Poschner fordert "bedingungslose Einstellung"

Neuer Sechser und neuer Stürmer für 1860?

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Sportchef Gerhard ­Poschner und ­Ismaiks „Auge“ Noor Basha.

München - 1860-Sportchef Gerhard Poschner will genau hinschauen, welche Spieler mitziehen. Heißt: Weitere Degradierungen sind ebenso denkbar, wie mögliche Verstärkungen.

Der Jahresauftakt an der Grünwalder Straße hätte viel peinlicher nicht laufen können. Mit 0:4 ließen sich die Löwen-Profis am vergangenen Freitag von der Zweitvertretung des VfB Stuttgart abschießen, Trainer Markus von Ahlen musste sich hinterher von einem Fan eine Clownsrolle im Circus Krone empfehlen lassen, der Minikredit, den sich die Mannschaft durch den Punkt in Leipzig erarbeitet hatte, war schon wieder aufgezehrt.

„Für die Stimmung ist das absolut scheiße“, meinte Torwart Stefan Ortega gewohnt unverblümt. „Wir müssen ab sofort malochen ohne Ende, denn wir haben nur vier Wochen Zeit.“ Am 9. Februar beginnt für die Sechziger die Mission Klassenerhalt mit dem Heimspiel gegen den FC Heidenheim, danach geht’s zum anderen Überraschungsaufsteiger nach Darmstadt, ehe Ewald ­Lienen mit seinem neuen Klub, dem FC St. Pauli, die Fröttmaninger Arena erobern will. Schicksalsträchtige Spiele in Serie für den TSV 1860, umso wichtiger ist eine konzentrierte Wintervorbereitung.

Auch am Dienstag ließ von Ahlen seine Mannschaft dreimal antanzen. Frühsport um 7.30 Uhr, dazu zwei intensive Trainingseinheiten um 10 und 15 Uhr. „Wir arbeiten viel an der defensiven Organisation, an den Abläufen“, erklärte der Coach die Trainingsschwerpunkte – bei 31 Gegentoren in 19 Spielen nicht wirklich verwunderlich.

Am Freitag steht bereits die nächste Prüfung auf dem Programm. Um 14 Uhr empfangen die Löwen auf dem heimischen Trainingsgelände den SV Grödig, der in der österreichischen Zehner-Bundesliga als Siebter überwintert und aktuell zwei Tage länger im Training ist als die Sechziger.

Unter Beobachtung: der von Darmstadt 98 umworbene Yannick Stark.

„Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen“, sagt von Ahlen. „Aber in der Vorbereitung ist die Leistung entscheidender als das Ergebnis.“ Bei 1860 wäre angesichts der eingetrübten Stimmung beides vonnöten, um nicht schon vor dem Abflug ins Trainingslager nach Marbella (20. bis 30. Januar) in Erklärungsnot zu kommen. Poschner machte am Dienstag gegenüber der tz kein Geheimnis aus der kitzligen Lage beim TSV 1860. „Ich erwarte gegen Grödig von jedem Spieler eine bedingungslose Einstellung. Darauf werden wir ganz genau achten.“ Nicht ausgeschlossen, dass nach den aussortierten Markus Steinhöfer und Bobby Wood weitere Spieler aus dem Profikader entfernt werden, frei nach dem CSU-Motto: Wer nicht mitzieht, fliegt.

Die Planungen in die andere Richtung sind nach tz-Informationen weit gediehen. Möglicherweise werden sich die Löwen auf der Sechser-Position und im Sturm verstärken. Sowohl bei Rodri (Reha nach Sprunggelenks-OP) als auch bei Dominik Stahl (Aufbautraining nach Knie-OP) ist bereits klar, dass es für einen Einsatz an den ersten Spieltagen im Februar nicht reichen wird. Das Transferfenster schließt am 2. Februar.

lk

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