Neuer 1860-Trainer

Moniz bei den Löwen: Das erste Foto

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Ricardo Moniz (l) und Gerhard Poschner schlendern über das Vereinsgelände der Löwen.

München - Am Mittwochabend hat der TSV 1860 die Verpflichtung von Ricardo Moniz als neuen Trainer bekannt gegeben. Schon am Donnerstag schlenderte der Neu-Löwe mit Gerhard Poschner über das Vereinsgelände.

Die exzessiven Lobeshymnen auf den Überraschungsmann klingen ganz nach 1860 München: Schrill, exzessiv, etwas übertrieben. „100-Prozent-Typ“, „Er musste es einfach sein“, „Vollblut-Typ“, „Er lebt Fußball“: So beschreibt der TSV den neuen Trainer Ricardo Moniz, der den Klub von der Grünwalder Straße nach zehn Jahren Unterklassigkeit wieder in die Fußball-Bundesliga führen soll. Am Mittwochabend überraschten die Sechziger alle mit dem Niederländer, der zuletzt in Ungarn und Polen arbeitete. Bereits am Donnerstag war der neue Coach zu Gast auf dem Vereinsgelände der Löwen.

Nach langen Wochen der Suche zauberte Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner nun also den 49-Jährigen aus dem Hut, den manch ein Fan hierzulande - wenn überhaupt - als Co- und später Interimstrainer des Hamburger SV 2010 in Erinnerung hat. Es folgte ein Engagement bei Red Bull Salzburg, das Moniz 2012 mit dem Double-Gewinn aus Meisterschaft und österreichischem Pokal-Erfolg krönte. Dann ging es weiter nach Budapest, zuletzt arbeitete Moniz in Danzig.

Poschner stellte beim Nachfolger von Friedhelm Funkel und Markus von Ahlen nun „alle Löwen-Tugenden“ fest: „Ich bin mir sicher, dass Ricardo noch mehr Fußball aus den Spielern herauskitzelt und durch seine Leidenschaft jeden einzelnen überzeugt.“ Dennoch reichte es für den Niederländer nur zu einem leistungsbezogenen Zweijahresvertrag.

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Offenbar passt Moniz in das Anforderungsprofil der Sechziger. Attraktiven Fußball will der TSV spielen, ein 4-3-3-System wird gewünscht. Dass das System dabei wichtiger ist als Trainer, stellte Finanz-Chef Markus Rejek jüngst klar. Derartig unterordnen und eine Philosophie aufzwängen lässt sich vermutlich nicht jeder Trainer.

Für von Ahlen reichte es nicht zum Aufstieg vom Interims- zum Cheftrainer - als Assistent Moniz' bleibt er aber immerhin im Team.

Eine eher weniger erfreuliche Nachricht musste 1860 nur kurz nach der Verpflichtung von Moniz kundtun. Wie schon seit Tagen vermutet, verlässt Torjäger Yuya Osako nach gerade einmal fünf Monaten die Münchner und wechselt zum 1. FC Köln in die Fußball-Bundesliga. Der japanische WM-Teilnehmer machte von einer Vertragsklausel Gebrauch.

„Wir danken ihm für die kurze, aber gute Zeit bei den Löwen“, wurde Poschner am Donnerstag zitiert. Der Sportler selbst sagte: „Die Bundesliga ist für mich die beste Liga der Welt. Mein Bestreben ist immer, mich weiter zu verbessern.“ Nach jüngsten Meldungen betonte der TSV, dass die kompletten Transferrechte an Osaka bei 1860 gelegen seien. Die Ablösesumme soll rund 1,5 Millionen Euro betragen.

dpa

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