Aufsichtsrats-Chef will OB Reiter treffen

Ismaik über neues Stadion: "... dann spielt Geld keine Rolle"

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Telefonieren? Nein, 1860-Investor Hasan Ismaik möchte bei einem weiteren Besuch in München Oberbürgermeister Dieter Reiter persönlich treffen.

München - Eine Dreiviertelstunde erklärte Hasan Ismaik, was er mit den 1860 -Verantwortlichen besprochen hat. Vier Themen sind es, die angegangen werden sollen.

Hotel Kempinski, Royal Ludwig Suite. Schlappe 15.000 Euro kostet die Nacht in einer der luxuriösesten Hotelsuiten Münchens. 190 Quadratmeter, 24 Stunden Butlerservice. Hier empfängt Hasan Ismaik, der am heutigen Freitag seinen 39. Geburtstag feiert, zur Pressekonferenz im kleinen Kreis. „Ich liebe München“, sagt er. „Und ich liebe Blau.“ Zum Beweis tippt der Hauptgesellschafter und Aufsichtsrats-Chef des TSV 1860 auf sein weiß-blau-kariertes Ralph-Lauren-Hemd, Fotos mit ihm sind nicht erwünscht in den Räumen des Märchenkönigs. 45 Minuten dauert das Gespräch. Teilweise auf Englisch, größtenteils auf Arabisch (übersetzt von Cousin und 1860-Geschäftsführer Noor Basha) erklärt Ismaik, was er am Vorabend sechs Stunden lang mit den Klub-Verantwortlichen besprochen hat und wo angesetzt werden soll, um den Klub zurück in die Erfolgsspur zu führen.

Thema Nummer 1: Die Stadionsituation: „Das ist der wichtigste Punkt“, sagt Ismaik. „Beide Gesellschafter“ stünden hinter dem geplanten Projekt in München-Riem. „Wenn die Stadt kooperativ ist, geht es schnell. Wenn klare Fakten da sind, spielt Geld keine Rolle.“ Um auszuloten, wie kooperativ die Stadt München ist, will Ismaik für seinen nächsten München-­Besuch im September einen Gesprächstermin mit OB Dieter Reiter vereinbaren. 1860-Interimspräsident Siegfried Schneider sagte zum Thema Stadion bei München.tv: „Wir haben Zusagen der Stadt und der Messe, dass wir bauen können, wenn wir wollen. Aber wir müssen zuerst die Finanzierung sichergestellt haben. Du kannst dich in kein Abenteuer begeben und raus aus der Arena gehen, weil du dann nicht mehr zurückkommst. Es muss alles stehen, auch bei Übergangslösungen muss das Endergebnis sicher sein. Ansonsten kannst du dieses Wagnis nicht auf dich nehmen.“

Thema Nummer 2: Die sportliche Lage: „Wir müssen den Boden bereiten“, sagt Ismaik. Nach dem knapp geglückten Klassenerhalt sei eine sorgenfreie Saison das höchste der Gefühle. Zwei, vielleicht drei Verstärkungen sollen noch kommen, das dafür vorgesehene Budget von zwei Millionen Euro wird einstweilen nicht aufgestockt. Worauf Ismaik Wert legt, ist die überfällige Renovierung des Nachwuchsleistungszentrums. Die Jugendarbeit soll weiter verstärkt werden. Und die Profimannschaft? „Ich habe das Hoffenheim-Spiel im Fernsehen gesehen. Hoffentlich machen sie so weiter!“

Ulrich Bez (3.v.r.) bei der Vorstellung von Aston Martin als neuer Hauptsponsor des TSV 1860 am 16.09.2011.

Thema Nummer 3: Die ungeklärten Personalien: Bei der Frage nach der Neubesetzung des Sportdirektoren-Postens verweist Ismaik auf die Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha. Beide erklären, dass Necat Aygün zumindest bis zum Ende der Transferperiode am 31. August die Verantwortung tragen werde. „Danach“, so Basha, „werden wir in aller Ruhe und ohne Druck sehen, wie sich die Dinge entwickeln.“ Das Thema Felix Magath darf einstweilen als erledigt betrachtet werden. „Ich respektiere Magath für das, was er geleistet hat“, sagt Ismaik, „aber er ist nicht auf unserer Liste.“ Neu mit an Bord als Aufsichsrat der KGaA und Geschäftsführungs-Beirat ist Ulrich Bez (71). Der Stuttgarter war bis November 2013 Geschäftsführer des britischen Sportwagenherstellers und ehemaligen 1860-Trikotsponsors ­Aston Martin. Bez ersetzt Noor Basha in den Gremien, die zweite vakante Stelle im Aufsichtsrat soll zeitnah besetzt werden.

Thema Nummer 4: Ein möglicher Anteilsverkauf: Bevor er danach gefragt wird, stellt Ismaik klar, dass er seine Anteile an 1860 (60 Prozent, davon 49 Prozent stimmberechtigte) nicht verkaufen will. „Wenn es so ist, komme ich auf euch zu“, sagt er zu den Journalisten und lächelt. Er bereue sein Engagement bei 1860 nicht, beteuert er. Das Leben habe vier Jahreszeiten und davon sei erst eine vorbei. Interessant: Ismaik gibt zu, die 50+1-Regel bei seinem Einstieg 2011 „nicht gekannt“ zu haben. „Sonst hätte ich vielleicht länger darüber nachgedacht“, sagt er. „Aber jetzt ist es so und muss respektiert werden.“

lk

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