Trotzdem atmen die Löwen-Bosse auf

Basha: "Am Ende macht Ismaik, was er will"

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Noor Basha.

Estepona - Investor Hasan Ismaik sagt den Löwen finanzielle Unterstützung zu, und die Bosse atmen auf: "Endlich Planungssicherheit". Noor Basha geht aber ein wenig auf Distanz.

Markus Rejek lacht gequält. Die Frage zielte auf die tägliche Seifenoper mit Hasan Ismaik in der Hauptrolle, die wirren Facebook-Posts, das Gepolter, zuletzt hat er allen Ernstes Nietzsche zitiert, um seine kryptischen Botschaften ans Löwen-Volk zu bringen. „Ich klatsche nicht in die Hände, wenn ich das lese“, sagt der Geschäftsführer des TSV 1860. Neben ihm sitzt Noor Basha, der Cousin des Investors, und auch er blickt ernst in die Runde. „Ich bin nicht mehr sein Vertreter“, sagt Rejeks Partner auf der KGaA-Kommandobrücke: „Es ist schwer, ihn zu beeinflussen. Am Ende des Tages macht er, was er will.“

Bei einem wie Ismaik muss man zu jeder Zeit mit allem rechnen. Manchmal offenbar sogar mit etwas Positivem. Kaum jedenfalls war am Freitag die improvisierte Pressekonferenz im Teamhotel von Estepona beendet, eine 50 Minuten lange Veranstaltung mit dem Tenor: Ruhig bleiben, kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Da kamen Basha und Rejek noch einmal um die Ecke gebogen, um nicht weniger als eine mittlere Sensation zu verkünden. „Wir können bestätigen, dass Hasan zu seinem Wort steht“, sagte Basha nach einem erneuten Telefonat mit seinem eigenwilligen Cousin: „Das betrifft die Verlängerung von Darlehen und auch die finanzielle Unterstützung für die kommende Spielzeit.“

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Im Klartext: Die Lizenz für die neue Saison sollte somit gesichert sein – zumindest dann, wenn Ismaik seinen mündlichen Versprechungen auch konkrete Taten folgen lässt. Sprich: Unterschriften, neue Darlehen, andere Formen von Finanzierungen – was auch immer. Es geht um etwa fünf Millionen Euro, um die 2. Liga zu sichern. Die 3. Liga würde sogar noch mehr kosten, weil dann etwa sechs Millionen Euro an Fernsehgeldern wegfallen.

Damit hatte nun wirklich keiner gerechnet. Doch so beiläufig, wie es vorgetragen wurde („Wir haben hier noch eine kleine Ergänzung“), erklärt sich im Nachhinein, warum Rejek trotz aller Irrungen und Wirrungen insgesamt einen recht aufgeräumten Eindruck gemacht hatte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Monaten.

„Wir haben jetzt viel lautes Getöse gehabt“, hatte er zuvor gesagt. Ismaiks Wortmeldungen hätten „alle ein bisschen überrascht, aber ich glaube, wir tun gut daran, uns nicht an einem Ping-Pong-Spiel zu beteiligen und eine falsche Eitelkeit an den Tag zu legen. Hasan ist ein emotionaler Mensch, ich verstehe seine Unzufriedenheit auch zum Teil. Aber wir hatten schon im Sommer eine öffentlich ausgetragene Gesellschafterdiskussion, die uns komplett blockiert hat. Das hat viel zu viel Zeit und Energie gekostet, das brauchen wir nicht noch mal.“

Vergessen und vorbei, zumindest fürs Erste. In der Hotellobby gab es lauten Beifall, als Präsident Peter Cassalette die frohe Botschaft an die Basis weiterleitete; 30, 40 Fans hingen ihm an den Lippen. Rejek zog derweil einen Schlussstrich unter die Querelen der letzten Monate, die die Nerven aller strapaziert hatten. „Wir müssen Danke sagen“, meinte er mit Blick auf den unberechenbaren Geldgeber. Endlich sei Planungssicherheit da: „Wir haben kein Fragezeichen mehr, sondern ein Ausrufezeichen. Endlich können wir uns auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren, nämlich den Sport. Das sorgt für Motivation bei den Mitarbeitern – und für Beruhigung bei den Fans.“

Am Tag der guten Nachrichten war es Rejek ein Anliegen, auch einen weiteren wichtigen Partner zu beruhigen: Arena-Vermieter FC Bayern, den Ismaik zuletzt mit einem seiner Facebook-Posts verärgert hatte („Stoppt die jährlichen Zahlungen von 6 Mio. Euro“). „Was wir an Bayern München zahlen, ist vollkommen in Ordnung, es ist ein fairer Preis“, erklärte Rejek: „Die Mietkosten sind weitaus weniger, als zuletzt öffentlich kommuniziert wurde.“

Sein Blick ging bereits voraus, zum 6. Februar, wenn es gegen Nürnberg um wichtige Punkte gegen den Abstieg geht „Stand jetzt haben wir schon 30 000 Karten verkauft“, sagt er: „Ich will aber mindestens eine 4 davor haben. Eine volle Hütte hilft uns. Wir müssen zeigen, dass wir zusammenhalten.“ Seit diesem wegweisenden Freitag dürfte das allen ein wenig leichter fallen.

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