnet Schlusslicht MSV Duisburg und der SC Paderborn. Für helle Aufregung sorgte vor allem der glückliche 2:1-Sieg des MSV gegen 1860 München. Die Löwen reichten nach einem „Phantomtor“ der Duisburger Protest ein.

Es gebe in der 2. Bundesliga zwar keine Torlinientechnologie, sagte 1860-Sportdirektor Oliver Kreuzer, „aber die Fernsehbilder zeigen zu 99,9 Prozent, dass der Ball nicht hinter der Linie war“. Der Ball war beim Kopfballtreffer zum Ausgleich durch Thomas Bröker (73.) vom Innenpfosten Richtung Linie gesprungen, ehe Löwen-Torhüter Stefan Ortega den Ball wegfaustete.

Sollte es nach der Tatsachen-Entscheidung von Schiedsrichter Thorben Siewer - wie erwartet - bei der Wertung des Spiels bleiben, wäre Duisburg durch den zweiten Sieg in Serie mit 25 Punkten plötzlich wieder dick im Geschäft. „Wir haben uns eine tolle Ausgangsposition erarbeitet und wenn wir so weiterspielen, können wir das packen“, sagte Bröker.

Dies gilt auch für Paderborn (27 Zähler), das mit dem enorm wichtigen 2:0-Erfolg beim FSV Frankfurt nicht nur das Debüt von Falko Götz auf der FSV-Trainerbank verdarb, sondern die Hessen (29 Punkte) wieder mit in den Abstiegsstrudel hineinzog.

„Wir haben an vielen Stellschrauben gedreht und viel investiert“, sagte Paderborns Coach Rene Müller: „Es werden aber weiterhin nervenaufreibende Wochen für uns bleiben.“ Trainerkollege Götz wollte seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen: „Wir waren nicht wirklich die schlechtere Mannschaft. Es ist extrem unglücklich für uns gelaufen.“

Fortuna Düsseldorf konnte aus dem gegenseitigen Punkteklau der Konkurrenz keinen Profit schlagen. Das Team von Friedhelm Funkel unterlag bei der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag 1:3 (1:3) und gerät mit 28 Punkten und Platz 15 in immer größere Abstiegsnot.

Im Kampf um den Aufstieg herrschte am Wochenende derweil Stillstand. Nachdem RB Leipzig durch eine überraschende Heimpleite (0:1 gegen SV Sandhausen) die Vorentscheidung auf dem Weg zur Vollendung des Projekts Bundesliga-Aufstieg verpasst hatte, musste auch der 1. FC Nürnberg Federn lassen.

Der Club kassierte beim Karlsruher SC (1:2) schon die zweite Niederlage in Folge, muss sich angesichts des komfortablen Vorsprungs von sieben Zählern auf den neuen Vierten FC St. Pauli (2: 0 gegen Bochum) aber keine Sorgen um den Relegationsplatz machen. Auch nach oben geht angesichts der sechs Punkte Rückstand auf Leipzig wohl nichts mehr.

Großer Profiteur von den Patzern der Verfolger könnte Spitzenreiter SC Freiburg werden. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich kann am Montag in Braunschweig den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf neun Punkte vergrößern - der direkte Wiederaufstieg wäre den Breisgauern vier Spieltage vor dem Ende wohl nicht mehr zu nehmen.

#

Team

Sp

S

U

N

T

G

Diff

P

letzte 5 Matches

1

SC Freiburg

29

19

5

5

65

34

+31

62

WWWWW

2

RB Leipzig

30

19

5

6

50

29

+21

62

LWWLW

3

1. FC Nürnberg

30

16

8

6

59

36

+23

56

LLWWW

4

FC Sankt Pauli

30

14

7

9

39

33

+6

49

WLDWL

5

VfL Bochum

30

12

11

7

49

33

+16

47

LWLDW

6

1. FC Union Berlin

30

11

10

9

51

41

+10

43

WWDWL

7

SpVgg Greuther Fürth

30

12

7

11

43

45

-2

43

WWLDW

8

Karlsruher SC

30

11

9

10

30

33

-3

42

WDWLD

9

Heidenheim

30

10

11

9

37

33

+4

41

LDWDD

10

Eintracht Braunschweig

29

10

9

10

36

30

+6

39

DWLLD

11

1. FC Kaiserslautern

30

10

8

12

39

39

+0

38

WDWLL

12

Sandhausen

30

11

6

13

36

42

-6

36

WLLLW

13

Arminia Bielefeld

30

6

16

8

30

35

-5

34

LWDDL

14

FSV Frankfurt

30

7

8

15

30

52

-22

29

LLLDL

15

Fortuna Düsseldorf

30

7

7

16

27

44

-17

28

LLDWL

16

SC Paderborn 07

30

6

9

15

26

50

-24

27

WLLDW

17

TSV 1860 München

30

5

10

15

27

44

-17

25

LLLDL

18

MSV Duisburg

30

5

10

15

27

48

-21

25

WWLDW

sid

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Ex-Löwe Pentke im tz-Interview: „Bei uns ist immer Spektakel“
Ex-Löwe Pentke im tz-Interview: „Bei uns ist immer Spektakel“

Kommentare