Oberlöwe erwartet "Kratzen und Beißen"

Schneider fordert: "Es muss ein Ruck durchs Team gehen!"

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Interimspräsident Siegfried Schneider.

München - Interimspräsident Siegfried Schneider meldet  sich zu Wortund macht unmissverständlich klar, dass er von seiner Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der Pleite in Düsseldorf fordert. Außerdem soll jetzt "gekratzt und gebissen" werden.

Bis November wird Siegfried Schneider auf jeden Fall noch Präsident des TSV 1860 sein. Über die Nachfolge kann derzeit nur spekuliert werden, dem Vernehmen nach ist der Verwaltungsrat der Löwen mit einigen Kandidaten im Gespräch. Frühestens nächste Woche ist mit ersten offiziellen Details zu rechnen.

Wie sich die sportliche Situation bis dahin darstellt? Nach der trostlosen Darbietung beim 0:3 in Düsseldorf steht die Stimmung im Lager der Blauen auf der Kippe. Zwei Punkte, zwei Tore, Platz 17 – nicht umsonst sprach Sportchef Necat Aygün bereits vom „Abstiegskampf“. Sinne schärfen und ja nicht den Eindruck von Sorglosigkeit erwecken, heißt die Devise an der Grünwalder Straße. „Es ist doch klar, dass nach den bisherigen Ergebnissen und einem richtig schlechten Spiel wie jetzt in Düsseldorf etwas Unruhe reinkommt“, sagt Linksverteidiger Maxi Wittek. „Aber davon dürfen wir uns nicht verrückt machen lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass es bei dem einen Lapsus bleibt. Gegen Lautern am Samstag zählen nur die Punkte, nicht das Wie.“

Sätze, die Interimspräsident Schneider ohne Zögern unterschreiben dürfte. Zur tz sagte der Oberlöwe: „Es muss jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Gegen Lautern erwarten wir und die Fans, dass die Mannschaft bis zum Schlusspfiff kratzt und beißt. Torsten Fröhling hat für die anstehende Englische Woche mit drei Spielen selbst das Ziel von fünf bis sechs Punkten ausgegeben. Das ist richtig und notwendig.“

Nicht zuletzt für den Trainer selbst, der jüngst auf die Frage, inwieweit ihm die geringe Erwartungshaltung zupass komme, sagte: „Lasst uns doch hier mal die nächsten Jahre etwas Vernünftiges aufbauen. Aber da gehören Eier dazu.“

Rhetorisch geschickt verpackter Realismus, der Fröhling bislang von öffentlicher Kritik verschont hat. Sportchef Aygün gab dem Trainer im Münchner Merkur nun sogar eine Art Jobgarantie, indem er auf die Frage, ob er den Trainer als „unrauswerfbar“ bezeichnen würde, antwortete: „Ja, würde ich, klar. Unser Ziel ist, etwas aufzubauen. Die Mannschaft vertraut ihm, wir vertrauen ihm – das Verhältnis zum Trainer ist top intakt.“

Kritischer sieht die Lage an der Verletztenfront aus: Rubin Okotie ist nach seiner Gehirnerschütterung noch kein Kandidat für den Kader, dazu fallen Stephan Hain (Knie) und Valdet Rama (Adduktoren) aus. Als Zugang käme beispielsweise Jan Schaudraff (32, Ex-Hannover) infrage. Der Halbstürmer sagte der tz: „In Frage kommt prinzipiell alles. Wenn man mich anruft, höre ich mir alles an.“ Die Hoffnung trägt aktuell eher den Namen Marius Wolf, mit dessen Vertragsverlängerung in den nächsten Tagen gerechnet wird. „Ich hoffe, dass es diese Woche noch so weit ist“, sagte Wolf gestern auf tz-Nachfrage. Und das wäre dann doch mal wieder eine gute Nachricht im Wust der blauen Hiobsbotschaften.

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