Chaoten-Rückfall in Augsburg

Löwen-Boss enttäuscht: Ultras halten sich nicht an die Absprache

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Der Löwen-Boss ist enttäuscht über Teile der eigenen Anhängerschaft.

Manche sind einfach unbelehrbar: Ebenso wie Trainer Bierofka zeigte sich nun auch Vereinsboss Reisinger enttäuscht von Teilen der eigenen Fans. 

Augsburg/München - Enttäuscht hat sich 1860-Präsident Robert Reisinger von den Pyro-Zündlern in Augsburg distanziert. Gegenüber der AZ sagte der 53-Jährige: „Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Wir hatten vor der Saison eine klare Absprache mit unseren Fans, dass keine Pyro kommt!“ Man müsse nun mit den Konsequenzen leben, so Reisinger, denn der FC Augsburg als Gastgeber sowie der Bayerische Fußballverband (BFV) werden auf das Abbrennen von Pyro-Technik mit den „üblichen Maßnahmen“ reagieren. 1860-Geschäftsführer Markus Fauser fügte in einer Pressemitteilung des TSV hinzu: „Es hat vieles, was in den vergangenen Wochen an Vertrauen aufgebaut wurde, kaputt gemacht“.

Dabei hatten die Ultras noch vor der Saison untereinander appelliert: Wir möchten „nochmals in aller Deutlichkeit auf die Bedeutung und Außenwirkung unseres Auftretens hinweisen!“ Man versprach den Anwohnern rund um das Grünwalder Stadion einen respekt- und rücksichtsvollen Umgang. „Fasst euch an die eigene Nase, schaut auf andere Löwenfans und eignet euch - wenn nötig - die Fähigkeit an, bei Fehlverhalten andere Löwenfans positiv zu beeinflussen“, schrieb beispielsweise der „Weiß-Blaue Blog“ im Juli auf Facebook. Beim Auswärtsspiel in der Fuggerstadt spielte dieser Appell für einen Teil der Ultras offenbar aber keine Rolle.

Schlägerei und demolierte Straßenbahnen

Neben dem Abbrennen von Pyro-Technik kam es am Sonntagabend in der Innenstadt von Augsburg auch noch zu einer Schlägerei zwischen den verfeindeten Ultra-Anhängern beider Vereine. Mehr als 20 Menschen seien verletzt worden, insbesondere durch den Einsatz von Pfefferspray durch die Bereitschaftspolizei. Bereits vor dem Spiel wurden zwei Straßenbahnen und einen Bus der Augsburger Stadtwerke beschädigt. Insgesamt stellte die Polizei rund um das „Hochrisikospiel“ 50 Straftaten fest, die zur Anzeige gebracht wurden, von Landfriedensbruch, über Körperverletzungen, Sachbeschädigungen bis zu Beleidigungen.

Geldstrafe wird erwartet

Wie bereits berichtet, kündigte BFV-Spielleiter Josef Janker Konsequenzen an. „1860 wird mit Sicherheit aufgefordert, die Namen der Fans zu nennen, die mit Pyro aktiv waren. Nennt der Verein uns die Namen, würde sich das strafmildernd auf das Urteil auswirken“, so Janker. Er betonte allerdings auch, dass es der erste Verstoß des Löwen-Fanlagers in der aktuellen Saison in der Regionalliga Bayern war. „Bis zu diesem Spiel in Augsburg waren die Löwen-Fans wirklich super!“

Das Portal dieblaue24.de geht von einer „Geldstrafe im überschaubaren Rahmen“ aus. Mit einem Punktabzug oder einen Ausschluss von Zuschauern sei nicht zu rechnen. 

Sauer ist man bei den Löwen-Verantwortlichen dennoch auf das eigene Ultra-Lager. „Ich verstehe nicht, dass manche Idioten nicht kapieren, dass sie uns mit solchen Aktionen einen Bärendienst erweisen“, äußerte 1860-Trainer Daniel Bierofka nach der Niederlage in Augsburg sein Unverständnis

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