"Abgerechnet wird zum Schluss"

Poschner räumt Fehler ein - und fordert Geduld

+
Gerhard Poschner hat immer noch Spaß an seinem Job als 1860-Sportdirektor.

München - Gerhard Poschner steht in der Kritik. Kein Wunder, schließlich befindet sich die von ihm zusammen gestellte Mannschaft im Abstiegskampf, bereits der dritte Trainer ist am Werk. Der 1860-Sportdirektor bezieht Stellung.

Dass er in seiner Position keine guten Argumente hat, weiß Gerhard Poschner. Der Sportdirektor des TSV 1860 München steht in der Kritik - weil die von ihm zusammen gestellte Mannschaft inzwischen schon mit dem dritten Trainer in dieser Saison gegen den drohenden Abstieg kämpft. Seine Transferpolitik wurde dem Ex-Profi um die Ohren gehauen. Von den dreizehn Neuzugängen, zehn im Sommer, drei im Winter, schlug mit wenigen Ausnahmen kaum einer ein. Rubin Okotie als Torjäger war ein Treffer, Jannik Bandowski, der im Winter ohne große Erwartungen von Borussia Dortmund II ausgeliehen wurde, könnte einer werden. Aber sonst?

Poschner: "Bei 1860 gibt es nur Schwarz oder Weiß"

Poschner geht das alles viel zu schnell. "Grundsätzlich wird hier jeder in eine Schublade gesteckt. Wie zum Beispiel im Fall Kagelmacher: Das ist der blindeste Spieler, den 1860 je verpflichtet hat, war anfangs die einhellige Meinung. Und wenn man die letzten Spiele und seine Entwicklung betrachtet, tut es weh, wenn man diese Schublade wieder öffnen muss. Dabei muss man sich eingestehen, der ist ja gar nicht so schlecht. Also: Abgerechnet wird zum Schluss", erklärt er im Interview mit der "Passauer Neue Presse".

Generell empfindet der 45-Jährige die Situation an der Grünwalder Straße als zu schematisch. "Wenn wir einen Superstar holen und der lässt auf dem Trainingsplatz den Ball beim Jonglieren fallen, dann werden Sie hier ebenfalls hören: Das ist der Blindeste, der überhaupt rumläuft – es gibt bei 1860 nur Schwarz oder Weiß, das hat Tradition", sagt Poschner.

Poschner bestreitet Einflussnahme auf Trainer: "Völliger Humbug"

Dennoch räumt der Sportdirektor ein, selbst auch Fehler gemacht zu haben: "Wenn man in einer Saison zweimal einen Trainer beurlaubt, kann man sich nachher nicht hinstellen und sagen, ich habe alles richtig gemacht." Die Unterstellung, er hätte sich bei seinen Trainern immer auch in die Aufstellung oder das Spielsystem eingemischt, weist er allerdings weit von sich. "Ich entscheide doch nicht, wer im Kader ist. Ich sage doch nicht dem Trainer, wer zu spielen hat. Auch das wurde mir des Öfteren vorgeworfen, dass ich Einfluss nehmen würde bezüglich Spielformation oder Kader – das ist völliger Humbug", stellt Poschner klar.

Insgesamt wünscht sich der Löwen-Sportchef mehr Konzentration auf das Wesentliche - und nimmt sich dabei selbst nicht aus: "Mein Jahr spielt doch überhaupt keine Rolle. Jeder ist unwichtig – oder alle sind gleich wichtig, je nach Blickwinkel. Es wird hier viel zu viel über Personen, persönliche Empfindungen und Bedürfnisse diskutiert."

Den Spaß an seinem Job hat Poschner trotz der Turbulenzen und Anstrengungen der letzten Monate aber immer noch nicht verloren: "Ich kann ja auch morgen sagen: Wisst Ihr was, vielen Dank! Es zwingt mich ja keiner. Aber es gibt ja auch positive Seiten. Wenn man die Fans in den letzten Spielen erlebt, ist das eine positive Heftigkeit, die erlebt man auch nicht überall."

"Kratzen und Beißen" - die Löwen bereiten sich auf Fürth vor

"Kratzen und Beißen" - die Löwen bereiten sich auf Fürth vor

auch interessant

Meistgelesen

Keine Einigung mit Forren - Gustavo fliegt mit nach München
Keine Einigung mit Forren - Gustavo fliegt mit nach München
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
<center>Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher</center>

Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher

4,90 €
Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher
<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

14,35 €
Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

12,35 €
Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75</center>

Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75

10,90 €
Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75

Kommentare