Ausbildungsverein für andere?

Rejek plädiert für neue Löwen-Strategie

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Markus Rejek auf der Mitgliedersammlung.

München - Der kaufmännische Geschäftsführer der Löwen, Markus Rejek schlägt vor, künftig verstärkt auf Verkauf von Talenten zu setzen.

Markus Rejek hatte bei der Mitgliedersammlung von Amts wegen einen unangenehmen Job. Als kaufmännischer Geschäftsführer musste er die wirtschaftliche Bilanz ziehen – und die birgt beim TSV 1860 fast schon traditionell rote Zahlen. Seit dem Umzug in die Allianz Arena drückt die Sechziger aufgrund der Mehrkosten ein so genanntes „strukturelles Defizit“. Diesmal betrug es 6 Millionen Euro. Selbst der um 30 Prozent auf 20 Millionen Euro gesteigerte Umsatz, konnte am dicken Minus nichts ändern

Rejek zog im Hinblick auf die künftige Finanzierung am Sonntag eine Schlussfolgerung, die nicht jedem anwesenden Fan gefiel: Er schlug vor, verstärkt auf Transfererlöse zu setzen, also begabte Kicker zu verkaufen. „Nur so können wir uns nach vorne verlassen.“ Rejek verwies dabei nachdrücklich auf die Erfolge der blauen Nachwuchsarbeit: „Wir sind ein Ausbildungsverein par excellence.“ Das spiegle sich auch im aktuellen Kader wider: „Wir werden mit elf Spielern, die der eigenen Jugend entstammen, in die Saison starten.“

Dass der verstärkte Verkauf von jungen Spielern ein zweischneidiges Finanzierungsmodell ist, wollte auch der Geschäftsführer nicht verhehlen: „Es tut weh, wenn uns Talente verlassen. Aber wir können auch stolz darauf sein.“

Ein Mitglied, das vors Mikro trat, sah das ganz anders. Es sei ja lobenswert, dass 1860 ein Ausbildungsverein sei, „aber wir dürfen uns nicht darauf konzentrieren, dass wir ein Ausbildungsverein für andere Vereine sind.“ Es folgte Applaus. Interimspräsident Siegfried Schneider versuchte daraufhin Rejeks Anregung zu relativieren: „Wir wollen natürlich die jungen Spieler halten, so weit es möglich ist. Wir müssen aber verhindern, dass wir unsere besten Talente unter Preis verkaufen.“

gib

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