Pleite beim KSC

Mutlos, kraftlos: Löwen binnen sechs Minuten gezähmt

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Hängende Köpfe im Wildparkstadion: Für die Löwen um Kapitän Christopher Schindler setzt es in Karlsruhe eine Watschn.

Karlsruhe - Die Löwen verpassen einen Befreiungsschlag in der 2. Liga. Trotz Führung verlieren die Blauen beim Karlsruher SC. Den Badenern genügen sechs hellwache Minute. 

"Wir müssen in jedes Spiel alles reinbringen, was wir draufhaben. Wir müssen Farbe bekennen, den Gegner beeindrucken. Wir können uns nicht mehr verstecken."

So hatte es Löwen-Trainer Benno Möhlmann am Freitag in der Pressekonferenz formuliert. Und nach der desolaten Leistung beim 1:3 am Sonntagnachmittag in Karlruhe gibt es eigentlich nur noch zwei Fragen: Versteht Möhlmann diese Mannschaft nicht? Oder liegt der Hund bei den farblosen Sechzigern eher andersrum begraben?

"Ich denke, dass das ein großer Rückschritt war, nicht nur vom Ergebnis her, sondern speziell auch von der Leistung", sagte der Coach. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht den Eindruck gemacht, dass wir das Spiel gewinnen wollten. Das werden wir sehr intensiv aufarbeiten müssen, um so einen Auftritt in der Endphase nicht nochmal hinzulegen."

Erinnerungen an Bielefeld-Spiel

Ob's was hilft? Im Grunde war die Partie aus Löwen-Sicht derselbe Gruselkick wie vor zwei Wochen beim 1:1 gegen Bielefeld. Außer Standards hatten die Blauen ihren 2000 mitgereisten Fans nichts Zweitligataugliches anzubieten. Sascha Mölders' Treffer aus kurzer Distanz mit dem linken Fuß nach Freistoß von Michael Liendl (14.) blieb das einzige Highlight aus Sicht der Giesinger.

Löwen grottenschlecht! Neun Mal Note 5!

Keine Spur von dem "Ausrufezeichen", das Geldgeber Hasan Ismaik vor der Partie via Facebook gefordert hatte. Stattdessen: Frühe Ballverluste, zu viel Abstand von den Gegenspielern, ungenügendes Defensivverhalten speziell auf den Außenpositionen. Der KSC hatte leichtes Spiel gegen diesen Gast, der mehr an einen abgeschlagenen Tabellenletzten erinnerte als an ein Team, das theoretisch noch beste Chancen auf den direkten Klassenerhalt hat.

Da sich auch Möhlmanns Maßnahme, Michael Liendl als Sechser aufzustellen, als Flop erwies und der KSC im Zentrum stets viel zu viel Platz hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Tore für die Badener fielen. In der 34. Minute durfte Gouaida 35 Meter vor dem Tor in aller Ruhe den links postierten Yamada bedienen, den Querpass des Japaners versenkte Diamantakos flach zum Ausgleich.

Gulde überspringt Bülow - 2:1

Gulde (l.) trifft zum 2:1 für den KSC.

Vier Minuten später zeigten die Karlsruher, das auch sie mit ruhenden Bällen etwas anzufangen wissen. Ecke Valentini, Gulde springt höher als Bülow - das Ding war gedreht. Und die Entscheidung fiel bereits nach drei weiteren Minuten. Schindler brachte im Strafraum Yamada zu Fall, Valentini verwandelte den Elfmeter souverän (41). Drei Gegentore binnen sechs Minuten und 23 Sekunden. "Wenn wir so weit auseinander stehen, kriegen wir gegen jeden Gegner Probleme", sagte Kapitän Christopher Schindler.

Im zweiten Durchgang (mit Yegenoglu für Okotie und Liendl als Zehner) änderte sich nicht viel am traurigen Bild, das die Löwen abgaben. Eine Schusschance von Wittek, der später verletzt rausmusste, und eine von Mölders - das war's. Mit 25 Punkten verharrt 1860 auf dem Relegationsplatz. Am Freitag (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) kommt Möhlmanns Ex-Verein Greuther Fürth in die Arena, Konkurrent Paderborn tritt zeitgleich vor eigenem Publikum gegen Union Berlin an. Die größte blaue Hoffnung heißt Bobby Wood.

kl, mj

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