Karsten Wettberg analysiert die Lage im Abstiegskampf

Möhlmann oder Funkel - wer hat die besseren Karten?

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Benno Möhlmann (l.) und Friedhelm Funkel.

München - Die Löwen duellieren sich mit Fortuna Düsseldorf derzeit um den rettenden 15. Platz in der 2. Bundesliga. Es ist auch ein Duell der beiden erfahrenen Coaches Benno Möhlmann und Friedhelm Funkel. Ein dritter Coach analysiert die Lage: Karsten Wettberg.

Alles eine Frage der Erfahrung? Zumindest im nervenaufreibenden Abstiegskampf suchen Klubverantwortliche ihr Heil gerne bei Trainern der Ü 60-Fraktion. St. Pauli holte sich in der vergangenen Saison Ewald Lienen (62) ins kriselnde Freudenhaus, der TSV 1860 sicherte sich nach einem katastrophalen Start die Dienste von Benno Möhlmann (61). Nun hat auch die abgeschmierte Fortuna aus Düsseldorf einen Fußball-Dinosaurier als Nothelfer engagiert: Friedhelm Funkel (62). „Mich interessieren nur die nächsten acht Spiele“, sagt der im April 2014 als Löwen-Coach entlassene Fußball-Lehrer. „Mit wäre es am liebsten, wenn wir die Klasse halten und Sechzig auch.“

Karsten Wettberg.

Ein Sieg am Samstag gegen Kaiserslautern – und Düsseldorf stünde in der Tabelle wieder vor den Löwen, die am Sonntag gegen Bielefeld antreten (weiterhin ohne Goran Sukalo, der nach tz-Informationen kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll). Auch Paderborn könnte mit einem Dreier gegen Schlusslicht Duisburg am Freitag vorbeiziehen. „Das wird ein ganz heißer Spieltag“, ahnt 1860- Trainerlegende Karsten Wettberg (74). „Die Bielefelder musst du schlagen, dann sind auch die mittendrin im Abstiegskampf. Ich gehe davon aus, dass wir für die direkte Rettung am Ende um die 34, 35 Punkte brauchen werden.“

Wer die besseren Karten hat? „Momentan ist Benno im Vorteil“, glaubt Wettberg. „Er kennt seine Mannschaft und hat im Winter Verstärkungen bekommen. Friedhelm wird zunächst mal versuchen, die Defensive dichtzubekommen.“ Schlecht sei der Düsseldorfer Kader nominell nicht. „Auch Paderborn ist gut besetzt, und die haben durch das 4:3 in St. Pauli neuen Schwung gekriegt. Aus Löwen-Sicht muss man sagen: Leider haben sie den Effenberg entlassen.“

Ob Düsseldorf mit dem Rauswurf von Trainer Marco Kurz und der Funkel-Verpflichtung ebenfalls alles richtig gemacht hat? Interimspräsident Paul Jäger glaubt nicht, dass seine Fortuna am Ende vor 1860 und Paderborn landen wird: „Ich gehe davon aus, dass sich die Löwen und Paderborn retten und wir zwei andere Vereine überholen müssen, um direkt drinzubleiben.“ Bielefeld, Frankfurt und eventuell auch Kaiserslautern würden sich anbieten.

Ein paar gemeinsame Rettungsbierchen mit Funkel würde Möhlmann kaum verschmähen. „Er hat mir vor einem halben Jahr gesagt, dass er auch noch mal anfangen möchte, sonst überhole ich ihn irgendwann von den Einsätzen her“, scherzte der Löwen-Trainer jüngst. Funkel ist mit 1156 Spielen als Profi und Trainer Rekordhalter im deutschen Profifußball. Möhlmann kam bislang auf 1095 Einsätze.

Man kennt sich und schätzt sich seit den ersten Duellen als Spieler in den Siebziger-Jahren. „Wir haben damals oft gegeneinander gespielt“, erinnerte sich Möhlmann unlängst im Magazin 11 Freunde. „Friedhelm war ein Achter, ich eher der Sechser. Da kam es vor, dass wir uns 90 Minuten lang von einer Seite des Platzes zur anderen verfolgten.“ Meistens fair, wie Funkel ergänzte: „Im großen Ganzen waren wir saubere Spieler. Gerade im Verhältnis zu anderen in der Zweiten Liga.“

Schade eigentlich, dass Möhlmann und Funkel in dieser Saison nicht mehr als Gegner aufeinandertreffen. Vielleicht ja in der nächsten… 

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