Ausgerollt während St. Pauli-Spiel

"Trottel"-Banner im 1860-Fanblock

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“Es gibt viele Trottel auf der Welt, den größten haben wir gewählt" - wen meinen die 1860-Fans und was bezwecken sie mit dieser Aktion?

München - Nach dem Schlusspfiff lagen sich alle in den Armen: Mit dem neuen Coach Fröhling gelingt 1860 gegen St. Pauli der so dringend benötigte Heimsieg. Doch ein "Trottel"-Banner im Löwenblock könnte für neue Unruhe sorgen.

Es war alles angerichtet: Die Arena mit 25.000 Zuschauern endlich mal wieder gut gefüllt, mit Torsten Fröhling ein neuer, frischer Wind auf der Trainerbank und mit dem Tabellenletzten FC St. Pauli ein verunsicherter Gegner auf dem Platz - das mit dem Heimsieg für die angeschlagenen und abstiegsbedrohten Löwen musste einfach klappen. Mit einer groß angelegten Aktion („Mit dem Rücken an der Wand - Doch immer wieder oben auf! ALLE INS STADION GEGEN ST. PAULI!") hatten Verantwortliche und Fans im Vorfeld der richtungsweisenden Partie für lautstarke Unterstützung im Stadion getrommelt und an die Solidarität aller 1860-Anhänger und -Sympathisanten appelliert.

Anspielung auf die "Trottel"-Affäre des Präsidenten?

Mit dem lang ersehnten Heimsieg klappte es zwar, doch in Sachen Solidarität war nicht alles Gold, was glänzte an diesem Samstagnachmittag. Das Banner in der Nordkurve, das in der zweiten Halbzeit des Heimspiels der Löwen gegen St. Pauli in der Nordkurve ausgerollt wurde, nennt zwar keine Namen, birgt aber Brisanz: "Es gibt viele Trottel auf der Welt, den größten haben wir gewählt" stand dort schwarz auf weiß in großen Lettern zu lesen. Handelt es sich um eine Anspielung auf 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer?

Die Vermutung liegt jedenfalls nahe. Der oberste Löwen-Dompteur hatte im vergangenen Jahr einen 1860-Anhänger verklagt, weil der ihn auf bei Facebook als "Trottel" und "Fuzzi" beleidigt hatte. Das ließ sich der Präsident nicht gefallen und erstattete Anzeige. Dem 25-jährigen Studenten flatterte damals ein Strafbefehl über 450 Euro ins Haus. Während einige die Reaktion Mayrhofers nachvollziehen konnten, stieß die Anzeige der Mehrheit der 1860-Fans übel auf - nach dem Motto: gibt es in unserer derzeitigen angespannten sportlichen Situation keine anderen Probleme? Sie reagierten damals ihrerseits mit einem Banner auf die "Trottel"-Affäre.

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Droht nun das nächste Kapitel in dieser Angelegenheit? Klar ist, dass viele Anhänger aufgrund des anhaltenden Misserfolgs nicht nur mit Sportchef Gerhard Poschner und den verschiedenen Trainern hadern, sondern auch mit dem Präsidium in Person von Mayrhofer. Klar ist aber auch, dass ein solches Plakat eben kein Ausdruck der Solidarität ist und in der gegenwärtigen heiklen Situation eher kontraproduktiv wirken könnte. Fortsetzung folgt - bestimmt!

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