1860-Coach fordert Entschlossenheit gegen KSC

Zaubert Möhlmann U-21-Verteidiger aus dem Hut?

+
Benno Möhlmann (M.) lässt sich in Sachen Aufstellung nicht in die Karten gucken.

München - Benno Möhlmanns erstes Pflichtspiel auf dem 1860-Trainerstuhl steht personell unter keinem guten Stern, die Ausfallliste ist lang. Zum Ausgleich fordert der neue Coach gegen den Karlsruher SC vor allem Entschlossenheit.

Direkt zitieren wollte Benno Möhlmann (61) seinen Bremer Lehrmeister Otto Rehhagel (77) dann doch nicht. „Die Wahrheit“, sagte der Löwen-Trainer also am Sonntag, „ist immer in den Spielen zu sehen.“

Montag nach der Tagesschau wird’s zum ersten Mal ernst für Möhlmann und sein neues Team. Im 1081. Spiel als Profi-Trainer soll für die Sechziger der erste Liga-Sieg dieser Saison rausspringen (bei uns im Live-Ticker). „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Mannschaft mental und physisch am Boden liegt“, sagte Möhlmann. „Bislang fehlte die letzte Entschlossenheit und damit die Effizienz. Die Kaltschnäuzigkeit müssen wir hinbekommen. Wir sind alle der Meinung, dass wir das Spiel gewinnen können.“

Dieser Meinung sind sie auch beim Gegner in Karlsruhe. „Ich bin mir sicher, dass meine Mannschaft einen richtig guten Auftritt hinlegen und alles dafür tun wird, um das Spiel am Montag zu gewinnen“, erklärte Trainer Markus Kauczinski. „Ich merke, dass Zug in der Mannschaft ist und dass die Jungs fokussiert sind.“

Gegen keine andere Mannschaft ist Möhlmann in seiner Trainerlaufbahn öfter angetreten als gegen den KSC. 30 Partien waren es seit 1991, einem 0:1 mit der zweiten Mannschaft des HSV im Pokal-Achtelfinale. Insgesamt kam Möhlmann gegen die Badener auf zehn Siege, fünf Unentschieden und 15 Niederlagen. Und in Spiel 31?

„Wir sind überzeugt, dass die Mannschaft unter der neuen Führung in die Erfolgsspur zurückfinden wird – idealerweise schon mit dem ersten Sieg der Saison”, schreibt 1860-Geschäftsführer Markus Rejek im Vorwort des Stadionhefts. Was Rejek bei Drucklegung dieser Worte noch nicht wusste: Neben dem gesperrten Milos Degenek und Kai Bülow (Innenbandriss im Knie) wird den Löwen wohl auch Innenverteidiger Rodnei fehlen. Den Brasilianer hat nach überstandenen Adduktorenproblemen nun ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht gesetzt. Gut möglich, dass dadurch U21-Verteidiger Sertan Yegenoglu zu seinem Profidebüt kommen wird. „Er hat einen guten Eindruck im Training hinterlassen“, sagte Möhlmann. „Ob er endgültig spielt oder ob wir innerhalb der Mannschaft positionsmäßig umstellen, werden wir noch sehen.” Auch die Torwartfrage will Möhlmann wie angekündigt erst am Spieltag beantworten.

Den besten Improvisations-Gag des Sonntags lieferte Möhlmann bei der Frage nach seiner Retter-Erfahrung aus Ingolstädter Zeiten. Die „Schanzer“ hatte er 2011 nach elf Zweitliga-Spieltagen auf Platz 17 übernommen und vor dem Abstieg bewahrt. „Damals hatte Ingolstadt vier Punkte – im November“, erinnerte sich Möhlmann. „Und jetzt haben wir… Oktober!“

Hätte Otto der Große nicht besser hinbekommen.

lk

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung

Kommentare