tz-Interview mit dem Löwen-Keeper

Eicher blickt zurück: "Eine Horrorvorstellung"

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Vitus Eicher kann auch mit Gymnastikbällen umgehen.

Bad Häring - Er war der Mann, der in der nervenaufreibenden Rückrunde und den beiden Relegationsspielen gegen Kiel im Tor der Löwen stand. Ein einziges Zweitliga-Spiel – und das war fast drei Jahre her – hatte Vitus Eicher (24) erst auf dem Buckel, als ihn Trainer Torsten Fröhling gegen St. Pauli ins kalte Wasser warf. Mit der tz blickt Eicher zurück.

Vitus, wie waren Ihre Gefühle, nach dem Klassenerhalt?

Eicher: Natürlich ist viel abgefallen, aber schon am Tag danach ging’s weiter. Da haben wir die Hochzeit meiner Schwester gefeiert.

War ein bisschen Urlaub drin?

Eicher: Gebucht habe ich nix. Aus Aberglauben. Ich wusste ja nicht, wie lang die Saison geht. Ich war am Chiemsee und ein paar Tage in Mailand.

Wegen Inter oder AC Milan?

Eicher (lacht): Wegen der Fashion Week. Nein Schmarrn, einfach so. Die Stadt mal anschauen.

Wie sehr hat Sie der Abstiegskampf als unerfahrener Torhüter geprägt?

Eicher: Ich glaube schon, dass er mich abgehärtet hat. Das ging ja schon los mit dem allerersten Spiel gegen St. Pauli. 17. gegen 18. Es gibt sicherlich einfachere Konstellationen. In jedem Spiel hattest du enormen Druck, weil ja jede Partie ein Endspiel war. Im Nachhinein hat mich diese Zeit sicher weitergebracht.

Wie schlimm wäre ein Abstieg gewesen? Vor allem für Sie, als Löwen-Fan von klein auf?

Eicher: Einfach nur eine Horrorvorstellung. Ich komme ja aus einer Sechzger-Familie, und meine Mama und mein Papa haben noch mehr gelitten als ich.

Es war eine bewegte Saison für Sie. Erst waren Sie die Nummer drei im Tor, dann die Nummer eins...

Eicher: Ja, ich habe viel mitgemacht. Nach einer guten Vorbereitung nur als dritter Torwart dazustehen, das war damals schon eine schwere Zeit. Und dann war da ja noch diese Taxiaffäre…

Immerhin konnten am Ende alle Teilnehmer zufrieden sein. Julian Weigl ging zu Dortmund, Daniel Adlung hat sich bei 1860 zum Führungsspieler entwickelt, Yannick Stark stieg mit Darmstadt in die Bundesliga auf, und Sie wurden die Nummer eins bei den Löwen...

Eicher (schmunzelt): So habe ich das noch gar nicht gesehen. Aber es stimmt. Dann hat das vielleicht doch jedem Glück gebracht.

Bilder: Spaß und Abkühlung - Die Löwen gehen Wasserskifahren

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