"Sind ein wenig angeschlagen"

Mayrhofer klagt: Erreiche Kirmaier nicht

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Gerhard Mayrhofer ist angeschlagen wegen des laufenden Verfahrens gegen das 1860-Präsidium.

München - 1860 und Mitglied Helmut Kirmaier sollen auf Mahnung des Gerichts eine "gütliche Einigung" anstreben. Dafür wären Gespräche notwendig - doch dazu kam es bislang nicht.

Am 6. Juni treffen sich die Vertreter des TSV 1860 und Mitglied Helmut Kirmaier vor Gericht wieder. Bei der Verhandlung um die Rechtmäßigkeit der Präsidiumswahl vom 14. Juli 2013 am vergangenen Freitag wurden die Parteien von Richterin Christina Weitnauer angemahnt, eine "gütliche Einigung" zu erzielen. Lösungsvorschläge sollen an diesem Termin vorgestellt werden (wir berichteten).

Hilfreich wären dabei sicherlich Gespräche zwischen 1860 und Kirmaier. Doch dazu ist es laut Sechzig-Präsident Gerhard Mayrhofer trotz mehrerer Versuche noch nicht gekommen. "Mit uns telefoniert Herr Kirmaier leider nicht", sagte Mayrhofer gegenüber der SZ. "Ich würde gerne mit ihm sprechen, aber ich erreiche ihn nicht."

Nach einem Schreiben von Kirmaiers Anwalt Heinz Veauthier vom 23. Mai drängt den Verdacht auf, dass Gespräche gar nicht erwünscht sein könnten. Dort heißt es laut dem Blatt, dass Veauthier dem Löwen-Anwalt Guido Kambli keinen Besprechungstermin anbieten könne und auch Kirmaier selbst "erst in der übernächsten Woche mit der Sache befasst" werden wolle. Erst drei Tage vor dem Gerichtstermin könne man sich zusammensetzen. Etwas knapp für eine "gütliche Einigung"...

Diese scheint zwischen Kirmaier und 1860 aber auch nicht in greifbarer Nähe zu sein, denn Veauthier schriebt weiter: "Das Verfahren ist eher Sache des Aufsichtsrates. (...) Ihre Mandanten, die bei diesen Verhandlungen primär doch nur an sich und erst an zweiter Stelle an den Verein denken, sind dann, wenn es um den Verein geht, doch eher weniger gefragt." Kirmaier selbst stellt sogar die rechtmäßige Vertretung der Löwen durch Rechtsanwalt Kambli in Frage, da das Präsidium, das ihn beauftragt hat, gar nicht existiere.

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Mayrhofer sieht das anders, da er und sein Team schließlich mit einer überwältigenden Mehrheit gewählt wurden - auch wenn die Wahl rechtlich nicht korrekt gewesen ist. Dadurch ändere sich aber der Wille der Mitglieder nicht, so der Präsident.

Mayrhofer merkt noch ein ganz anderes Problem an: Kirmaier und sein Anwalt Veauthier seien seiner Ansicht nach nicht einer Meinung. Während Kirmaier den Vorwurf der Bereicherung des Präsidiums am Verein dementiert, greift Veauthier diesen immer wieder auf. "Das macht es nicht leichter. Wenn jemand sagt, wir hätten uns bereichert, dann muss er auch Fakten auf den Tisch legen. Das kann er ja nicht."

Der Ausgang des Verfahrens ist völlig unklar. Mayrhofer gibt zu: "Wir vom Präsidium sind schon ein wenig angeschlagen."

fw

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