Neuzugang bei den Löwen

1860-Glücksgriff Tim Rieder: Neue Hose, alte Heimat

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Tim Rieder ist für 1860 München ein Glücksgriff.

Tim Rieder, Neuzugang bei 1860 München, ist Zurück in der Heimat. Trainer Daniel Bierofka hat ihn als „echten Glücksgriff“ bezeichnet.

München - Es dauerte ein Weilchen, bis Tim Rieder bei der Wiesn-Einkleidung die richtige Lederhose gefunden hatte. Die 52er war zu groß, die 48er spannte am Hintern – erst mit der 50er war der Verteidiger am Montag rundherum zufrieden. „Sitzt gut“, sagte der Neulöwe mit gewisser Vorfreude auf den Praxistest an der Seite seiner neuen Teamgefährten.

Seit drei Wochen ist Rieder, 1993 in Dachau geboren, zurück in der Landeshauptstadt, die er seit der U 7 bestens kennt. Damals wechselte er in die Jugend des FC Bayern, wo er zehn Jahre lang seine fußballerische Grundausbildung genoss. Seitdem ist er viel rumgekommen: Augsburg, Breslau in Polen, zuletzt ein Jahr Darmstadt.

1860 München: Tim Rieder räußert sich zu Zukunftsplänen

Das neue Wiesntrikot wird seinen Auftritt im Heimspiel gegen Kaiserslautern am 28.9. haben

Sesshaft ist er nirgends geworden, doch was für die Wahl der richtigen Lederhose oder das Lieblingsvolksfest gilt, das gilt vielleicht auch für die Vereinssuche: Es dauert ein Weilchen, bis man das Gefühl hat, dass alles passt; dass man angekommen ist. 26 Jahre ist Rieder jetzt alt, und er sehnt sich danach, sein Leben als Wandervogel zu beenden.

Die Tatsache, dass er nur für ein Jahr ausgeliehen ist, müsse daher nichts heißen, betonte er zwischen den Kleiderständern beim Trachten-Angermaier. „Ich bin jetzt ein Jahr hier, will mich zerreißen für die Mannschaft“, sagte er: „Im Sommer ist es dann wieder eine neue Situation, aber wenn alles passt, kann ich mir vorstellen, auch länger zu bleiben. Ist ja schließlich meine Heimat hier.“ Dafür nimmt der fünfmalige Erstligaspieler sogar einen finanziell überschaubaren Leihvertrag in Kauf.

1860 München gibt Rieder ein besonderes Gefühl

Der Anfang war recht vielversprechend. Rieder stand beim 3:1-Sieg (hier können Sie den Ticker des Spiels nachlesen) gegen Jena in der Startelf, harmonierte bestens mit Felix Weber, den er noch von vielen Derbys in den U-Mannschaften kennt. Zwar schoss sich Weber am Samstag mit zwei Treffern in den Mittelpunkt und wurde dafür zu Recht gelobt. Rieder jedoch hatte ebenfalls großen Anteil am zweiten Löwen-Sieg in Folge. „Er ist ein echter Glücksgriff“, sagte Bierofka über den Abwehrallrounder, den er schon seit zwei Jahren auf dem Radar hatte. „Seine Ruhe am Ball, seine Spieleröffnung, seine Klarheit im Spiel nach vorne“ – all das werde seinem Team noch sehr weiterhelfen in dieser Saison. Der Sieg gegen Jena war nicht nur wichtig für den Verein, sondern auch für den Trainer.

Rieder selbst ist gewillt, seine Zeit bei 1860 nicht nur zur Weiterentwicklung zu nutzen, sondern auch sonst alles aufzusaugen, das ihm in der Vergangenheit häufig verwehrt geblieben war. Das Gefühl, gebraucht zu werden – bei 1860 bekommt er es.

Uli Kellner

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