Österreicher bereitet als Joker den Siegtreffer vor

Bierofka über Liendl: "So stelle ich mir das vor"

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Michael Liendl.

München - Erst gefrustet auf der Bank, dann die entscheidende Flanke geschlagen. Michael Liendl war sichtlich angefressen. Doch 1860-Trainer Daniel Bierofka war zufrieden.

Die rund 20.000 Löwen-Anhänger sprangen entfesselt auf, die Löwen-Spieler lagen sich feiernd in den Armen – das 1:0 in der 87. Minute sorgte bei den Fans des TSV 1860 für einen kollektiven Freudentaumel in der Fröttmaninger Arena. „Alle haben gejubelt. Da war keiner, der nicht gejubelt hat im Stadion“, sagte Sechzig-Stürmer Sascha Mölders nach Abpfiff. Doch das stimmte nicht ganz.

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Die Braunschweig-Fans jubelten logischerweise nicht. Und auch einer der Löwen war auffallend zurückhaltend: Michael Liendl. Der wichtigste Mann in der entscheidenden Szene, der Mann, der den Ball sehenswert auf Rubin Okotie zugespielt hatte. Doch ­Liendl hatte sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Dass er erst in der 80. Minute eingewechselt worden und nicht von Beginn an aufgelaufen war, schien ihn in diesem Moment noch immer zu beschäftigen. Kein Ausdruck der Freude bei ihm, gelangweilt ging er von der Eckfahne zurück.

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Sein Landsmann Rubin Okotie hatte dafür vollstes Verständnis. „Jeder Spieler möchte spielen. Und Michael hat letzte Woche auch ein Tor gemacht. Deshalb war er sicherlich nicht glücklich, dass er diesmal nicht spielt – so wie es jeden anderen Spieler auch ärgern würde“, meinte Okotie, der selbst erst ab der 71. Minute aktiv ins Geschehen eingreifen durfte.

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Okotie: „Aber Michael hat das professionell angenommen, er hat einen Assist gemacht und so die Antwort auf dem Platz gegeben.“ Und auch Daniel Bierofka sagte: „So stelle ich mir das vor. Den Frust ins Positive umwandeln.“

Von Frust über seine Auswechslung war bei Mölders hernach wenig zu spüren. Er freute sich umso mehr. „Ich glaube, die bessere Mannschaft hat gewonnen heute. Wir hatten in der ersten Halbzeit auch schon ein paar gute Möglichkeiten gehabt“, so Mölders. „Wir freuen uns, dass wir am Ende das Tor gemacht haben. Jetzt sind wir wieder auf Platz 16, haben den Anschluss hergestellt und haben wieder alles in eigener Hand. Und das ist gut so.“ Dann ging sein Blick noch auf die verbleibenden drei Partien. „Das ist eine einfache Rechnung“, sagte Mölders. „Drei Siege, dann bleibst du drin.“

Er hätte sicher nichts dagegen, wenn er diese Siege dann auch wieder mit einem ausgelassenen Liendl feiern kann.

Sina Ojo

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