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Király: Auf Tricks falle ich nicht mehr herein

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Dominik Stahl (li.) rennt nach dem gehaltenen Elfer in Richtung Gabor Király (re.) © sampics / Stefan Matzke

Köln - FC-Trainer Peter Stöger muss in seiner Karriere schon zum zweiten Mal einen gehaltenen Elfer von Gabor Király verkraften. Der Löwen-Keeper verrät, warum er auf Tricks nicht mehr reinfällt.

Tabellenführer, ungeschlagen, vom Papst gesegnet - und doch von einem Fluch verfolgte „Elfmeter-Deppen“: Der „Karnevalsverein“ 1. FC Köln ist selbst auf dem sportlichen Höhenflug nicht vor Kuriositäten gefeit. Zum dritten Mal innerhalb von genau 90 Spielminuten verschossen die Kölner beim 0:0 gegen 1860 München einen Elfmeter, und Trainer Peter Stöger konnte nur noch den Kopf schütteln. „Ich habe in meiner aktiven Karriere immer Elfmeter geschossen - und keine drei vergeben“, sagte der als Profi zwölf Mal vom Punkt erfolgreiche Österreicher mit süßsaurem Lächeln.

Er sei sogar schon gefragt worden, ob er mit seinen Spielern überhaupt Elfmeter übe, berichtete der 47-Jährige: „Aber die Drucksituation kann man nicht simulieren. Ich kann nicht 50.000 Menschen an den Trainingsplatz stellen.“ Mehr Glück hatte Stöger „zeitgleich“ als Stargast im Fernsehen. Dort gewann er in der ORF-Aufzeichnung der österreichischen Version von „Wer wird Millionär“ an der Seite seiner Lebensgefährtin Ulrike Kriegler 75. 000 Euro. Sein Präsident Werner Spinner war am Mittwoch erfolgreich gewesen - er hatte eine Audienz bei Papst Franziskus erhalten und stolz vom „einzigen Klub mit einer Kirche im Wappen“ berichtet.

Trotz des päpstlichen Segens vergab gegen die Münchner Löwen Anthony Ujah (40.) vom Elfmeterpunkt, nachdem zuvor beim 2:1 in Karlsruhe zunächst Marcel Risse und Patrick Helmes „Fahrkarten“ geschossen hatten. Die beiden hätten sich gegen 1860 aber nicht geweigert, versicherte Ex-Nationalspieler Helmes, „um Gottes Willen, nein, ich hätte geschossen“.

Warum er es nicht tat, verwunderte auch seinen Trainer. „Ich habe keinen Schützen vorgegeben“, sagte dieser: „Aber ich habe mich schon gewundert, dass Ujah sich den Ball genommen hat. Denn eigentlich sind Risse und Helmes sichere Schützen. Ihre Elfmeter gegen Karlsruhe waren auch gut geschossen (beide gingen an den Pfosten, d. Red.), der von Tony war einfach schlecht.“

Im Weg stand aber auch Gabor Király. „Dieser Fuchs“, merkte Stöger an - und dachte wohl an ein 15 Jahre zurückliegendes Erlebnis. Schon 1998 parierte Király im Länderspiel gegen Österreich mit dem eingewechselten Stöger einen Elfmeter von Toni Polster, Ungarn gewann 3:2. Gegen Ujah hielt der 37-Jährige bereits seinen 14. Strafstoß im Profifußball, hinzu kommen 10 von 25 in Elfmeterschießen. Király blieb nach seiner Großtat vor 48.300 Zuschauern bescheiden. „Nein. Das weiß ich nicht“, sagte der Ungar zur Statistik.

Dabei behauptet Király, er habe sich gar nicht groß vorbereitet. „Ich wusste nicht, dass Köln zuletzt zwei Mal verschossen hat, und ich wusste auch nicht, wer schießen könnte“, sagte er. Gegen Ujah hielt er „einfach aus dem Gefühl heraus. Ich habe kurz vorher noch überlegt, die Ecke zu wechseln, aber zum Glück habe ich meiner ersten Eingebung vertraut.“ Auf Tricks falle er sowieso nicht mehr herein, „sie haben schon alles versucht“, sagte der Routinier mit der berühmten grauen Schlabberhose grinsend.

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Sechs Punkte liegen die Löwen nach dem zweiten 0:0 in Folge von der Spitze entfernt. „Wir schießen einfach keine Tore“, monierte Trainer Friedhelm Funkel, dessen Team in sechs Spielen unter seiner Leitung fünf Mal leer ausging. "So kommen wir in der Tabelle nicht weiter", klagte er.

So ist die kurze Euphorie nach der Verpflichtung des neuen Trainers bereits wieder verflogen. Wieder einmal nur Mittelmaß sind die Löwen - oder wie Funkel es ausdrückte: „ein bisschen im Niemandsland“.

SID/dpa

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