"Tiger" analysiert die Löwen

"Fehler über Fehler": Effe nimmt 1860 auseinander

+
Stefan Effenberg lässt kein gutes Haar an den Löwen-Verantwortlichen.

München - Dass die Lage bei den Löwen nicht gerade zum Besten bestellt ist, hat auch Stefan Effenberg bemerkt. Der Ex-Bayern-Profi hat sich zur Situation beim TSV 1860 München seine Gedanken gedacht.

Wenn ein Tiger über Löwen spricht: Stefan Effenberg hat sich bei einer Sky-Presserunde ausführlich zur Lage des TSV 1860 München geäußert. Wir haben die wichtigsten Aussagen zusammen gestellt:

Stefan Effenberg über die Entwicklung bei 1860:

"Mir tut es leid. Sie sind ja mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet, dann ist die Entwicklung schon tragisch und traurig. Ich bin ja jetzt nicht der blaue Blaue in dem Sinne, aber ich freue mich auch nicht, dass sie da unten drinstehen. Um Gottes Willen! Es ist halt eine traurige Entwicklung, die da genommen wurde."

... über die getroffenen Entscheidungen:

"Viele Dinge wurden falsch gemacht, viele Entscheidungen getroffen, die man schwer nachvollziehen kann. Ich schaue jetzt nicht intensiv mit beiden Augen drauf, aber es interessiert mich sehr wohl. Entscheidungen auch in dem Sinne, dass man Spieler hat gehen lassen, wo ich sehr wohl einschätze, dass die bei mir nicht gegangen wären. Dann hast du auch so einen Kiraly. Man kann über diese Personalie diskutieren, für einen Löwen-Fan ist sie aber schwer zu verstehen. Falls es noch welche gibt. Hoffen müssen die immer."

... über den Abstiegskampf und die Zukunft:

"Ich würde mir natürlich wünschen, dass sie drin bleiben. Aber was ist dann der nächste Schritt der Entwicklung? Jedes Jahr gegen den Abstieg zu kämpfen? Oder will man sich weiterentwickeln? Es wurden sportliche Entscheidungen getroffen, die ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Muss ich ganz klar und deutlich sagen. Auch das Umfeld ist nicht ruhig und sehr schwierig. Der eine ist dann mal auf Facebook und gibt irgendwelche Kommentare ab – ja wo kommen wir denn da hin? Das geht nicht! Das kann ich nicht nachvollziehen."

... über den Umgang mit der "Taxi-Affäre":

"Ich muss doch alles dafür tun, dass ich Ruhe im Umfeld habe. Sie machen genau das Gegenteil. Da machen sie auf einmal ein Fass auf mit den Jungs, die da in der Disco waren. Ich hätte den Jungs gesagt: Ich hoffe, es war ein schöner Abend für euch. Haben wir früher auch gemacht. Aber jetzt, am Samstag, marschiert ihr hundert Prozent. Für mich, für die Mannschaft, für die Fans – für alle. Aber ich hätte die niemals suspendiert. Wegen sowas? Damit fing doch schon die Scheiße an. Da hast du schon drei oder fünf Leute, die unzufrieden waren, dann werden sie suspendiert, dann holst du den einen direkt zurück – du hast keine klare Linie gesehen. Dann die Abgänge im Winter jetzt, dann war der eine Kapitän, dann der andere – also viele, viele Fehler. Dann haben sie es auch nicht anders verdient, das muss man ganz klar so sagen."

Krisengespräch: Löwen-Fans diskutieren mit Präsident Mayrhofer

Krisengespräch: Löwen-Fans diskutieren mit Präsident Mayrhofer

... über Verantwortung und Entscheidungsträger:

"Und dann musst du in meinen Augen auch irgendwann einmal die Reißleine ziehen, wenn du nicht dahin willst, wo sie wahrscheinlich bald sind. Aber Punkt eins: Wer erkennt das? Und Punkt zwei: Wer trifft überhaupt die Entscheidung? Noch nicht mal das weiß man in dem Verein. Oder kommt der eine mal eben von drüben rüber und klärt mal hier die Dinge? Geht das überhaupt? Geht das, auf 5000 Kilometer Distanz irgendwelche Entscheidungen zu treffen?"

... über von Ahlen, Lorant und Mayrhofer:

"Das, was sie früher mit dem Wildmoser und diesem verrückten Lorant ausgemacht hat – das war geil. Ja klar, da hatten die noch richtige Fans. Da wurde gegen die Koffer getreten, da war noch Leben drin. Da hat's noch Spaß gemacht, aber mittlerweile ist das echt traurig. Der, der gerade da ist, hat auch nicht alles im Griff. Schlecht ist auch, wenn da jetzt die Altinternationalen rauskommen wie ein Werner Lorant, dem das natürlich am Herzen liegt. Aber das ist fatal für einen Verein, die musst du mit in deinem Boot haben. Wenn du das nicht schaffst, kannst du dich irgendwann einmal nicht mehr befreien. Ich sehe auch in dem Verein keinen, der mal eine Entscheidung trifft. Da hast du den Präsidenten immer wieder mal auf Facebook. Wenn du so einen Verein führst – dann naja."

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Das erwartet Pereira von den Löwen in Regensburg
Das erwartet Pereira von den Löwen in Regensburg
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus
1860 bangt um Uduokhai - Amilton droht das Aus

Kommentare