Pokalhelden wollen Schwung mitnehmen

"Nur auf die Fresse gekriegt" - 2:0 als Sieg gegen die Kritiker

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So sehen Sieger aus: Die Löwen bejubeln ihren Pokal-Coup gegen Hoffenheim.

München - Bei einer Niederlage wäre es wohl sein erstes und letztes Saisonspiel gewesen, insofern dürfte Pokal-Torwart Stefan Ortega an diesem Samstag der glücklichste aller glücklichen Löwen gewesen sein.

Update vom 26. Oktober: Das wird eine hammerharte Aufgabe für den TSV 1860 München. Am Dienstagabend müssen die Löwen in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim FSV Mainz 05 ran. Mainz hat die letzten beiden Spiele gegen Dortmund und Bremen verloren. Auch die Löwen kassierten zuletzt zwei Niederlagen - und rangieren auf dem vorletzten Tabellenplatz der zweiten Liga. Ob es für die Löwen am Bruchwegstadion viel zu holen gibt? Wie Sie das Spiel Mainz 05 gegen 1860 München live im TV und Live-Stream sehen können, haben wir bereits zusammengefasst.  

 „Wenn man gegen einen Bundesligisten gewinnt und eine Runde weiterkommt, dann darf man schon zufrieden sein“, parierte der 22-Jährige die Komplimente mancher Medienvertreter. Und damit war das Thema des Abends angerissen, das Ortega in der Folge mit trotziger Freude bearbeitete.

"Lass die komischen Leute mal reden und zeigt es denen mal"

„Dass wir nicht ganz blind sind, ist uns allen klar. Es hat schon einen Grund, dass wir zumindest in der Zweiten Liga spielen und dazu auch eine Berechtigung haben, den Beruf auszuüben“, konterte er die Kritik der vergangenen Wochen und Monate. „Wir haben in der letzten Zeit immer nur auf die Fresse gekriegt, haben uns irgendwie gerettet. Jetzt sind wir recht schlecht gestartet, da sagt man sich auch irgendwann: Lass die komischen Leute mal reden und zeigt es denen mal. Für mich kam der Sieg nicht überraschend.“

Schau her! Sind die komischen Leute, die ständig nach ausbleibenden Zugängen fragen und fehlende Torgefahr diagnostizieren, also doch zu was gut. Ob Ortega auch Trainer Torsten Fröhling dazuzählt? „Wir wollen gezielte Verstärkungen haben“, wiederholte der Coach am Samstag. „Unter der Woche im Training können wir ja kaum elf gegen elf spielen.“

Gegen Hoffenheim (hier geht's zum Spielbericht) standen am Ende als Sturmduo Fejsal Mulic und Stephane Mvibudulu auf dem Platz. Zumindest die Defensive erfüllt die Ansprüche. „Wenn wir so kompakt stehen, dann ist es egal, ob es gegen Kevin Volland oder Kevin Kurányi geht“, meinte Kapitän Christopher Schindler. Marius Wolf ergänzte: „Man sieht, dass jeder für jeden kämpft. Wir haben in 90 Minuten fast nichts zugelassen. Das ist schon stark gegen einen Erstligisten.“

Eine 2+ und eine 4 - die Noten für die Pokal-Löwen gegen Hoffenheim

Gegen Hoffenheim kamen zum tadellosen Verteidigen auch die Nadelstiche, von denen in der Liga bislang wenig zu sehen war. „Ich bin glücklich, dass wir ein positives Ergebnis liefern konnten, darauf kommt es an im Fußball“, sagte Schindler und blickte voraus auf das Spiel in Nürnberg am nächsten Montag: „Jetzt müssen wir den Schwung in die Liga mitnehmen, dürfen keinen Zentimeter abrücken. Wir haben eine lange Trainingswoche. Wir werden hart arbeiten, um auch in der Liga endlich ein Erfolgserlebnis zu feiern.“

Im Gegensatz zu Hoffenheim ist der Club im Rhythmus, die Franken treten Montag um 18.30 Uhr zum Pokalspiel beim VfR Aalen an. Fröhlings Ansage: „Wir müssen weiter so geschlossen auftreten, denn wir haben in der Liga noch null Punkte.“ Dieses „noch“ hat seit Samstag einen anderen, trotzig-zuversichtlichen Klang bekommen.

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