Während des Trainingslagers

Sechzig kassiert gegen Austria Wien erste Testspielniederlage

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Streckt sich vergebens: Auch Sascha Mölders (r.) kann die Austria-Defensive nicht überwinden.

Kirchschlag - Austria Wien ist für Sechzig eine Nummer zu groß. Im Testspiel gegen den österreichischen Spitzenklub unterliegen müde Löwen und kassieren ihre erste Niederlage.

Allein schon der Ortsname kündete von tiefster Provinz: Kirchschlag in der Buckligen Welt. Und dass die 2000-Seelen-Gemeinde in der Steiermark ihren Namen zu recht trägt, bestätigt bereits ein kurzer Rundblick: Hügel (österreichisch: Buckel), Wälder, und vor allem Hügel, so weit das Auge reicht. Die Fahrt ins Grüne hat sich für den TSV 1860 höchstens hinsichtlich der landschaftlichen Reize gelohnt. 0:2 (0:1) verloren die Blauen das Testspiel gegen Austria Wien, Dritter der österreichischen Bundesliga. Sportchef Thomas Eichin meinte hinterher: "Das war wenig aussagekräftig. Austria ist in der Vorbereitung schon viel weiter als wir. Klar, dass die Wiener spritziger, frischer waren." Über weite Strecken wirkte die Partie beiderseits ziemlich zerfahren, von Geradlinigkeit keine Spur. Die Aktionen, so könnte man eingedenk der Umgebung sagen, wirkten irgendwie bucklig.

Für einige Lichtblicke sorgte immerhin Victor Andrade. Der geschwinde Brasilianer, dessen Vertragsunterschrift immer noch aussteht, kickte mit Sondergenehmigung und fiel mehrmals durch giftige Offensivaktionen auf. "Er ist pfeilschnell", sagte Trainer Kosta Runjaic schon vor der Partie. Andrades Schuss aus 18 Metern, der sich um einige Zentimeter am Kreuzeck vorbeidrehte (37.), war die einzig gute Einschusschance der Münchner in der ersten Hälfte.

Bilder: Bittere Pleite und Runjaic an der Taktiktafel

Andrade kann Temperament nicht kontrollieren

Unübersehbar war auch, dass der 20-Jährige über ein ausgeprägtes, von ihm nur schwer kontrollierbares Temperament verfügt. Mehrmals geriet er Gegenspielern aneinander, wurde auch leicht handgreiflich, über eine Gelbe Karte hätte er sich nicht beschweren dürfen. "Besser zu viel als zu wenig Temperament", meinte Eichin. Andrade galt auch sein einziges Lob: "Er hat seine Sache sehr gut gemacht, er war sehr agil, man gesehen, dass er was drauf hat."

Wien ging mit seiner ersten und einzigen Torgelegenheit der ersten Hälfte mit 1:0 in Führung (25.). Lucas Venuto überrannte mit einem Turbo-Solo den ansonsten dynamisch wirkenden Maxi Wittek, dann Rodnei, Jens Stryger Larsen verwandelte sein Zuspiel. Sehr zur Freude der rund 600 Zuschauer.

Mölders-Treffer wird aberkannt

Runjaic wechselte sein Team, das nun bereits 15 Trainingstage in Folge in den Knochen stecken hat, komplett, die Löwen kamen etwas auf, und Sascha Mölders köpfte den Ball nach Freistoß von Michael Liendl sogar ins Tor. Doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Eine fragwürdige Entscheidung, über die sich vor allem Mölders mächtig aufregte.

Immerhin war den Münchnern anzumerken, dass sie sich bemühten, dass sie sich nicht kampflos geschlagen geben wollten. Das reichte, um den Rekordmeister aus Wien in Schach zu halten. Allerdings überrumpelte Olarenwaju Kayode die 1860-Abwehr in der 88. Minute ein zweites Mal. "Wir haben zwei blöde Tore kassiert", befand Eichin, der immerhin mit dem Einsatzwillen zufrieden war: "Für den Stand unserer Vorbereitung war das in Ordnung." Mehr aber auch nicht.

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