Finalspiele gegen Paderborn und Frankfurt

Kreuzers Prognose: "Jetzt geht's ans Eingemachte"

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Oliver Kreuzer weiß: Den Löwen stehen alles entscheidende Spiele bevor.

München - Nur ein Punkt aus den beiden Heimspielen gegen Bielefeld und Fürth war einfach zu wenig für die Löwen im Kampf um den Klassenerhalt. Sportchef Kreuzer rechnet mit Finalspielen gegen Paderborn und Frankfurt.

Der Relegationsplatz ist den Löwen nicht mehr zu nehmen. Zumindest, wenn’s nach Peter Neururer geht. Der mangels Trainerjob aktuell als Experte praktizierende 60-Jährige sagte dem SC Paderborn im Falle einer Niederlage gegen Union Berlin den direkten Abstieg voraus. Für 1860-Sportchef Oliver Kreuzer immerhin ein Grund zum Schmunzeln: „Wäre ja schön, wenn der Peter recht behalten würde“, sagte Kreuzer zur tz. „Aber dann hätten wir unser eigentliches Ziel immer noch nicht erreicht. Wir wollen nach wie vor 15. werden und nicht den Relegationsplatz untermauern. Mit dieser Einstellung werden wir am nächsten Freitag auch in Duisburg antreten.“

Kreuzer sieht Aufwärtstrend

Hoffnung schöpft Kreuzer aus der Leistung am Freitag beim 0:1 gegen Fürth. 12:0 Ecken und 62,4 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Löwen zu Buche. „Wir haben zwei Klassen besser gespielt als zuletzt gegen Bielefeld und beim KSC und eine Klasse besser als bei den drei Siegen in der Englischen Woche“, findet Kreuzer. „Die Mannschaft hat wirklich alles versucht, das Spiel in die Hand zu nehmen, den Gegner unter Druck zu setzen. Leider haben wir nichts Zählbares dafür bekommen.“

Jede Menge 3er und 4er, einer bekommt die 5: Löwen verlieren gegen Fürth

Das ist das Problem an der Sache. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt weiterhin mindestens drei Punkte (sollte Düsseldorf am Montagabend gegen Leipzig verlieren), auf Platz 17 ist es nur ein Zähler, auch Duisburg ist durch den Sieg in Nürnberg wieder im Rennen. Kreuzers Einschätzung: „Ein Punkt aus den Heimspielen gegen Bielefeld und Fürth, das war zu wenig. Und wenn man sieht, was die Konkurrenz macht, dann ist es umso ärgerlicher.“ Kreuzers Prognose für die ausstehenden fünf Spieltage: „Jetzt geht’s ans Eingemachte. Duisburg können wir am Freitag mit einem Sieg distanzieren, Paderborn und Frankfurt streiten sich im direkten Duell um die Punkte. Ich gehe davon aus, dass unsere letzten beiden Spiele gegen Paderborn und in Frankfurt entscheidend sein werden. Ich glaube nicht, dass es vor dem Paderborn-Spiel schon entschieden ist.“

Möhlmann sieht die Gruppe in der Pflicht

Trainer Benno Möhlmann predigt Ruhe – und bleibt energisch: „Wir werden mit Sicherheit nicht in Hektik verfallen. Aber wir müssen auch mit aller Konsequenz verfolgen, dass wir von der Einstellung und vom Auftreten her so weiterspielen wie gegen Fürth.“

Ernüchterung in Fröttmaning: Trainer Möhlmann mit Assistent Kmetsch.

Für die extremen Leistungsschwankungen hat auch der Coach keine echte Erklärung. „Wir haben eine Mannschaft, eine Gruppe. Da kannst du von außen nicht alles zu 100 Prozent steuern“, sagt er. „Du kannst Hilfestellungen leisten, aber das meiste muss von innen kommen. Wie in einer Ehe. Du kannst zum Eheberater gehen, aber entscheidend ist, was die beiden Partner machen. Was sie annehmen, was sie umsetzen, wie sie miteinander umgehen. Und in einer Gruppe ist es noch komplizierter.“

Am eigenen Schopf aus dem Abstiegssumpf? Möhlmanns öffentliche Zuversicht ist trotz der Heimniederlage ungebrochen. „Wir haben zwar kein Tor geschossen, keinen Punkt gekriegt, sind in der Tabelle auch nicht weitergekommen. Aber dieses Spiel kann und darf uns nicht zurückwerfen, das habe ich den Jungs auch ganz klar gesagt. Weil vieles untereinander einfach wieder gestimmt hat.“

Also weiterhin 99 Prozent Überlebenschance? Möhlmann: „Ich würde jetzt sogar 99,2 Prozent sagen.“

Die Restprogramme der Abstiegskandidaten:

  • FSV Frankfurt (29 Punkte, 30:50 Tore, Platz 14): Paderborn (H), Sandhausen (A), Kaiserslautern (H), Düsseldorf (A). 1860 (H).
  • Fortuna Düsseldorf (28 Punkte, 25:38 Tore, Platz 15): Leipzig (H), Fürth (A), St. Pauli (H), Duisburg (A), Frankfurt (H), Braunschweig (A).
  • TSV 1860 (25 Punkte, 26:42 Tore, Platz 16): Duisburg (A), Braunschweig (H), St. Pauli (A), Paderborn (H), Frankfurt (A).
  • SC Paderborn (24 Punkte, 24:50 Tore, Platz 17): Frankfurt (A), Heidenheim (A), Freiburg (H), TSV 1860 (A), Nürnberg (H).
  • MSV Duisburg (22 Punkte, 25:47 Tore, Platz 18): TSV 1860 (H), Freiburg (A), Düsseldorf (H), Sandhausen (A), Leipzig (H).

lk

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