Sieglos nach elf Ligaspielen

Löwen, macht's wie Meppen!

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Geschlagene Löwen: Chris Schindler, Stefan Mugosa und Gary Kagelmacher (v. l.) verarbeiten die Niederlage gegen den KSC.

München - Elf Spiele ohne Sieg – die Löwen könnten jetzt im Tal der Tränen versinken. Oder sich ein Beispiel am SV Meppen nehmen. Die Emsländer haben gezeigt, was trotz einer solch schwarzen Serie möglich ist.

Es ist zum Verrücktwerden! Auch im elften Anlauf verpassen die Löwen den ersten Dreier in dieser Zweitliga-Saison. Dabei verdeutlicht die Statistik des 0:1 gegen den Karlsruher SC, dass Sechzig den Sieg verdient hätte: 18 Mal schossen Benno Möhlmanns Männer auf den Kasten, die Badener kamen nur acht Mal zum Abschluss. Nicht nur Michael Liendl findet: „Bei diesem Torschussverhältnis muss einfach mal einer reingehen.“

Torwart Vitus Eicher bringt die Misere auf den Punkt: „Wir waren wieder die überlegene Mannschaft, aber von den engen Spielen konnten wir noch kein einziges für uns entscheiden.“ Auch mit neuem Trainer bleiben also die alten Sorgen. Denn auch beim 0:1 gegen Freiburg, dem 2:2 in Nürnberg und dem 0:0 gegen Union Berlin hatten die Blauen mehr Abschlüsse.

Bilder und Noten: Drei Fünfer bei Möhlmanns Heim-Debüt

Was nun bleibt, ist vor allem das Prinzip Hoffnung. Diese weckt in Giesing derzeit ausgerechnet ein Klub, der mittlerweile in den Niederungen der Regionalliga verschwunden ist: der SV Meppen. Den Emsländern gelang bislang als einzigem Zweitligisten das Kunststück, sich nach Einführung der Drei-Punkte-Regel trotz elf sieglosen Spielen zum Start noch vor dem Abstieg zu retten.

Meppen siegt erst ab dem 12. Spieltag

SV Meppen in der Saison 95/96

In der Saison 95/96 jubelte Meppen – mit Ex-Löwen-Trainer Markus von Ahlen im Kader – erst am 12. Spieltag nach einem 2:1 über Waldhof Mannheim erstmals. Vor allem dank einer starken Rückrunde ließ das Team noch acht (!) Konkurrenten hinter sich. Also Löwen: Macht's wie Meppen! Nur bitte anschließend nicht in den Niederungen der Regionalliga verschwinden.

Der erste Schritt, um in die Fußstapfen des SV zu treten, wäre ein Sieg bei Greuther Fürth am Freitag. Wenn nicht jetzt, wann dann? Gegen die Franken holte Sechzig zuletzt vier Dreier nacheinander. Diese Serie wollen Eicher und Co. ausbauen. „Wir müssen jetzt endlich den Bock umstoßen, wir brauchen schnell einen Sieg, damit das Selbstvertrauen zurückkehrt“, mahnt der Keeper. Meppen hat's vorgemacht!

Die nach elf Spielen sieglosen Zweitligisten seit 1995

Verein Saison Ausbeute nach elf Spielen Ausbeute zum Saisonende
SV Meppen 95/96 7 Punkte (Platz 16) 44 Punkte mit zehn Siegen (Platz 10)
SC Paderborn 07/08 4 Punkte (Platz 18) 31 Punkte mit sechs Siegen (Platz 17)
Rot Weiss Ahlen 09/10 2 Punkte (Platz 18) 22 Punkte mit fünf Siegen (Platz 18)
Alemannia Aachen 11/12 5 Punkte (Platz 18) 31 Punkte mit sechs Siegen (Platz 17)
1860 München 15/16 6 Punkte (Platz 17) ????????????????

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