"Schon ein Wahnsinnstyp"

Okotie: Keine Ehrfurcht vor Ibrahimovic

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Rubin Okotie wechselte im Sommer 2014 zu den Löwen.

München - Löwen-Stürmer Rubin Okotie blickt in einem Interview auf den Wendepunkt seiner Karriere zurück. Sein Aufeinandertreffen mit Zlatan Ibrahimovic hängt er gar nicht so hoch.

Nein, Rubin Okotie hatte damit schon fast nicht mehr gerechnet. Dass der derzeit wegen einer Innenbanddehnung im Knie fehlende Löwen-Stürmer einmal so einen Karrieresprung machen würde, sich einmal als Top-Torjäger der Zweiten Liga sowie als Nationalspieler bezeichnen dürfe. "Natürlich habe ich damals nicht an so etwas gedacht", sagt Okotie in einem Interview mit spox.com. Damals, das war Ende 2013, als er bei Austria Wied von Trainer Nenad Bjelica suspendiert worden war. "Ich glaube zwar immer an meine Ziele", ergänzt der 27-Jährige, "aber damals sah es wirklich nicht rosig aus. Da waren meine Träume plötzlich ganz weit weg."

Nun sind sie weitgehend Realität geworden. Vor allem dank der halbjährigen Ausleihe zum dänischen Erstligisten Sønderjysk Elitesport, wo er es in 15 Einsätzen immerhin auf elf Treffer brachte. Dort habe der Österreicher "Blut geleckt, und jetzt bin ich wieder da". Kein Wunder, dass diese Station für den Angreifer ein "extrem wichtiger Schritt" war. "Ich habe schon vor der Suspendierung kaum gespielt. Umso wichtiger war es, dass ich in Dänemark gute Leistungen zeige."

So gut, dass er sich für höhere Aufgaben empfohlen hatte. Am Ende wurden es dann 1860. Im Sommer 2014 sei Geschäftsführer Gerhard Poschner auf ihn zugekommen. "Eine Woche später gab es gemeinsame Gespräche mit Sportdirektor und Trainerstab", berichtet Oktoie. "Da fiel dann die Entscheidung." Dabei war es nicht sein erster Kontakt mit dem TSV. Den gab es nämlich schon 2012, als Florian Hinterberger noch Sportdirektor und Alexander Schmidt Trainer war. "Aber damals hat es vom Bauchgefühl her noch nicht hundertprozentig gepasst."

Lob für Alaba

Etwas nachgeholfen habe auch Bayern-Star und Okoties damaliger Teamkollegen David Alaba. "Er riet mir, nach München zu kommen", verrät der 27-Jährige, der große Stücke auf den Allrounder des FCB hält: "Ich war damals selbst erst 19 Jahre alt. Viele sind bei den ersten Einheiten mit den Profis nervös. Aber Alaba hat mittrainiert, als ob er schon ewig dabei gewesen wäre. Zum Beispiel beim Ballhalten auf engem Raum: Da steht man unter Druck, muss schnelle Entscheidungen treffen. Er hat kaum einen Ball verloren, er hat fast immer alles richtig gemacht."

Was auch auf Okotie zutrifft. Zuletzt machte er nicht nur mit seinen Toren auf sich aufmerksam, sondern wurde auch mit einer anderen Szene auf dem Platz zum Hit im Internet. Das war im September vergangenen Jahres beim Länderspiel mit Österreich gegen Schweden (1:1), als Okotie mit Zlatan Ibrahimovic aneinandergeriet. "Das war eigentlich eine vollkommen normale Szene", blickt der Löwen-Stürmer zurück. "Ich war bei einem Eckball ihm zugeteilt. Im Zweikampf habe ich ihn dann kurz weggeschoben. Ich dachte mir kurz: Der schaut ein bisschen komisch. Er sagte noch 'Don't touch me'. Aber dann musste ich gleich wieder auf den Eckball aufpassen." Seine Eindrücke vom egozentrischen Superstar? "Ich konnte ihn damals 60 Minuten lang von der Bank beobachten, weil ich erst danach eingewechselt wurde. Er ist schon ein Wahnsinnstyp. Man merkt seine Präsenz auf dem Platz. Aber ich erstarre deshalb nicht gleich in Ehrfurcht."

Auch das hatte sich Okotie vor gut zwei Jahren wohl nicht gedacht.

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