Löwen-Präsident Mayrhofer freut sich

"Das war ein Zeichen, dass dieser Verein lebt!"

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So bejubelte Gerhard Mayrhofer den Erfolg gegen Nürnberg.

München - Die Löwen leben noch! Das ist das Fazit nach 90 aufreibenden Minuten gegen den 1. FC Nürnberg. Eine wichtige Erkenntnis: Sechzig kann tatsächlich zwei Mal in Folge gewinnen.

Es hätte eine Beerdigung erster Klasse werden können in der mit 68 500 Zuschauern gefüllten Arena. Als Nürnbergs Dave Bulthuis in der 85. Minute zum vermeintlichen 2:2 getroffen hatte, herrschte eine Stimmung wie auf dem Zentralfriedhof. Was dann passierte, ließ Club-Sportchef Martin Bader später wutschnaubend durch den Business-Bereich stapfen („Unglaublich! Wie kann man sowas zurückpfeifen?), Trainer Rene Weiler rang auch noch auf dem Pressepodium um Worte. „Das war eigenartig“, sagte der Schweizer. „Der Schiedsrichter hat zu mir gesagt, dass es Abseits gewesen sei, aber die TV-Bilder haben ein reguläres Tor bestätigt. Derjenige, der das Tor nicht gegeben hat, muss sehr viel Fantasie haben. Da kommt man schon auf komische Gedanken.“ Bis hin zu wilden DFL-Verschwörungstheorien gingen die Diskussionen um Schiri Dr. Drees und seine Assistenten später im Presseraum. Den Löwen und ihren Fans konnte das alles herzlich egal sein. Trainer Torsten Fröhling meinte nur: „Ich habe zuvor beim Foul gegen Valdet Rama einen zweiten Elfmeter für uns gesehen.“ Ausgleichende Ungerechtigkeit?

Bilder: 1860 schlägt Nürnberg - nur einer bekommt Note 2

„Ich bin glücklich. Es war ein Kampfspiel. Das Problem ist nur, wir müssen weiterpunkten“, meinte Fröhling mit Blick auf das letzte Saisonspiel beim Karlsruher SC. Dass die Konkurrenz aus Aue und Frankfurt ihre Auswärtspartien in Heidenheim und Düsseldorf verliert – auf dieses Traum-Szenario wollte der Löwen-Coach verständlicherweise nicht öffentlich hoffen. Zumal in Karlsruhe Gary Kagelmacher und Valdet Rama gelbgesperrt fehlen werden und Gui Vallori fraglich ist. Fröhlings ehrliches Fazit der Partie: „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Dann fällt auch noch das 0:1 kurz vor der Pause (Stark, 45.). Kompliment an meine Mannschaft, wie sie in der zweiten Halbzeit gefightet und das Spiel gedreht hat. Für die Statistiker soll nicht unerwähnt bleiben, dass wie in dieser Saison das erste Mal zwei Spiele hintereinander gewonnen haben.“

Valloris Kopfballtreffer nach einer Freistoßflanke von Adlung (56.) ließ die Arena zum ersten Mal erbeben, nachdem 1860 in Durchgang eins keinen einzigen Schuss aufs Tor gebracht hatte. Adlung war es auch, der den von Stark verschuldeten Handelfmeter in der 72. Minute souverän verwandelte. Dann kam Bulthuis, die große Ernüchterung – und schließlich Dr. Drees.

„Es war der reine Nervenkrieg, aber das ist Abstiegskampf“, sagte Präsident Gerhard Mayrhofer nach dem Schlusspfiff mit einem Lächeln der Erleichterung. „Der Sieg war extrem wichtig für uns, aber jetzt geht es nach Karlsruhe, das wird ein heißer Tanz. Nach den 90 Minuten heute muss ich unserer Mannschaft ein Kompliment machen. Großartig, wie sie sich zurückgekämpft hat. Was wir heute erlebt haben, diese Stimmung, diese Unterstützung – das war ein Zeichen, dass dieser Verein in dieser Stadt lebt.“ lk

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