Wie Trainer und Sportchef alles sehen

Torwart, Sturm, weitere Transfers: Das Fazit von Möhlmann und Kreuzer

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Benno Möhlmann (l.) und Oliver Kreuzer.

München - Adiós Estepona! Nach acht Tagen Trainingslager machten sich die Löwen am Dienstagnachmittag auf den Weg in heimische Gefilde. Hier ziehen Trainer Benno Möhlmann und Sportchef Oliver Kreuzer Bilanz.

Nach dem trainingsfreien Mittwoch beginnt am Donnerstag der Countdown zum ersten Punktspiel 2016 gegen den 1. FC Nürnberg. Warum Benno Möhlmann und Oliver Kreuzer guter Dinge für die 15 Endspiele zum Klassenerhalt sind und wie die Lage bezüglich weiterer Verstärkungen aussieht, verrieten der Trainer und der Sportchef im Abschlussgespräch.

Das Fazit des Trainingslagers

Möhlmann: „Ich denke, dass wir ein relativ kurzes Trainingslager mit diesen acht Tagen hatten. Wir haben Spielformen absolviert, Kraft- und Laufeinheiten und Spiele. Alles ist vernünftig und gut abgelaufen. Alle Spieler sind gesund. Ich habe schon intensivere Trainingslager durchgezogen. Es war nicht das härteste, das ich je gemacht habe – das habe ich als Spieler bei Rudi Faßnacht erlebt damals bei Preußen Münster.“

Der Geist von Estepona

Möhlmann: „Es war unser Ziel, einen anderen Geist reinzukriegen, und ich glaube nicht, dass das schon abgeschlossen ist, da muss man die ersten Punktspiele mit einbeziehen. Aber ich glaube, dass der Wille schon da ist, diese verdammt schwere Aufgabe miteinander anzugehen.“

Die geplante Spielweise

Möhlmann: „Wir sind nicht in der Situation, dass wir mit Zauberfußball einen europäischen Wettbewerb erreichen wollen. Wir müssen in den nächsten Wochen keinen Zuschauerpreis gewinnen, sondern wir müssen punkten. Das kann klappen, wenn wir eine gute defensive Basis haben. Wir wollen nicht mauern, ich spiele nicht mit zwei Stürmern, um kein Tor zu schießen. Wir müssen offensiv besser werden. Das Selbstverständnis müssen wir ändern. Dass wir in Ballbesitz entschlossener, mutiger, schneller spielen.“

Die Torwartfrage

Möhlmann: „Ich habe in den Testspielen gegen Pandurii und Kiew nichts wirklich Neues gesehen. Wir haben noch zehn Tage, die beiden wollten den Konkurrenzkampf, dann müssen sie jetzt auch damit leben, dass ich mich relativ spät entscheiden werde.“

Die Sturmbesetzung

Möhlmann: „Ich werde Rubin Okotie und Sascha Mölders im nächsten Spiel (am Samstag um 14 Uhr bei Wacker Burghausen) beginnen lassen, aber es gibt keine Garantie, dass die beiden auch gegen Nürnberg anfangen. Die müssen schon auch dranbleiben. Da rücken einige nach, auch ein Nico Karger hat gut gearbeitet im Trainingslager und an Selbstvertrauen gewonnen. Trotzdem wünsche ich mir schon, dass ich Okotie und Mölders gegen Nürnberg aufstellen kann, weil ich dann weiß, dass sie in einer guten Verfassung sind.“

Weitere Verpflichtungen

Möhlmann: „Wir haben noch eine Woche Zeit, da müssen wir versuchen, die Dinge zu erledigen. Wir dürfen nicht voraussetzen, dass Bülow, Stahl oder Vallori sich nach ihren langen Verletzungen weiter so schnell verbessern wie bisher und dass es dann schon reichen könnte. Wir müssen im Abstiegskampf auch mit Dingen rechnen, die nicht immer zu erklären sind. Da müssen wir aufpassen, dass wir gerüstet sind.“

Kreuzer: „Ich gehe davon aus, dass wir Tom Weilandt diese Woche noch begrüßen können. Und es ist ein offenes Geheimnis, dass wir uns im zentralen Mittelfeld noch einen Zugang wünschen. Wir sind mit einigen Spielern im Kontakt. Die Frage ist, was wirtschaftlich machbar ist. Von der Quantität her haben wir genügend Leute mit Degenek, Lacazette, Bülow, Liendl, Adlung, Stahl – trotzdem ist es eine kleine Baustelle, deshalb wäre es nicht verkehrt, wenn wir da noch einen Guten bekommen könnten. Aber diese Leute wachsen im Winter nicht auf den Bäumen.“

Die Ereignisse beim Konkurrenten Paderborn

Möhlmann: „Ich glaube nicht, dass wir eine brave Mannschaft haben. Aber zum Fußball gehören Disziplin und Ordnung. Unsere Spieler sind so clever und einsichtig, dass sie sich an Regeln halten und nicht jeder übermäßig seine Dinge auslebt.“

Der Zwist mit Rubin Okotie

Möhlmann: „Ich habe nichts dagegen, wenn ein Spieler mal eine andere Meinung hat als ich. Es ist aber auch klar, dass man nicht auf dem Platz anfangen kann, mit dem Trainer zu diskutieren, um seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Da war ich überrascht, aber das ist jetzt auch wieder abgehakt. Ich war auch überrascht, dass er abends von sich aus gekommen ist und sich vor der Mannschaft entschuldigt hat. Das zeugt auch von einer gewissen persönlichen Stärke.“

Die Vertragsverlängerung des Trainers

Möhlmann: „Unsere Aufgabe ist es, die Liga zu halten. Wenn das geschafft ist, dann können wir über solche Dinge nachdenken.“

Der „Ismaik-Durchbruch“

Möhlmann: „Wenn von der Seite kein Veto kommt, sind alle ein bisschen entspannter und angriffslustiger.“

Die Kampfansage

Kreuzer: „Warum wir drinbleiben? Ganz einfach, weil wir drei Mannschaften hinter uns lassen werden!“

Möhlmann: „Genau das wollte ich auch sagen! Das Ziel ist Platz 15.“ 

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