Zweistündiges Gespräch

Moniz und Poschner: "Offen, produktiv und konstruktiv"

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Sportchef Gerhard Poschner (l.) und Trainer Ricardo Moniz.

München - Am Mittwoch trafen sich Löwen-Trainer Ricardo Moniz und Sportchef Gerhard Poschner zum Gespräch. Dieses verlief offenbar "offen, produktiv und konstruktiv".

Die Frage an Valdet Rama, der am Mittwoch Mittag auf einer Pressekonferenz offiziell vom TSV 1860 vorgestellt wurde, kam wie aus der Hüfte geschossen. „Gilt Ihr Vertrag auch für die 3. Liga?“, wollte einer vom albanischen Neuzugang wissen, der daraufhin recht irritiert und hilfesuchend zu Pressesprecherin Lil Zercher blickte. „Auf diese Frage musst du nicht antworten“, meinte Zercher. Wohl nicht, weil etwa ein großes Geheimnis verraten worden wäre, sondern weil man beim TSV 1860 die Frage nach der dritten Liga nach erst vier Spieltagen schon als eine Art Beleidigung empfindet.

Und egal, ob der Fragesteller das Ganze jetzt provokant oder ernsthaft in den Raum stellen wollte – es spiegelte natürlich schon auch die derzeitige Situation beim TSV 1860 wider. Erst zwei Punkte, nach vier Spieltagen Drittletzter in der Tabelle und ganz offensichtlich auch Differenzen zwischen Trainer und Sportchef, was die Ausrichtung der Mannschaft, vor allem taktisch, betrifft.

Sogar eine mögliche Entlassung von Moniz musste ernsthaft in Betracht gezogen werden. Am Mittwoch Mittag allerdings, bei einem ihrer regelmäßigen Treffen, saßen der Trainer und Gerhard Poschner fast zwei Stunden lang in der Geschäftsstelle beisammen, um die Lage zu erörtern und die unterschiedlichen Standpunkte auszutauschen. „Offen und konstruktiv sowie absolut produktiv“ sei die Unterhaltung über die Bühne gegangen, sagte Poschner der tz. Fazit: Man hat sich, was die fußballerischen Anschauungen betrifft, offenbar angenähert und man darf wieder mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Moniz am Sonntag in einer Woche beim FC St. Pauli auf der Löwenbank Platz nimmt. Dass sich 1860 in den letzten Tagen bereits nach möglichen Nachfolgekandidaten für Moniz umgesehen habe, dementierte Poschner: „Das stimmt nicht.“

Valdet Rama freut sich, dass der Holländer bleibt. „Ich bin glücklich mit dem Trainer“, sagte er, „Moniz war schließlich mitentscheidend, dass ich zu 1860 gekommen bin.“ Der 27-Jährige ist in München auch schon heimisch geworden. Innerhalb weniger Tage hat er für sich, seine Frau Laura und sein drei Monate altes Töchterchen Soraya bereits eine Bleibe gefunden. Und dabei bleibt alles in blauer Hand. Rama: „Ich ziehe in die Wohnung von Gabor Kiraly.“

Nach seinem Abschied von Valladolid hatte sich Rama allein fit gehalten, fußballspezifische Übungen waren dabei meistens nicht möglich. „Deshalb habe ich nach dem Schusstraining derzeit auch immer mal ein bisschen Muskelkater.“

Problemchen, die bis zum St.-Pauli-Spiel ausgemerzt sein sollten. Schon 2009 war ja der TSV 1860 an dem Offensivmann interessiert, aber Rama zog dann das Angebot des Erstligisten Hannover 96 vor. Wo er es aber nur auf 15 Einsätze brachte. „Es war damals insgesamt eine schwere Zeit bei Hannover“, erklärte er, „da war die Geschichte mit dem Selbstmord von Robert Enke, und zudem trennte sich der Verein sehr früh von Trainer Dieter Hecking, der mich geholt hatte.“ Nach zwei Spieltagen übrigens…

tz

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