Löwen mit Remis gegen RB Leipzig

Leidenschaft ja - erster Saisonsieg nein

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Gary Kagelmacher (r.) verrichtete seinen Job als Verteidiger mit festem Griff.

München - Der TSV 1860 wartet in der 2. Bundesliga weiter auf den ersten Sieg. Im Heimspiel gegen RB Leipzig zeigten die Löwen aber immerhin Moral und holten zwei Mal einen Rückstand auf. Zu mehr als dem fünften Remis im neunten Spiel langte es aber nicht.

Das Warten auf den ersten Saisonsieg bleibt zwar auch nach dem neunten Spieltag bestehen, aber die Löwen wurden am Sonntag von den gut 20.000 Zuschauern trotzdem mit Beifall aus der Allianz Arena verabschiedet. Ein 2:2 (1:1) gegen den Aufstiegsfavoriten RB Leipzig – das konnte sich durchaus sehen lassen. Ein Punkt, der auch Trainer Torsten Fröhling gut getan haben dürfte nach den Turbulenzen in der vergangenen Woche, in der Geschäftsführer Noor Basha in Düsseldorf Tuchfühlung zu Peter Neururer aufgenommen hatte.

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Der Löwen-Trainer sah sich angesichts der Lage durchaus veranlasst, das Positive hervorzuheben: „Ich glaube, man hat gesehen, dass die Mannschaft will, dass sie Charakter hat und dass sie marschiert. Hochachtung für diese Energieleistung. Schade ist nur, dass wir uns für diese Leistung heute nicht mit einem Sieg belohnt haben.“

Erstmals stellte sich auch Geschäftsführer Markus Rejek nach einem Spiel und nahm Stellung zur aktuellen Situation und Trainer-Diskussion: „Nach diesem Spiel fahren wir mit breiter Brust zum Auswärtsspiel am Freitag nach Bielefeld. Mit Torsten Fröhling. Man hat doch gesehen, dass keiner gegen den Trainer spielt, und dass die Mannschaft vor allem mental eine bärenstarke Leistung geboten hat.“

Einzelkritik: Viele ordentliche Noten für die Löwen

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Eicher: Ließ Forsbergs Distanzschuss in der 45. Minute nach vorne abklatschen und hatte Glück, dass Poulsen drüberknallte. Ohne Chance Note: 4
Kagelmacher: Viel beschäftigt mit dem agilen Forsberg, nicht immer stellungssicher. Note: 4
Schindler: Hatte Glück, dass sein Stellungsfehler gegen Poulsen in der Startphase nicht bestraft wurde. Lieferte die unglückliche Vorlage zum 0:1 durch Forsberg, hatte aber auch einige Retter-Szenen wie in der 36. Minute gegen Poulsen. Note: 3
Rodnei: Der Ex-Leipziger stand nach Bülows Verletzung zum ersten Mal in der Startelf und spielte seine Routine im Zweikampf aus, auch wenn er Glück hatte, dass er Poulsen bei einer riskanten Grätsche in der 65. Minute nicht berührte und einen Elfer verursachte. Note: 2 © sampics / Christina Pahnke
Wittek: Hatte einen schweren Stand gegen Poulsen, hätte schon früher Gelb sehen können, ja müssen. Note: 3 © sampics / Stefan Matzke
Adlung: Passable Partie, aber mit zu vielen leichten Abspielfehlern. Scheiterte nach einer halben Stunde mit einem Aufsetzer aus 30 Metern an Coltorti, hatte im zweiten Durchgang eine weitere Schusschance. Note: 4
Degenek: Ließ sich oft zwischen die Innenverteidiger zurückfallen und verdichtete die Defensive. Nach vorne oft zu überhastet. Note: 3
Vollmann: Oft nicht nah genug am Mann und nach Ballgewinn zu hektisch. Ließ den eingewechselten Halstenberg vor dem 1:2 ziehen. Note: 5
ab 75.: Mvibudulu: o.B. © sampics / Christina Pahnke
Wolf: Zuletzt in der Formkrise, gestern mit deutlichem Aufwind. Schöne Direktabnahme zum 1:1, bediente Okotie vor dem 2:2.Note: 2
ab 87.: Mugosa © sampics / Stefan Matzke
Liendl: Der Vorarlberger stand zum ersten Mal in der Startelf und leitete mit seinem Fehlpass in der 6. Minute den Konter zum 0:1 ein. Kam mit zunehmender Spielzeit immer besser zur Geltung und beruhigte die Partie mit seiner Übersicht. Note: 3 © M.i.S.-Sportpressefoto
Okotie: Glänzende Vorarbeit zum 1:1, als er Orban alt aussehen ließ. Sehr bemüht, aber oft auf sich allein gestellt. Klasse Abschluss zum 2:2, als er Klostermann duch die Beine schoss. Note: 2

