Ex-Löwe lässt jetzt andere kämpfen

Löwen-Rückkehr nach abruptem Rausschmiss? So steht Aygün zu einem möglichen Engagement

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Necat Aygün.

Löwen-Fans ist er als beinharter Verteidiger in Erinnerung, jetzt lässt er andere zuschlagen: Necat Aygün, bis 2016 bei Sechzig als Spieler, Chefscout und Sportchef aktiv, hat die Seiten gewechselt.

München - Der Defensiv-Spezialist hat die Beratungsagentur NA-Sports gegründet. Dafür wurde er zum „Fremdgänger“, wie er der tz im Gespräch erklärt: „Mein Kerngeschäft ist zwar Fußball und die Entwicklung von jungen Spielern zum Profi, ich habe mich aber schon immer für andere Sportarten begeistert – deswegen möchte ich meine Erfahrung nutzen, um Athleten zu helfen, egal in welcher Sportart.“

Aktuelles Beispiel dafür ist Shefat Isufi. Der 28-jährige, von Aygün betreute Mittelgewichtsboxer steigt am Samstagbend bei der TMS Fight Night im Kesselhaus in den Ring, um seinen WBO-Intercontinental-Gürtel gegen den Belgier Mohamed El Achi zu verteidigen. Isufi: „El Achi ist ein starker, talentierter Kämpfer. Ich bin aber gut vorbereitet und werde alles geben.“ Sein Agent ist da schon angriffslustiger – sein Tipp: „K.O. in der neunten Runde!“

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„Patzt man beim Boxen, gibt´s den K.O.“

Dass Ex-Abwehrchef Aygün eine Vorliebe für den Boxkampf hegt, ist kein Zufall: „Ich hatte auf dem Platz selbst viele Eins-gegen-eins-Duelle, bei denen ich mich beweisen musste“, so der 38-Jährige. Doch gebe es einen großen Unterschied: „Beim Fußball kann ein Mitspieler auch einmal einen Fehler ausbügeln. Patzt man dagegen beim Boxen, gibt’s den K.o. – das macht den Reiz aus!“

Vor drei Monaten gründete Aygün seine Agentur in Grünwald, bei der mittlerweile einige Fußballprofis wie Nono Kossou oder Ugur Türk von 1860 unter Vertrag stehen. Auch nach dem Löwen-Aus 2016, einem abgeschlossenen Sportmanagement-Studium und dem Trainerschein wollte Aygün in München bleiben – wichtig sei ihm jetzt, seinen Schützlingen ein verlässlicher Partner zu sein: „In der Branche gibt es viele schwarze Schafe, die vor allem den Jungen falsche Versprechungen machen. Dadurch entsteht oft eine Kettenreaktion, in der Spieler ihre Berater wie Unterhosen wechseln. Das kann für niemanden gut sein“, so Aygün. Klar sei aber auch: „Dankbarkeit wird in unserem Geschäft nicht großgeschrieben!“

Aygün (l.) als Manager mit seinem Fighter Shefat Isufi.

Dies sei ihm bei seinem abrupten Rausschmiss bei den Löwen bewusst geworden. „Das war schon hart“, erinnert sich Aygün. Groll hege er heute nicht: „Das ist verdaut – der Verein ist für immer in meinem Herzen und ich gehe auch weiter ins Stadion.“ Ob er selbst noch einmal als Vereinsoffizieller zurückkehrt, lässt er offen: „Man soll ja niemals nie sagen.“

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