1860-Sportchef über Prämien, Besessenheit und Pläne

Poschner: "Wir stehen mit dem Arsch an der Wand"

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Gerhard Poschner am Dienstag in der Geschäftsstelle des TSV 1860 – im Hintergrund Medienchef Thomas Blazek.

München - Am Dienstag lud 1860-Geschäftsführer Gerhard Poschner zum Pressegespräch in die Geschäftsstelle – auch um mit einigen Gerüchten aufzuräumen.

Ein Abstieg als Löwen-Spieler 2004, ein weiterer als Geschäftsführer 2015? Gerhard ­Poschner könnte als eine der Negativfiguren in die blauen Annalen eingehen. Gestern lud der 45-Jährige zum Pressegespräch in die Geschäftsstelle – auch um mit einigen Gerüchten aufzuräumen. Poschner über…

…einen möglichen vierten Trainer in dieser Saison: „Das ist absoluter Humbug. Auch das Gerede um meinen angeblich angedachten Rückzug ist Quatsch. Was ich denke und empfinde, spielt jetzt überhaupt keine Rolle.“

…die Chancen auf den Klassenerhalt: „Ich habe Verständnis für die Fragen zur Dritten Liga, aber die Realität ist, dass wir noch drei Spiele, also 270 Minuten haben, um uns in den sicheren Hafen zu retten. Die Mannschaft muss die Besessenheit entwickeln, dieses Ding zu schaukeln. Wir sind am Sonntag nicht abgestiegen, wir wollen unter allen Umständen den direkten Klassenerhalt schaffen. Dass dazu die Leistung gegen Union Berlin nicht ausreichend sein wird, ist der Mannschaft bewusst.“

…denkbare Sofortmaßnahmen: „Ein Trainingslager (wie es der FSV Frankfurt derzeit abhält, d. Red.) steht derzeit nicht auf unserer Agenda. Wenn der Wunsch da ist, will ich es für nächste Woche aber nicht ausschließen. Jetzt geht es darum, ein Team hinzustellen, das daran glaubt, am Freitag in Frankfurt drei Punkte zu holen.“

…die Auslobung einer Nichtabstiegsprämie: „Nein, wenn die Motivation nicht von innen heraus kommt, kannst du das auch nicht mit einer Prämie herstellen.“

…Argumente, die für die Rettung sprechen: „Immer, wenn wir die Chance hatten, nachzulegen, haben wir sie in dieser Saison vertan. Aber fast immer, wenn wir mit dem Rücken zur Wand gestanden sind, haben wir gepunktet. Jetzt stehen wir mit dem Arsch an der Wand.“

…abwanderungswillige Spieler (und deren Berater): „Diese Stimmung haben wir nicht exklusiv. Auch uns werden in dieser Phase Spieler von Aue, Aalen oder Pauli angeboten. Das ist so.“

…Planungen für die nächste Saison: „In der aktuellen Situation kannst du keine Personalien abschließen. Aber du kannst dich vortasten – und das machen wir. Wir sind der Meinung, dass man diese Mannschaft nicht komplett über den Haufen werfen muss. Es wird – den Klassenerhalt vorausgesetzt – bei Weitem nicht so sein, wie vor dieser Saison.“

lk

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