Dabei hatte die Partie einen für die Löwen alles andere als passenden Beginn genommen. Schon nach drei Minuten ließ Yussuf Poulsen nach einem Fehler von Schindler eine Riesenchance liegen, drei Minuten später war’s dann geschehen. Eine verunglückte Kopfballabwehr von Schindler nutzte Forsberg zum 1:0. Aber wie schon zuletzt in Sandhausen schlugen die Löwen postwendend zurück, Rubin Okotie vernaschte mit feinem technischen Geschick an der Torauslinie den Leipziger Orban, passte dann überlegt auf Marius Wolf, der aus elf Metern per Flachschuss traf. Beide Mannschaften schenkten sich in der Folge nichts, Forsberg vergab eine gute Chance (23.), Adlung scheiterte an Torhüter Coltorti (34.), und Schindler stoppte im letzten Moment den einschussbereiten Poulsen (36.).

Die Löwen wehrten sich, hielten dagegen und versuchten ihre technische Unterlegenheit mit viel Einsatz wettzumachen. Allen voran Innenverteidiger Rodnei, der bei seinem Startelfdebüt gegen seinen Ex-Klub eine ganz starke Leistung bot. In der 67. Minute war aber auch er dann machtlos. Vollmann hatte Halstenberg davonsausen lassen, und Selke verwandelte dessen Flanke zum 2:1.

Aber wieder schlugen die Löwen zurück. Diesmal gab Wolf den Vorbereiter, und Okotie traf (78.) Per Flachschuss ins kurze Eck.

Das war’s. Leipzigs Trainer Ralf Rangnick war „frustriert“ und „enttäuscht“, Fröhling kündigte an, dass man „mit dieser Hingabe“ noch „die nötigen Punkte holen“ würde, und Rejek zog ein treffendes Fazit: „Heute gab es keinen Gewinner, aber der Verlierer ist Leipzig.“

Weitere Stimmen zum Spiel

Marius Wolf über sein Tor und den Treffer von Okotie: "Ich freue mich besonders für Rubin, dass der Knoten bei ihm endlich geplatzt ist. Natürlich waren beides gute Aktionen, sowohl seine Vorarbeit und auch sein Treffer." Für Trainer Torsten Fröhling gibt es Rückendeckung: "Wir stehen voll hinter dem Trainer. Man sieht das die Einstellung stimmt, wir haben nicht aufgegeben. Die Leistung stimmt ja, nur die Ergebnisse fehlen noch, aber die werden noch kommen."

Rubin Okotie: "Marius ist ein sehr guter Spieler, der immer das Auge für den Mitspieler hat", kommentierte er die Vorarbeit durch Wolf. "Wir spielen viel besser als letzte Saison, aber wir holen keine Punkte." Der anstehende Wiesn-Besuch "geht natürlich viel besser mit dieser Leistung und einem Punkt."

Torsten Fröhling: "Wir wollen immer gewinnen. Es ist schade, dass sich die Mannschaft für diese tolle Leistung nicht belohnt hat. Aber der Punkt ist positiv. Ich glaube immer bis zum Schluss an die Mannschaft. Es macht mir unglaublich spaß mit dieser Mannschaft zu arbeiten."

sid

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