Noch vier Abstiegsendspiele

Existenzkampf pur: Löwen in höchster Not

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Enttäuschte Löwen verlassen das Feld in Duisburg.

München - Vor den „Löwen“ stehen vier Endspiele. Im Kampf um den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga geht es für 1860 im Grunde nur noch um das Erreichen des Relegationsrangs.

Im Existenzkampf der 2. Bundesliga ringen die „Löwen“ um ihre letzte Chance. Nach dem fünften sieglosen Spiel in Serie geht es für den akut abstiegsgefährdeten TSV 1860 München realistisch nur noch um das Erreichen des Relegationsplatzes. Das Zitterduell gegen Eintracht Braunschweig am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) ist das erste von vier echten Endspielen. „Wir sind in einer Situation, die sehr, sehr eng ist“, räumte Benno Möhlmann ein.

Trotz der 15. Saisonniederlage und dem Sturz auf den vorletzten Tabellenrang muss der 61 Jahre alte Trainer den Mutmacher mimen. „Wir sind noch nicht raus“, erklärte Möhlmann. Mit 25 Punkten hat der Traditionsverein aber schon zwei Zähler Rückstand auf Relegationsrang 16. Die Lage ist noch prekärer als in der vergangenen Saison, als die Münchner am Ende nur knapp die Relegation überstanden. 2014/15 hatten sie nach 30 Spieltagen immerhin 30 Punkte auf ihrem Konto.

Löwen legen Protest ein

Der wachsende Frust der „Löwen“ drückt sich auch in dem angekündigten Protest gegen die Wertung des 1:2 am Freitagabend bei Schlusslicht MSV Duisburg aus. Der Verein bezieht sich auf das 1:1 der Duisburger durch Thomas Bröker (73. Minute), als kaum zu erkennen war, ob der Ball tatsächlich die Torlinie überquert hatte.

„Es gibt in der 2. Bundesliga ja keine Torlinientechnologie, aber die Fernsehbilder zeigen zu 99,9 Prozent, dass der Ball nicht hinter der Linie war“, behauptete Sportdirektor Oliver Kreuzer. Der beabsichtigte Einspruch dürfte nicht mehr als ein Signal des Widerstands sein. „Wir wissen natürlich, dass es sich um eine Tatsachenentscheidung handelt. Wir werden trotzdem auf jeden Fall einen Schriftsatz an den DFB schicken“, erklärte Kreuzer. Die zweite Liga hatte sich Ende 2014 wegen angeblich zu hoher Kosten gegen die Torlinientechnik ausgesprochen.

Sechzig verliert unglücklich beim MSV - nur zweimal die Note 3

Die Enttäuschung bei den Münchnern ist nach der nächsten mageren Vorstellung immens. Der Verdruss über die Leistung der Schiedsrichter ebenso. „Es sind jedes Mal Fehler und diesmal auch Fehlentscheidungen, die uns das Genick brechen“, schimpfte Möhlmann nach der missglückten Dienstreise nach Duisburg.

Torwart Ortega schimpft in Richtung Schiedsrichter

Torwart Stefan Ortega, der den Ball in der hochumstrittenen Szene von der Linie gekratzt hatte, schimpfte in Richtung der Referees um Thorben Siewer: „Bei aller Liebe: Wie will er das gesehen haben? Von uns wird professionelles Verhalten verlangt, also sollte man es auch von den Schiedsrichtern erwarten können.“ Michael Liendl (64.) hatte die Sechziger mit einem herrlichen Fernschuss in Führung gebracht, das Siegtor für die Gastgeber schoss Victor Obinna (85.).

Möhlmann erwartet von seiner Mannschaft nun eine klare Reaktion. „Wir müssen uns jetzt auf die Brust klopfen und sehen, dass es so nicht geht“, betonte er. Besonders die Einstellung nach dem Führungstor seiner Mannschaft machte Möhlmann zu schaffen: „Nach dem 1:0 haben wir nicht genug nachgelegt. Wir führen, bringen es dann aber nicht zu Ende. Das ist es, was uns letztlich die Punkte kostet.“

dpa

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