Neuer Coach bringt 1860 das Lachen zurück

Fröhlicher Fröhling: Nur Okotie macht ihm Sorgen

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Rubin Okotie (r.) ist nicht fit.

München - Ein jubelndes Trainergespann beim TSV 1860 – das hat man nach dem Schlusspfiff schon lange nicht mehr gesehen. Torsten Fröhling durfte mit seinem Assistenten Collin Benjamin gleich bei der Premiere einen Sieg feiern.

2:1 gegen St. Pauli. So weit so gut. Aber Fröhling musste bei aller Freude auch zugeben, dass „viel Glück“ im Spiel war. Ohne eigenen Torschuss führten die Löwen zur Halbzeit 1:0, weil Gonther eine gefährliche Flanke von Bandowski ins eigene Gehäuse stolperte. Mit dem ersten Schuss aufs Tor gelang später das 2:0 durch Marius Wolf, der seinen Premierentreffer in der 2. Liga feierte. Am Ende lautete das Torschussverhältnis 17:3 für St. Pauli, den Tabellenletzten.

„Wir waren effektiv“, kommentierte Fröhling später auf dem Pressepodium die 90 Minuten, während der zwei Meter entfernt sitzende Ewald Lienen der Verzweiflung nahe war: „Es ist kaum zu akzeptieren, dass wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind.“

Fröhling hält große Stücke auf Vallori

Torsten Fröhling und Assistent Collin Benjamin (r.).

Fröhling zeigte dafür durchaus Verständnis. „Aber für uns ist positiv, dass die Mannschaft endlich mal wieder glücklich war“, sagte er nach dem ersten Dreier nach sieben sieglosen Partien, fügte allerdings hinzu: „Die Mannschaft macht sich nichts vor. Vor allem sind wir noch nicht so weit, dass wir uns Chancen richtig herausspielen.“ Sätze und Gedanken, die der 48-Jährige auf die Schnelle raushaute, denn, so Fröhling: „So richtig realisieren, was in den vergangenen Tagen alles passiert ist, werde ich wohl erst jetzt am freien Montag.“ Seine doch ziemlich überraschende Beförderung zum Cheftrainer hielt Fröhling allerdings nicht davon ab, gleich mal ein paar überraschende Maßnahmen zu treffen. Wie den Torhütertausch, den Verzicht auf Ilie Sanchez, der nicht einmal im 18er-Kader auftauchte, oder die Herausnahme von Christopher Schindler, der eine Woche zuvor beim 1:1 in Darmstadt noch einer der stärksten Löwen gewesen war. „Die Entscheidung Schindler oder Bülow war reines Bauchgefühl“, erklärte Fröhling. „Dass Guillermo Vallori in der Innenverteidigung spielt, das war keine Frage für mich. So einen will ich in der Mannschaft haben, einen, der so abräumt. Ich habe Gui vorher auch gesagt, dass ich an ihn glaube. Was früher über ihn geredet wurde, das interessiert mich nicht.“

Frei nach dem Motto, so Fröhling: „Der Trainer hält den Hintern hin, also entscheidet er auch, wer spielt.“ Die Entscheidung gegen Sanchez war auch eine Entscheidung für Tony Annan. Der ghanaische Winterzugang konnte auf der Sechser-Position allerdings nicht überzeugen. Fröhling: „Tony ist schon nicht gut ins Spiel reingekommen, hat die Bälle verloren und einfach nicht seinen besten Tag gehabt.“

Auch Rubin Okotie bereitet dem Löwen-Coach Sorgen. „Wir müssen schauen, dass wir den Rubin wieder hinkriegen“, sagte Fröhling. „Damit er wieder über 90 Minuten topfit ist.“ Derzeit ist es der Torjäger, der wegen Knie- und Oberschenkelbeschwerden seit Wochen nur gebremst trainieren kann, nicht. Fröhling will sich mit der medizinischen Abteilung zusammensetzen und beratschlagen, was am besten zu tun ist. Notfalls würde der Trainer auf Okotie beim nächsten Auswärtsspiel in Ingolstadt verzichten. „Wenn Rubin dann in den restlichen elf Partien wieder topfit ist.“

tz 

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