33 Löwen kamen schon zum Einsatz

Missglückte Kaderplanung: Poschner und seine 3 Teams

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Gerhard Poschner bewies nicht bei allen Neuzugängen ein glückliches Händchen.

München - Sage und schreibe 33 Spieler kamen beim TSV 1860 München in dieser Saison bereits zum Einsatz. Haben die Löwen einfach einen breiten Kader oder handelt es sich um eine sportliche Fehlplanung?

Es ist vollbracht. Mit der Einwechslung von Stephan Hain am Montag beim 1:1 in Ingolstadt hat der TSV 1860 das Kunststück geschafft, in dieser Saison bereits den 33. Spieler zum Einsatz gebracht zu haben. Absoluter Rekord in der Bundesligageschichte der Löwen. 33 Spieler bedeutet auch, dass man in der Lage gewesen wäre, drei völlig unterschiedliche Anfangsformationen zu präsentieren. Mit drei verschiedenen Torhütern, die natürlich zu ihrer Zeit alle als Nummer eins ausgerufen wurden, drei verschiedenen Kapitänen (Weigl, Schindler, Adlung), und nicht zuletzt – drei Trainern: Moniz, von Ahlen, Fröhling! Und das alles nach erst 23 Spieltagen.

Masse statt Klasse beim TSV 1860

Was soll man jetzt davon halten? Dass der TSV 1860 ein großzügiger Arbeitgeber ist, der jedem Profi, und sei er noch so ungeeignet, ein Plätzchen bietet? Oder ist es einfach das Ergebnis eines hilflosen und reichlich wirren Managements im vergangenen Dreivierteljahr? Eher wohl Letzteres. Denn die 33 Spieler haben es auf lediglich 22 Punkte und 29 Tore gebracht. Viertletzter Tabellenplatz – allerhöchste Abstiegsgefahr!

Masse statt Klasse – selten war das treffender als beim TSV 1860 in der Saison 2014/15. Dabei hatten Sportdirektor Gerhard Poschner und Geschäftsführer Markus Rejek vor der Saison den Fans den Mund richtig wässrig gemacht. Vor knapp einem Jahr hatte Poschner Folgendes angekündigt: „Wir möchten künftig attraktiven, offensiven Fußball spielen. Unserer Meinung nach ist 4-3-3 dafür das ideale Spielsystem.“ Und der Sportdirektor nahm sogar die Namen Real Madrid und FC Barcelona in den Mund, als er nach Vorbildern für die künftige Spielanlage gefragt wurde. Nicht mal im Ansatz war davon was zu sehen.

Neuzugänge haben fast alle enttäuscht

Von den dreizehn Neuzugängen, zehn im Sommer, drei im Winter, schlug mit wenigen Ausnahmen kaum einer ein. Rubin Okotie als Torjäger war ein Treffer, Jannik Bandowski, der im Winter ohne große Erwartungen von Borussia Dortmund II ausgeliehen wurde, könnte einer werden. Aber sonst? Ein bisschen Durchschnitt, und viele hätte man sich sparen können. Auch Tony Annan, der im Winter aus Helsinki geholt wurde. Der Ghanaer sollte, so Poschner, „unseren aufstrebenden jungen Spielern mit seiner Routine, Ballsicherheit und Übersicht helfen“. Zu sehen war davon bisher nichts. In Ingolstadt spielte Annan keine Minute.

Übrigens: Von den 33 Spielern, die in dieser Saison zum Einsatz kamen, haben acht mittlerweile den TSV 1860 verlassen. Dass mit Kiraly, Stark, Leonardo und Wood auch Leute darunter waren, die durchaus noch hätten helfen können, spricht auch für die Konzeptlosigkeit, mit der man bei den Löwen in dieser Saison an die Kaderplanung herangegangen ist. Ganz zu schweigen von den drei Spaniern von Barcelona B, Sanchez, Bedia, Rodri. Als Heilsbringer wurden sie angekündigt, mittlerweile spielen sie alle keine Rolle mehr. Sie sind halt drei von 33…

tz

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