Vergleich vor dem Derby

1860 gegen Nürnberg: Wer ist hier der Depp?

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Gewohntes Bild: Löwen und Nürnberger nach ihren jüngsten Niederlagen.

München - "Der Glubb is a Depp“ – eine Feststellung, die nicht nur in Nürnberg längst zum geflügelten Wort geworden ist. An Peinlichkeit werden die Nürnberger höchstens vom TSV 1860 übertroffen. Der tz-Vergleich vor dem Deppenderby am Montagabend.

Wenige Fangemeinden mussten in den vergangenen Jahrzehnten mehr mit ihrem Verein leiden (und sich auslachen lassen) als die Rot-Schwarzen vom Valznerweiher. An Peinlichkeit werden die Nürnberger höchstens vom TSV 1860 übertroffen. Der tz-Vergleich vor dem Deppenderby am Montagabend im Grundig-Stadion.

Die Tradition

Jüngere Fans werden sich die Augen reiben, aber der Club war mit insgesamt neun Titeln bis 1987 deutscher Rekordmeister, ehe ihn der FC Bayern überflügelte. Heute sind es vor allem zwei Alleinstellungsmerkmale, die einem beim Stichwort FCN in den Sinn kommen. Das Trottelstück, als Deutscher Meister 1968 in der folgenden Saison abzusteigen (Trainer Max Merkel). Und der Titel „Rekordabsteiger“, den die Clubberer seit diesem Jahr mit acht Abstürzen innehaben.

Rekorde hat 1860 nicht zu bieten. Aber gute alte Zeiten, an die sich die Fans in trotzigem Reststolz klammern. Das Blechschild mit der Meistermannschaft 1966 (Trainer Max Merkel) ist einer der beliebtesten Artikel im Fanshop. Auch die innigsten Wildmoser-Hasser erinnern sich glasigen Blickes an Meppen, Riedls Derbytor und Leeds United. Besser geworden ist seit dem Rückzug des Wirtspatriarchen: nichts.

Die Gegenwart

In Nürnberg hat Sportvorstand Martin Bader den Sturzversuch von Radiolegende Günther Koch und „Meerrettich-Mogul“ (Bild-Zeitung) Hanns-Thomas Schamel überstanden, die Lage in der Liga ist mit 17 Punkten nach 15 Spielen nach wie vor besorgniserregend. „Die sportliche Situation ist kein Zufall, sondern eine Folge von Fehleinschätzungen“, musste Bader gestehen. Trainer-Neuling Valerien Ismael ist längst geschasst, auch Nachfolger René Weiler hat nach dem glücklichen Einstandssieg gegen Ingolstadt beim 0:1 in Braunschweig erkennen müssen, dass der Kader wohl zu schwach für die hohen Ziele ist. Der Zuschauerschnitt liegt bei 30 475. Von sieben Heimspielen hat der Club immerhin vier gewonnen.

Bei den Löwen ist die Heimbilanz katastrophal. Einem Sieg stehen vier Niederlagen und zwei Unentschieden gegenüber, zuletzt fanden beim 0:2 gegen Frankfurt (offiziell) nur noch 13 800 Fans den Weg nach Fröttmaning. Unter Moniz-Nachfolger Markus von Ahlen gab’s in neun Spielen sechs Niederlagen. Abschreckend sind auch die klubpolitischen Entwicklungen. Wer gedacht hatte, mit der Ziffzer/von Linde-Posse von 2008 sei die Peinlichkeitsskala ausgereizt worden, sieht sich seit Monaten eines Schlimmeren belehrt. Im „Fall Kirmaier/Mayrhofer“ ist nach der Klageankündigung gegen die Beschlüsse der jüngsten Delegiertenversammlung kein Ende in Sicht. Perfekte Voraussetzungen für einen sportlichen Umschwung…

Die Zukunft

Der Club steht wenigstens wirtschaftlich solide da, Bader konnte für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn von 409 000 Euro ausweisen. Mit einem geschätzen Profi-Etat von knapp 20 Millionen Euro sollte der Aufstieg in der nächsten Saison ein realistisches Ziel sein.

Bei den Löwen weiß man bislang nur, dass die laufende Saison durchfinanziert ist. Hauptgesellschafter Hasan Ismaik bleibt nichts anderes übrig, als Jahr für Jahr das strukturelle Defizit auszugleichen, entscheidend vorangekommen sind die Sechziger seit dem Einstieg des Jordaniers vor dreieinhalb Jahren nicht. Gerne würde man erfahren, wie Ismaik über die Lage bei seiner Fußballfirma denkt. Doch aus dem angekündigten Besuch des Frankfurt-Spiels wurde nichts, für fernmündliche Interviews ist der Geschäftsmann „too busy“. Nach letzten Informationen will Ismaik zum nächsten Heimspiel gegen den KSC (Samstag, 13. Dezember) einschweben. Inschallah…

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