Zwei Siege könnten nicht reichen

Spontan-Trainingslager? 1860-Profis dürfen entscheiden

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Da waren noch alle glücklich: Torschütze Rama (Mitte) wird in Frankfurt von Rodri, Wolf, Vollmann und Bandowski gefeiert.

München - Die gute Laune im Lager der Blauen hielt nur bis Samstagmittag. Rund 18 Stunden nach dem 1:0-Sieg beim FSV Frankfurt stellten der FC St. Pauli und Erzgebirge Aue die Lage am Tabellenende wieder auf Reset - 1860 liegt zwei Spieltage vor Schluss weiterhin auf Abstiegsplatz 17. Dem Jubel folgte also prompt der Kater.

Und das „großartige Gefühl“, von dem Torschütze Valdet Rama am Samstagmittag noch gesprochen hatte, war verflogen.

Trainer Torsten Fröhling traute seinen Augen kaum, als er vor dem Fernseher beobachten musste, wie St. Pauli mit 2:0 den Betzenberg stürmte und Erzgebirge Aue 2:1 bei Union Berlin siegte, das vor einer Woche noch 3:0 in Fröttmaning gewonnen hatte. Für Fröhling war der Samstag im Eimer. „Da schaffst du so einen Kraftakt in Frankfurt, und dann kommen diese Ergebnisse einen Tag später“, sagte er. „Das war nicht schön und nicht ermunternd.“

"Nichts mehr berechenbar in dieser Phase"

So schaut’s aus. Theoretisch könnten die Löwen jetzt bereits am kommenden Sonntag absteigen, falls sie zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg verlieren und die Konkurrenz ihre Spiele gewinnt. Der VfR Aalen hat zudem beim Ständigen Schiedsgericht zudem Einspruch gegen den Zwei-Punkte-Abzug eingelegt. „In der jetzigen Phase ist  nichts mehr berechenbar in dieser Liga“, weiß auch Fröhling. „Und am Ende könnte es nicht mal reichen, wenn wir sechs Punkte holen…“ Dass für das Heimspiel gegen Nürnberg bereits über 40.000 Karten abgesetzt worden sind, macht Daniel Adlung zumindest Hoffnung, dass an diesem Tag noch keine Entscheidung fällt. „Vor so einer Kulisse zu spielen, das muss uns alle anstacheln“, sagte der gebürtige Fürther. „Das wird gegen Nürnberg richtig geil werden. Und deswegen freuen wir uns alle auf das Spiel.“ Auch wenn das Thema Abstiegskampf permanent präsent sei. Adlung: „Du darfst aber jetzt nicht verkrampfen. Man muss trotzdem mit Spaß bei der Sache sein. Ich glaube, dass wir am Ende belohnt werden.“

Okotie fehlt gegen Nürnberg

Fröhling baut ebenfalls darauf, „dass die Jungs jetzt über sich hinauswachsen und für ihre Vita selbst was Gutes machen können“. Und er lässt ihnen auch einiges an Handlungsspielraum. Wie zum Beispiel bei der Frage, ob man vor dem Spiel gegen den Club ein Trainingslager beziehen soll. Der 1860-Coach: „Die Spieler sollen das selbst entscheiden bis Montag oder Dienstag. Wenn die Mehrheit dafür ist, dann werden wir ab Donnerstag ins Trainingslager gehen.“

Womöglich dann doch auch mit Stephan Hain, dessen Oberschenkelverletzung aus dem Frankfurt-Spiel offenbar nicht so schlimm ist. Fröhling: „Es könnte bis Sonntag hinhauen.“ Wäre nicht unwichtig, denn mit Rubin Okotie fehlt gegen Nürnberg schon ein Stürmer gelbgesperrt. „Wir müssen jetzt einfach das Beste aus der Situation machen“, sagt Fröhling. „Und natürlich hoffen, das die Konkurrenten Federn lassen. So was wie am Samstag braucht kein Mensch mehr…“

tz

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