1860-Stürmer in Österreich gefeiert

Schießt Okotie auch die Löwen aus der Krise?

+
Bei den Löwen ist trotz der vielen Tore von Rubin Okotie derzeit eher Tristesse angesagt.

München - Ein ganzes Stadion feiert frenetisch einen Spieler des TSV 1860. Ja, so was gibt’s. Nur trug der Umjubelte nicht den Löwen auf der Brust, sondern den österreichischen Bundesadler.

Rubin Okotie genoss die Ovationen der 44 000 am Sonntag im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Mit seinem ersten Länderspieltor hatte der 27-jährige Angreifer den 1:0-Sieg gegen Montenegro herausgeschossen und dafür gesorgt, dass die Österreicher in der EM-Qualifikationsgruppe C an der Tabellenspitze stehen. „Unglaublich“, strahlte Okotie, „unbeschreiblich. Mein erstes Tor im Team widme ich meiner Familie.“ Seiner Frau und seinem fünf Wochen alten Söhnchen. „Vanessa und Tiamo – ich liebe euch über alles“, schrieb er gestern auf seiner Facebook-Seite.

Von Ahlen warnt vor zu hohen Erwartungen

Aber eigentlich ist es ja gar keine so große Überraschung, dass Okotie inzwischen auch in seinem Nationalteam für Furore sorgt. Er macht einfach da weiter, wo er bei 1860 mit sechs Zweitligatoren und zwei Pokaltreffern in dieser Saison angefangen hat.

Okotie ist der mit Abstand beste der zehn Poschner-Einkäufe in dieser Saison, und seine Tore werden wohl auch am Sonntag beim Auswärtsspiel in Aue nötig sein. Derzeit stehen die Löwen auf dem viertletzten Tabellenrang, und Markus Ahlen sagte vor seinem ersten Spiel nach der Beförderung zum Cheftrainer am Sonntag bei Blickpunkt Sport: „Wir streben natürlich langfristig mehr an. Für uns ist aber wichtig, das jetzt anzuerkennen, dass man da jetzt ist und das als Startpunkt betrachtet.“

Dass dann aber sogar das Wort Aufstieg zur Sprache kam, erscheint angesichts von neun Punkten aus neun Spielen als wenig realitätsnah. Von Ahlen allerdings antwortete auf diese Frage im Kicker: „Der Aufstieg in die erste Liga ist etwas, das sich aus einer konsequenten Weiterentwicklung ergeben muss. Das Ziel muss es natürlich sein.“ Ein Aufstieg wachse „von innen heraus, aus gewachsenen Strukturen, aus gewachsenen Arbeitsabläufen und Konstanz”.

Mross, Snoop Dogg, der Kaiser: Diese Promis sind 1860-Fans

Mross, Snoop Dogg, der Kaiser: Diese Promis sind 1860-Fans

Das vermisst man beim TSV 1860 bisher, und angesichts der Tabellensituation sollte man sich an der Grünwalder Straße erstmal mit anderen Gedanken beschäftigen. Die Gefahr besteht, am Wochenende sogar auf den letzten Platz zurückzufallen. Dann nämlich, wenn 1860 in Aue verliert und Union Berlin gegen Sandhausen gewinnt sowie Frankfurt gegen Ingolstadt.

Erzgebirge Aue – das ist in etwa die Kategorie Aalen und Sandhausen. Und gegen beide dieser Mannschaften haben die Löwen in dieser Saison verloren. Selbst Rubin Okotie hat in beiden Partien nicht getroffen. Vielleicht gibt ihm der Triumph von Wien ja einen Extra-Schub.

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation

Kommentare