Sport-Geschäftsführer will weitermachen

Poschner zur tz: "Mein größter Fehler war ..."

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Gerhard Poschner.

München - Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner erklärt in der tz, welche Fehler er aus seiner Sicht in seinem Job beim TSV 1860 München gemacht hat. Unabhängig dessen und entgegen aller Kritik möchte Poschner aber weitermachen.

Noch steht der Fanprotest am Samstag am Trainingsgelände des TSV 1860, wo sich Anhänger der Löwen treffen wollen, um die Ablösung von Gerhard Poschner zu fordern. Die Hoffnung, dass der Sport-Geschäftsführer vorher das Handtuch wirft und die Aktion hinfällig wird – unrealistisch. Denn Poschner erklärte am Dienstag gegenüber der tz: „Solange ich der Überzeugung bin, dass wir alle zusammen einen Weg zur Besserung finden, werde ich das durchziehen. Verantwortung heißt für mich, Fehler einzugestehen und auszubügeln. Wegzulaufen wäre feige – das ist nicht meine Art.“

Noch sieht Poschner also eine Perspektive. Und das, obwohl sich nicht nur viele Fans, sondern auch Präsident Gerhard Mayrhofer und Verwaltungsratschef Sigi Schneider öffentlich für eine Trennung vom Sportchef ausgesprochen haben. Mit Mayrhofer und dessen Präsidiumskollegen sowie Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek, KGaA-Aufsichtsrat Noor Basha und Karl-Christian Bay, Mitglied im Beirat der 1860 Geschäftsführungs-GmbH, saß Poschner am Montag zweieinhalb Stunden zusammen, um die Lage zu besprechen. Wie hoch der Vergnügungswert liegt, wenn man dabei zum Teil mit Leuten konfrontiert ist, die einen nicht mehr haben wollen? Poschner: „Ich werde derzeit 24 Stunden am Tag bearbeitet, aber ich erwarte von mir selbst, dass man sich professionell verhält und sich mit der Sachlage und den Konflikten komplett emotionsfrei auseinandersetzt.“

Davon kann derzeit keine Rede sein. Wie sich angesichts der Überkreuz-Situation mit dem Präsidium eine Saison planen lasse? Poschner zur tz: „Wenn das so sein sollte, dann erschwert das die Arbeit natürlich ungemein. Die Berater und Spieler leben ja auch nicht hinterm Mond. Aber eine Arbeit muss einem ja auch nicht unbedingt leicht gemacht werden…“

Poschner kann sich derzeit durch die Unterstützung von Geldgeber Hasan Ismaik (er hat ihn vor einem Jahr als neuen Sportchef beim TSV 1860 mit ausgesucht) und dessen Vertreter Noor Basha noch in seinem Amt sicher fühlen. Doch was ist, wenn das Präsidium sich mit Hilfe der 50+1-Regel über den Investor hinwegsetzt? Mayrhofer in der SZ: „50 + 1 ist die allerletzte Konsequenz. Wenn man das macht, ist viel passiert vorher.“

Auf die Frage, welche Fehler er in der vergangenen Saison gemacht habe, gab Poschner zu: „Mein größter Fehler war, dass ich zweimal bei den Trainern daneben gelegen habe: bei Ricardo Moniz und bei Markus von Ahlen. Dazu habe ich die Situation falsch eingeschätzt, als ich die Mannschaft mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Kulturen zusammengestellt habe.“

Wie es weitergeht? Poschner will mit Trainer Torsten Fröhling verlängern, möglichst noch diese Woche. Der Coach hat seine Bereitschaft signalisiert. Fehlt noch die Zustimmung des Präsidiums.

cm, lk

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