Bewegung bei 1860

Ortega kommt, Eicher wird ausgeliehen

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Wechsel im 1860-Tor: Stefan Ortega (l.) kommt aus Bielefeld, Vitus Eicher wird ausgeliehen.

München – In drei Wochen starten die Löwen in die Saisonvorbereitung – und so langsam kommt Bewegung in die lange Zeit stockende Kaderplanung. Zwei weitere Personalien stehen seit dem Wochenende fest.

Die schmerzhafte: Stürmer Yuya Osako wird den TSV 1860 verlassen. Der Japaner macht von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und schließt sich Bundesliga-Aufsteiger Köln an. Die zweite Meldung hat nicht ganz so viel Brisanz: Gabor Kiraly, 38, bekommt einen neuen Konkurrenten.

Stefan Ortega, 21, von Absteiger Bielefeld soll künftig versuchen, den ewigen Ungarn im 1860-Tor a) zu weiteren Glanztaten anzustacheln oder b) zu verdrängen. Der Hesse gilt als reflexstark, gut auf der Linie – mit ausbaufähiger Spieleröffnung. Vitus Eicher, 23, der in den letzten Jahren nicht über einen Lauer-Status hinausgekommen war, wird 1860 dagegen verlassen – aber nur vorübergehend. Die Löwen sind mit ihrem Torhütertalent übereingekommen, dass es für beide Seiten Sinn ergibt, wenn Eicher woanders Spielpraxis sammelt. Zuvor jedoch soll der beliebte Erdinger seinen bis 2015 laufenden Vertrag um ein paar Jahre verlängern.

Ein eher kurzes Vergnügen war für den TSV 1860 das Gastspiel des japanischen Sturmjuwels Osako. „Sportlich gesehen sind wir froh, dass er vier, fünf Monate bei uns war“, sagte Sportchef Gerhard Poschner. Und finanziell? Die festgeschriebene Ablöse beträgt 1,6 Millionen Euro, doch es kursieren unterschiedlichste Versionen, wer davon in welchem Maße partizipiert. Laut „Bild“ fließt mehr als eine Million Euro zurück an die Kashima Antlers, die Osako im Januar für 500.000 Euro abgegeben hatten. „Komplett falsch“, behauptet Florian Hinterberger, Ex-Sportchef der Löwen. „Falls es zum Transfer kommt, ist es eine einfache Rechnung. Ertrag für 1860 ist die Differenz zwischen erhaltener und gezahlter Ablöse.“ Also etwa eine Million.

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Poschner wollte den Wechsel gestern nicht bestätigen („Noch ist nichts dokumentiert“), machte aber deutlich, dass er seinen Klub in der wenig erfreulichen Rolle des „stillen Beobachters“ sieht. „Die Vertragssituation ist, wie sie ist“, sagte er. „Wenn ein Verein kommt und die festgeschriebene Summe bezahlt, dann sind unsere Argumente limitiert.“ Immerhin: Osakos Abschied trifft den Verein nicht ganz unvorbereitet: „Wenn man auf so einer Personalie nicht komplett die Hand drauf hält, muss man sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen, und das tun wir seit geraumer Zeit.“

Die Sache mit der Torhüter-Rochade hinter Kiraly sieht Poschner dagegen pragmatisch: „Wir halten sehr viel von Vitus, und ich denke, mit Spielpraxis auf höchster Ebene kann er sich am besten entwickeln.“ Rückkehr ausdrücklich erwünscht: „Vitus ist ein echter Löwe, daher war es uns wichtig, mit ihm gemeinsam eine vernünftige Lösung zu finden.“

Uli Kellner

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