Löwen verlieren bei Trainer-Premiere

Mensch Benno, das ging in die Hose

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Schon nach den ersten 90 Minuten bedient: Löwen-Trainer Benno Möhlmann (l.) und sein "Co" Sven Kmetsch sehen gegen den KSC wenig Erbauliches.

München - Neuer Trainer, alte Leier - die Löwen können einfach kein Ligaspiel gewinnen. Bei der Premiere von Benno Möhlmann verliert Sechzig gegen Karlsruhe. Die Spieler sind selbstkritisch.

Sogar eine Eule war am Montagabend in die Allianz Arena eingeflogen, in der Hoffnung, den ersten Saisonsieg der Löwen miterleben zu können. Das gute Tier wurde aber noch kurz vor dem Anpfiff eingefangen, in eine Kiste gesperrt, kurz mal auf den Namen Benno getauft und anschließend ins Tierheim transportiert.

Bilder und Noten: Drei Fünfer bei Möhlmanns Heim-Debüt

Dem Vogel blieb viel erspart. Nämlich ein ziemlich lausiges Spiel der Löwen, denen es auch im elften Anlauf nicht gelang, den ersten Dreier einzufahren. Nach zuletzt vier Unentschieden unter Torsten Fröhling setzte es zum Debüt seines Nachfolgers eine 0:1 (0:1)-Pleite gegen den Karlsruher SC. Mensch Benno – das ging in die Hose.

Auf der Bank widerfuhr Möhlmann Gottseidank kein derartiges Malheur. Obwohl der 61-Jährige von Magen-Darm-Problemen bei seiner Premiere begleitet wurde. Möhlmann war nach dem Schlusspfiff dementsprechend schlecht drauf und gezeichnet. „Wir haben zwar ein vernünftiges Spiel gemacht“, fand er, „aber wir waren nicht mutig genug.“

Yegenolgu wird zum Pechvogel

Marius Wolf

Notgedrungen hatte Möhlmann zwei unerfahrene Debütanten aufstellen müssen, da ihm reihenweise Innenverteidiger und Sechser aus unterschiedlichsten Gründen weggebrochen waren: Emmanuel Taffertshofer im defensiven Mittelfeld und Sertan Yegenoglu in der Innenverteidigung. Und der ehemalige Kölner sorgte dafür, dass die Löwen auf die Verliererstraße gerieten.

In der 33. Minute bediente Yegenoglu mit einem katastrophalen Fehlpass Yamada, der schickte sofort Erwin Hoffer auf die Reise und der Österreicher ließ Vitus Eicher keine Chance. Möhlmann: „Eigentlich hat Sertan ganz vernünftig gespielt, aber so einen Pass zu spielen, war natürlich einfach unnötig.“

Möhlmann-Debüt zum Nachlesen im Ticker

Zuvor hätte Rubin Okotie allerdings die Löwen in Führung bringen können, aber einmal scheiterte er an Torhüter Orlishausen (10.) und danach zielte er am langen Eck vorbei (23.). „Das waren gute Chancen“, ärgerte sich der Löwen-Stürmer, der die Niederlage nicht an Benno Möhlmann festmachen wollte: „Dafür ist er noch viel zu kurz da.“ Der Trainer bemängelte, „dass wir vor allem in der ersten Halbzeit zu wenig über die Außen gespielt haben, dort haben sich unsere Leute einfach zu wenig getraut.“

Eicher und Co. selbstkritisch

Vitus Eicher sah es ähnlich. „Im vorderen Drittel waren wir einfach nicht zwingend genug“, sagt er, „wir können einfach keine engen Spiele für uns entscheiden.“ Michael ­Liendl ärgerte sich: „Uns fehlen vorn und hinten die entscheidenden Prozente.“ Und Christopher Schindler kam alles ziemlich bekannt vor: „Es war die alte Leier. Nach dem Rückstand hatten wir keine klaren Torchancen mehr.“

Und die Eule? Die kann sich womöglich im nächsten Jahr ins Grünwalder aufmachen – passt ja auch vom Namen her viel besser zu ihr: die 3. Liga rückt für die Löwen immer näher. Wie hatte Geschäftsführer Noor Basha vor dem Spiel bei Sky gesagt: „Dieser Verein ist wie ein Patient. Er liegt am Boden und braucht Hilfe. Aber das benötigt Zeit.“ Die der TSV 1860 fast nicht mehr hat…

Möhlmann zu T-Frage: "Eicher bis Weihnachten Nummer eins"

Fast zwei Wochen lang hatte Benno Möhlmann ein Geheimnis daraus gemacht, wer unter ihm das Löwen-Tor hüten wird. Und am Montagabend war endlich klar: Es bleibt alles beim Alten. Vitus Eicher stand gegen den Karlsruher SC im Kasten, für Stefan Ortega bleibt weiterhin nur ein Platz auf der Bank. Die selbe Rangfolge also wie bei Möhlmanns Vorgänger Torsten Fröhling.

Der neue Löwen-Coach erklärte seine Entscheidung folgendermaßen: „Wer der Bessere ist, wage ich noch nicht zu beurteilen. Vitus spielt aber jetzt die Punktspiele bis Weihnachten. Vorausgesetzt, Vitus bringt seine Leistung. Sollte dies nicht der Fall sein, dann kann sich das auch schon früher ändern.“

Ansonsten werden die Karten also Anfang 2016 neu gemischt, nach Ende der Winterpause. Am nächsten Dienstag allerdings wird Ortega im Tor stehen. Dann geht’s im DFB-Pokal nach Mainz. Und in diesem Wettbewerb war Ortega schon bei Fröhling als Nummer eins gesetzt.

tz

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