tz stellt Präsident die Rücktrittsfrage

Mayrhofer: "Ich werde nicht von Bord gehen!"

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Vor dem Spiel waren Präsident Gerhard Mayrhofer und Noor Basha zuversichtlich, ...

München - Nur noch sechs Spiele hat 1860, um den Abstieg zu verhindern. Sollte der Super-GAU eintreten, was wird aus Präsident Gerhard Mayrhofer? Er bezieht klar Stellung.

Da waren’s nur noch sechs… Sechs Spieltage haben die Löwen noch Zeit, den freien Fall Richtung Drittklassigkeit zu stoppen. Doch was die Mannschaft beim 0:2 (0:1) in Braunschweig ablieferte, bot keinen Anlass, auch nur noch einen Euro auf die Rettung zu setzen, auch wenn die Konkurrenz aus Aue (0:1 gegen Sandhausen) und Aalen (1:1 in Berlin) gestern nicht vorbeiziehen konnte. „Einen schlechten Tag kann jeder mal haben, aber das, was in Braunschweig passiert ist, hat mich doch sehr enttäuscht“, sagte Trainer Torsten Fröhling am Sonntagmittag. „Die anderen Löwen waren bissiger. Ich war enttäuscht, dass so wenig Gegenwehr kam. In der ersten Hälfte war das kein Männerfußball.“

Sondern typischer Sechziger-Fußball der grandios in den Sand gesetzten Umbruchssaison: unpräzise und harmlos nach vorne, überfordert und jederzeit für einen Patzer gut in der Rückwärtsbewegung. Bei Zucks Tor zum 0:1 nach fünf Minuten waren weder Kapitän Schindler noch die Abwehrkollegen Kagelmacher und Bülow im Bilde, beim 0:2 kurz nach der Pause wurde die blaue Hintermannschaft wie eine Freizeittruppe schwindlig gespielt. Erst als der Kas gebissen war, veranstalteten die Sechziger eine Art Aufbäumen – ohne dabei wirklich zwingend zu werden.

... danach suchten die Spieler nach Antworten

Fröhlings Konsequenz: „Ich will die Woche im Training sehen, wer mit Schmerzen leben kann. Wir haben in Braunschweig Schmerzen bekommen, aber keine selbst ausgeteilt.” Statt der Mannschaft am heutigen Montag wie geplant freizugeben, müssen Schindler & Co. um 14 Uhr zur ausführlichen Videoanalyse antanzen. Ob’s was hilft? Am Samstag kommt der VfL Bochum in die Fröttmaninger Arena. „Die Situation ist nicht leichter geworden, aber abgerechnet wird zum Schluss“, sagt Präsident Gerhard Mayrhofer. „Wir haben noch sechs Spiele, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Situation ist alarmierend, keine Frage, aber es macht keinen Sinn, jetzt öffentlich auf der Mannschaft rumzuhacken oder die Nerven zu verlieren.“

Ruhe bewahren heißt das oberste präsidiale Gebot. „Wir hatten gegen Aue Torchancen und auch jetzt in Braunschweig. Das Spiel ist schon wieder Geschichte, jetzt darf uns nur Bochum interessieren“, sagt Mayr­hofer. „Ich bin und bleibe Optimist und kann mir nur wünschen, dass die Fans die Mannschaft bis zum Schluss so fantastisch unterstützen wie bisher.“

1860 verliert Löwen-Duell in Braunschweig - es hagelt Fünfer!

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Und falls es trotzdem nicht reichen sollte? „Wir sind vorbereitet – auf alles, was kommen kann“, beteuert der Präsident. „Hasan Ismaik wird auch im Falle das Abstiegs Gesellschafter bleiben. Sechzig ist nicht tot, wenn es wirklich in die Dritte Liga gehen sollte.“

Ob Mayrhofer Präsident bleibt? Mit der Rücktrittsfrage konfrontiert, sagte der 53-Jährige zur tz: „Ich wüsste nicht, warum ich zurücktreten sollte. 1860 braucht Kontinuität, nicht diese Weg-weg-weg-Mentalität. Eine Amtszeit bei Sechzig beträgt drei Jahre. Es gibt sicher Leute, die glauben, dass dieser Klub in einem Jahr zu reparieren ist, aber das sind Utopisten.“ Mayrhofer weiter: „Ich stelle mich der Verantwortung und werde nicht von Bord gehen. Mir geht’s wirklich um den Verein – im Gegensatz zu sogenannten großen Löwen. Wir mussten viel verändern und wir haben viel verändert. Die KGaA ist in einer guten Verfassung, wir haben strukturell viel bewegt, das Defizit verringert. Leider wird diese Arbeit von den Ergebnissen in der Liga konterkariert, da spielen zahlreiche Faktoren mit rein. Fußball ist eben nicht so berechenbar wie andere Branchen.“

lk

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