Trainerdiskussion bei 1860

Meisterlöwe Grosser ergreift Partei für Moniz

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Peter Grosser hält die Diskussion um Trainer Ricardo Moniz für verfrüht.

München - Erst vier Spieltage ist die Zweitliga-Saison alt - und bei 1860 wird schon über den Trainer diskutiert. Ist Moniz mit dem Negativ-Startrekord noch zu halten? Ein Meister-Löwe von 1966 ergreift nun Partei für ihn.

Zwei Punkte aus den ersten vier Spielen, kein Sieg, Drittletzter - Ricardo Moniz hat mit den Löwen den schlechtesten Saisonstart in der Löwen-Historie hingelegt. Kein Wunder, dass bei dem ein oder anderen aus der 1860-Vorstandsetage die Alarmglocken schrillen. Zehn neue Spieler hat Gerhard Poschner seinem ebenfalls im Sommer neu eingestellten Trainer zur Verfügung gestellt - doch die Leistungen auf dem Platz stellen den Sportchef nicht zufrieden: "Das, was wir momentan spielen, ist meilenweit weg von dem, was wir uns alle wünschen, inklusive dem Trainer.“ Das von Moniz' vor der Saison ausgegebene Ziel - "Wir wollen Meister werden" - droht zum Bumerang zu werden.

Grosser: "Gebt Moniz Zeit"

Doch Moniz hat auch noch Fürsprecher. Peter Grosser, Kapitän der Meistermannschaft von 1966 und inzwischen 75 Jahre alt, ergreift Partei für den Niederländer. "Gebt Moniz Zeit", fordert er in der "Bild".

Grosser findet den aktuellen Zustand bei den Löwen nur logisch: "Bei 1860 ist im Moment alles neu. Der neue Trainer muss zehn Neuzugänge einbauen. Darunter sind viele, viele Ausländer, die viel Qualität haben. Aber die müssen sich zunächst einmal hier zurechtfinden und das dauert seine Zeit. Niemand kann erwarten, dass sie jetzt sofort jedes Spiel gewinnen."

Dass Poschner fehlende Mechanismen im Löwen-Spiel und die mangelnde Sicherheit bemängelt, findet Grosser nicht fair. "Alle sind ungeduldig, das kennt man ja. Aber eine Mannschaft zu formen ist eine Mammutaufgabe und dafür braucht man nun mal Zeit“, weiß er.

Kritik am Umgang mit Julian Weigl

Natürlich ist sich Grosser bewusst, dass man bei ausbleibendem Erfolg reden müsse. "Aber das ist jetzt noch zu früh", findet der Meisterlöwe.

Kritisch findet allerdings auch Grosser den Umgang von Moniz mit Toptalent Julian Weigl. Der wurde zunächst zum bislang jüngsten Löwen-Kapitän aller Zeiten berufen, dann aber nach der "Party-Affäre" suspendiert: "Er hat Julian keinen Gefallen getan, als er ihn zum Kapitän machte. Das war eine zusätzliche Belastung für den Jungen. Und ihn dann nach einer Undiszipliniertheit nicht mehr zu berücksichtigen, finde ich nicht richtig.“

dh

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