Cassalette: "Es gibt wichtigere Dinge"

Kommando zurück: Doch kein Protest der Löwen

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Löwen-Präsident Peter Cassalette war nach dem Phantom-Tor in Duisburg sauer.

München - Als hätten die Löwen nicht schon Probleme genug, kommt jetzt noch das Phantom-Tor aus Duisburg hinzu. Die Empörung bei den Sechzgern ist immens, doch den angedachten Protest beim DFB hat man nun doch nicht eingelegt.

Am Sonntag sollte der Protest des TSV 1860 gegen die Wertung der 1:2-Niederlage beim MSV Duisburg zwei Tage zuvor an den DFB geschickt werden. Präsident Peter Cassalette sagte am Vormittag zur tz: „Wir müssen das tun, schon um ein Zeichen zu setzen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen.“ 

Ein paar Stunden später der Rückzieher. Die Löwen beschlossen, keinen Protest einzulegen. „Wir haben uns jetzt mit wichtigeren Dingen zu beschäftigen“, erklärte Cassalette, „Wenn es irgendeine Chance geben würde, dann hätten wir natürlich protestiert.“ Bei der ganzen Geschichte geht es um den Duisburger Treffer zum 1:1-Ausgleich, als der Kopfball von Bröker an den Innenpfosten prallte und anschließend von Torhüter Ortega nach vorn geschlagen wurde. Dass das ein Tor war, davon war im Stadion nur einer überzeugt: unglücklicherweise Linienrichter Fabian Maibaum, der sofort mit hochgehaltener Fahne Richtung Mittellinie sauste und damit Schiedsrichter Thorben Sieber das Signal gab, den Treffer anzuerkennen. Warum der 28-jährige Unparteiische sich dabei auf den rund 35 Meter entfernten Kollegen verließ und nicht auf seine eigene Unsicherheit, bleibt sein Geheimnis.

Denn Maibaums Entscheidung beruhte wohl eher auf einer Vermutung. Was Löwen-Sportchef Oliver Kreuzer auf die Palme brachte: „Die Schiris werden angewiesen, nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden und nicht auf Verdacht. Das war dieses Mal nicht der Fall. Weder Schieds- noch Linienrichter konnten das in dieser Situation und aus diesem Winkel richtig sehen. Und die Fernsehbilder zeigen zu 99,9 Prozent, dass der Ball nicht hinter der Linie war. Aber leider gibt es in der Zweiten Liga keine Torlinientechnologie.“

So wie eine Klasse höher. In der Ersten Liga wird seit Beginn dieser Saison bei umstrittenen Torsituationen die Hawk-Eye-Technik zu Hilfe genommen, die mit hundertprozentiger Sicherheit darstellt, ob der Ball mit vollem Durchmesser hinter der Linie war oder nicht. „Etlichen Vereinen der Zweiten Liga war die Torlinientechnik zu teuer und sie haben sie deshalb abgelehnt“, weiß Peter Cassalette. „Das hätte nicht sein dürfen. So etwas muss im Profifußball Pflicht sein.“

Dass der DFB einem Protest stattgegeben und ein Wiederholungsspiel angesetzt hätte, schien ausgeschlossen. Erstens gibt es keinen wasserdichten Beweis und zweitens greift die Tatsachenentscheidung. Das war ja selbst bei Kießlings Phantomtor in Hoffenheim der Fall, als der Ball neben das Tor ging und der Leverkusener Sieg trotzdem gewertet wurde.

Dass das Schiedsrichtergespann nach der Anerkennung des Tors ein schlechtes Gewissen geplagt hätte, konnte man auch nicht unbedingt behaupten. Denn zehn Minuten vor Schluss sah Milos Degenek für ein läppisches Foul an der Seitenlinie auch noch die Gelb-Rote Karte, die Löwen verloren das Spiel in Unterzahl und fielen auf den vorletzten Tabellenplatz – punktgleich mit Duisburg – zurück.

Der Abstieg rückt immer näher. Wobei Benno Möhlmann die Gründe für die Niederlage nicht nur in der seltsamen Spielleitung sehen wollte. „Nach dem 1:0 haben wir nicht genug nachgelegt“, kritisierte der Löwencoach, „wir haben wieder geführt und es nicht zu Ende gebracht.“ Möhlmann wird 1860 im Fall des Abstiegs so gut wie sicher verlassen. „Ich bin dann mit abgestiegen und dann sollte man andere Wege finden“, sagte der 61-Jährige im BR.

Vier Spiele bleiben noch, um den Abstieg, auf welche Art und Weise auch immer, zu verhindern. „Ich hoffe jetzt im Heimspiel gegen Braunschweig auf eine Trotzreaktion“, sagte Präsident Cassalette, „bei den Spielern und unseren Fans.“ Möglicherweise kommt aber gegen die Löwen noch etwas nach. Stefan Ortegas Aussagen nach dem Spiel („Was sich die Schiedsrichter erlaubt haben, war eine absolute Frechheit. Dieses Gespann hat im Profifußball nichts mehr verloren. Ich hoffe, die pfeifen nie mehr“) könnte den DFB-Kontroll-ausschuss auf den Plan rufen. Dafür gibt es leider den Fernsehbeweis…

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