Kein etatmäßiger Sechser zur Verfügung

Setzt Möhlmann gegen den KSC auf diesen Youngster?

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Wenn nicht jetzt, wann dann? Emanuel Taffertshofer hofft auf seinen ersten Zweitliga-Einsatz für 1860.

München - Benno Möhlmann gehen vor seinem ersten Pflichtspiel als Löwen-Trainer am Montag gegen den KSC die Sechser aus. Das könnte einem 20-Jährigen in die Startelf spülen.

Plötzlich stand er am Zaun: Der Spielertyp, der den Löwen jetzt weiterhelfen könnte. Ex-Nationalspieler, 33, ein erfahrener Sechser mit ausgeprägtem Tordrang und hartem Distanzschuss. Das Problem: Thomas Hitzlsperger war als Fußballexperte für den BR an der Grünwalder Straße – seine aktive Karriere hat er vor zwei Jahren beendet. Übrigens auch deshalb, weil die Löwen damals keine Verwendung für ihn hatten. „Das hätte ich gerne noch gemacht“, verriet der 52-malige Nationalspieler und 1860-Sympathisant: „Meine ganze Familie war ja schon immer blau. Leider wollte mich der damalige Trainer nicht.“

Gerade jetzt, da die Not in der Defensive groß ist, käme ein Typ wie Hitzlsperger sehr gelegen. Stammsechser Milos Degenek gelbgesperrt, Kai Bülow und Dominik Stahl langzeitverletzt, Rodnei angeschlagen – Benno Möhlmann ist um seine Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Das ganze Umfeld erwartet einen Einstandssieg am Montag gegen Karlsruhe (20.15 Uhr). Doch der Nachfolger von Torsten Fröhling wusste bis Donnerstag nicht, wie er vor lauter Fragezeichen eine halbwegs stabile Hintermannschaft bilden soll. Torwartfrage offen, mindestens eine Position in der Innenverteidigung fraglich, dazu die Problematik, dass Allrounder Gary Kagelmacher schlecht rechts hinten und vor der Abwehr gleichzeitig aushelfen kann. Möhlmann quittierte die Personalnot mit einem Achselzucken. „Machen Sie mir Vorschläge“, scherzte der Trainer in Richtung Presse: „Dann kann ich das morgen nachlesen und entsprechend umsetzen.“

Schindler könnte Möhlmann Tipps geben

Christopher Schindler, der zusammen mit Maximilian Wittek das Defensivkorsett bildet, ging schon mal mit gutem Beispiel voran. Gefragt, wie das Abwehrproblem zu lösen sei, kramte der Kapitän erfolgreich in seinem Kurz-, Mittel- und Langzeitgedächtnis. Sein Vorschlag für rechts hinten: „Daylon (Claasen) hat da in der Vorbereitung ganz gut gespielt. Korbi Vollmann auch schon mal, als Angha in Nürnberg vom Platz geflogen war.“ Und fürs defensive Mittelfeld: „Vielleicht könnte Emanuel Taffertshofer eine Chance bekommen.“ Den 20-Jährigen aus Söchering hält Schindler für prädestiniert: „Er ist jetzt schon lange dabei und hat gezeigt, dass er ein verlässlicher Spieler ist.“

Sollte ihn Möhlmann um Rat bitten, würde der Kapitän sein Insiderwissen bereitwillig zur Verfügung stellen. Schindler glaubt: „Wir haben genug Spieler, die flexibel einsetzbar sind. Es wird nicht einfach, aber wir werden eine stabile Kette finden.“ Positiv: Zumindest in der Offensive gibt es keine neuen Baustellen. Stefan Mugosa und Rubin Okotie sind gesund von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt. Auch Daniel Adlung hat seine Wadenprobleme (Kompartment-Syndrom) überwunden und sich Donnerstag an einem munteren Torschusstraining beteiligt. Möhlmann: „Die Quote war insgesamt ganz gut. Die Abnahme vor dem Tor kann aber noch besser werden.“

Bei diesem Satz durfte sich auch Wittek angesprochen fühlen. Nach zwei Einsätzen für die deutsche U 20 genoss der Linksverteidiger einen freien Vormittag – und als er mittags zum Team stieß, wurde er auf sehr liebevolle Fußballerart an sein Missgeschick der Woche erinnert. Elfmeter verschossen – der Spott kam kübelweise. Wittek jedoch nahm die Sache mit Humor: Er lachte mit. Und überhaupt, glaubt er, scheint es bei 1860 stimmungsmäßig aufwärts zu gehen. „Schlecht kann’s nicht gewesen sein“, sagte der Spätheimkehrer über die Woche seit dem Trainerwechsel: „Sonst hätte ich bestimmt was gehört.“

Uli Kellner

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